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In einer Umfrage unter mehr als 500 Unternehmen aus allen europäischen Mitgliedsstaaten spricht sich die Mehrheit der europäischen Solar-Handwerksbetriebe für eine Verlängerung der vor zwei Jahren eingeführten Antidumping-/Antisubventionsmaßnahmen aus, wenn die Ermittlungen der EU-Kommission ergeben, dass chinesische Hersteller weiter gegen internationale Handelsregeln verstoßen. Nicht die Zölle, sondern Förderkürzungen seien für den Marktrückgang der letzten Jahre verantwortlich. In Deutschland betonen 94,9 Prozent der Installateure die Wichtigkeit europäischer Produkte im Wettbewerb. Die telefonische Befragung wurde vom Europressedienst durchgeführt. Auftraggeber ist die europäische Solarherstellerinitiative EU ProSun.

Milan Nitzschke, Präsident von EU ProSun: "Wir wollten wissen, ob es stimmt, was Lobbyorganisationen der großen chinesischen Solarhersteller und ihrer Importeure behaupten, dass das europäische Solarhandwerk für ein Auslaufen der Maßnahmen gegen chinesisches Solardumping sei. Das Gegenteil ist der Fall. Die deutliche Mehrheit befürwortet eine Verlängerung der Zölle und Mindestimportpreise und sieht sich nicht negativ betroffen von den Maßnahmen. Offensichtlich kennen die Betriebe die Notwendigkeit von klaren Wettbewerbsregeln aus der eigenen Erfahrung. Niemand will mit unfairen Mitteln aus dem Markt gedrängt werden. Das muss auch für die herstellende Solarindustrie gelten, im Interesse von Angebotsvielfalt, Qualität sowie Forschung und Entwicklung."

Negativ betroffen waren die PV-Installateure nicht durch handelsrechtliche Eingriffe, sondern durch instabile politische Rahmenbedingungen. Die Ursache für eine Abschwächung des deutschen Solarmarktes sehen die Installateure in der Förderreduzierung bei Solarstrom. 89,7 Prozent der Befragten stimmen zu. Mehr als Dreiviertel der Befragten in Deutschland benennen ebenfalls die Belastung auf Eigenstromverbrauch als eine der Ursachen der Abschwächung.

„Das Solarhandwerk in Europa sieht es als einen großen Wert an, dass europäische Produkte im Markt verfügbar sind“, betont Nitzschke. Die Bedeutung einer europäischen Solarindustrie unterstreichen 94,9 Prozent der deutschen Installateure. Die Befragten halten es für wichtig oder sehr wichtig, dass Produkte aus Europa und anderen Herkunftsländern als China auf dem Markt erhältlich sind. Bei einer Verlängerung der vor zwei Jahren eingeführten Zölle und Mindestpreise auf chinesische Solarimporte erwarten nur weniger als 4 Prozent der Installateure Einschnitte für ihren Betrieb. Weniger als ein Viertel halten Anpassungen für erforderlich, fast Zweidrittel der Installateure haben sich den Marktbedingungen angepasst und sehen keinerlei Beeinträchtigung ihres Geschäfts auf sich zukommen.

Dass chinesische Hersteller niedrigere Preise anbieten, führen über 87,1 Prozent auf geringere behördliche Auflagen und staatliche Subventionen zurück. 82,9 Prozent der befragten Installateure stimmten weniger bis gar nicht der Behauptung zu,  dass China auf besseren Produktionsanlagen produziere.

Trotz der Einführung eines Mindestimportpreises und Zöllen auf chinesische Module im Jahr 2013 beobachten rund die Hälfte der deutschen Installateure ein Prozent der Solarteure ein Absinken der Modulpreise auf den EU-Märkten in den letzten Jahren, rund 43 Prozent sehen den Preis als stabil an.

An der im Mai und Juni 2016 telefonisch durchgeführten Umfrage beteiligten sich 524 Installationsbetriebe aus allen 28 EU Mitgliedsstaaten, davon 117 in Deutschland. Die Teilnehmenden bedienen Segmente von unter 10 kWp bis über 1 MWp, ihre installierte Leistung entspricht rund acht Prozent des europäischen Solarmarktes im Jahr 2015.

Quelle: EU PROSUN

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