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München/Köln/Essen/Erlangen, 20. September 2010, Mit dem Einbau des Stromgenerators kann ein weiterer wichtiger Bauabschnitt des solarthermischen Kraftwerks Andasol 3 abgeschlossen werden. Der rund 85 Tonnen schwere Generator bildet zusammen mit der 160 Tonnen schweren 50 Megawatt (MW) Dampfturbine das Herz des Kraftwerks. Nach Inbetriebnahme Mitte 2011 soll Andasol 3 rund 165 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr produzieren. Damit produziert das Parabolrinnen-Kraftwerk mehr Strom, als die Insel Sylt pro Jahr verbraucht. Andasol 3 wird von den Stadtwerken München, RWE Innogy, RheinEnergie, Ferrostaal und Solar Millennium gemeinsam realisiert und soll nach Inbetriebnahme pro Jahr rund 150.000 Tonnen Kohlendioxid im Vergleich zu einem modernen Steinkohlekraftwerk einsparen.

Solar Millennium AG

Den Montagearbeiten am Turbinentisch vorausgegangen war eine logistische Herausforderung. Mehrere hundert Tonnen Material mussten aus Dänemark, England, Italien und Deutschland per Schwertransporter und Schiff nach Spanien transportiert werden. Bisheriger Höhepunkt war die Ankunft und Vormontage der aus einer Hoch- und einer Niederdruckmaschine bestehenden Turbine mit zwei Schwerlastkränen im Kraftwerksblock. Die Turbine wurde bei MAN Diesel & Turbo in Oberhausen gefertigt. Als letztes traf nun der in England gefertigte Generator in Südspanien ein, der zwischen den beiden Turbinenelementen installiert wird.

„Grundsätzlich müssen die beiden Turbinenteile immer an der Welle des Generators ausgerichtet werden und nicht umgekehrt, dabei darf die Abweichung zwei Zehntel Millimeter nicht überschreiten“, erklärt Thomas Speth, Projektleiter des Generalunternehmers von Andasol 3 die Herausforderung bei der Montage. Aus diesem Grund werden die Vermessungsarbeiten von Spezialisten mit Hilfe von hochpräzisen Instrumenten ausgeführt. Insgesamt sind derzeit über 300 Menschen auf der Baustelle beschäftigt.

„Diese Zahl werden wir in den nächsten Wochen und Monaten auf rund 500 erhöhen, wenn wir die Arbeiten in anderen Bauabschnitten weiter intensivieren“, so Speth weiter. Dazu gehören unter anderem die Verrohrungsarbeiten zwischen Wärmetauschern, Pumpen und Kraftwerksblock. Im Generalunternehmen für Andasol 3 haben sich Solar Millennium, Ferrostaal und deren Gemeinschaftsunternehmen Flagsol sowie die spanische Duro Felguera zusammengeschlossen. Die Montage aller Parabolrinnen-Kollektoren mit einer Länge von insgesamt rund 90 Kilometern wurde bereits Mitte Juni abgeschlossen. Hier erfolgen derzeit ebenfalls Verrohrungs- und Verkabelungsarbeiten.

Auch bei den thermischen Speichern liegt der Bau im Zeitplan. Allein in der letzten Woche wurden 3.000 Tonnen des speziellen Salzgemischs aus Kaliumnitrat und Natriumnitrat angeliefert. Das Salz wird im kristallinen Zustand im Hafen von Almeria gelagert und erst bei der Befüllung der beiden Salztanks auf der Baustelle durch Erhitzen in einer speziellen Vorrichtung verflüssigt. Jeder Salztank fasst rund 30.000 Tonnen Flüssigsalz. Das Salz wird tagsüber durch

das Solarfeld auf 390°C erhitzt und dabei von einem Tank in den anderen gepumpt. Nachts oder bei Bewölkung wird diese Wärmeenergie wieder abgerufen und in Strom umgewandelt. Auf diese Weise kann das Solarkraftwerk auch nach Sonnenuntergang umweltfreundlichen Sonnenstrom erzeugen. Ein voller Speicher liefert genug Energie, um die Turbine etwa acht Stunden bei Volllast zu betreiben.

Nach Fertigstellung des Kraftwerks Andasol 3 werden rund 210.000 Parabolspiegel das Sonnenlicht auffangen. Die gewölbten Spiegel bündeln die Sonnenstrahlen und konzentrieren diese auf ein Absorberrohr, in dem eine Wärmeträgerflüssigkeit fließt. Durch die Absorption der Sonnenstrahlen wird Hitze erzeugt, die auf die Wärmeträgerflüssigkeit übertragen wird. Mittels Wärmetauscher wird die thermische Energie schließlich an einen Wasser-/ Dampfkreislauf abgegeben. Wie in einem konventionellen Kraftwerk treibt dieser Dampf eine Turbine an. Der

daran angeschlossene Generator erzeugt Strom. Durch Nutzung des thermischen Speichers wird der Strom planbarbereitgestellt. Andasol 3 ist das dritte Kraftwerk, das Solar Millennium an diesem Standort, einer Hochebene zwischen Granada und Almeria, entwickelt hat.

Quelle: Solar Millennium AG

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