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Berlin, 16. Februar 2010 - Zur anhaltenden Kritik an der Arbeit des Weltklimarats (IPCC) erklärt Dr. Hermann Ott, Sprecher für Klimapolitik:

Die peinlichen Fehler im jüngsten Bericht des Weltklimarats (IPCC) desavouieren in keinster Weise die Erkenntnisse der Klimawissenschaft. Im Gegenteil: Die andauernde Kritik am IPCC ist in vielen Teilen überzogen und oft unsachlich. Es ist wissenschaftlicher Alltag, dass sich in einer Veröffentlichung von solchem Umfang wie dem Sachstandsbericht des IPCC auch Fehler einschleichen. Jetzt muss der IPCC zügig untersuchen, wie sich solche Fehler in Zukunft besser vermeiden lassen, insbesondere müssen Aussagen zu regionalen Klimaveränderungen durch überregionale Forscherteams gegengeprüft werden.

Die berechtigte Kritik an einigen wenigen Passagen des Berichtes wird von professionellen Klimaleugnern und von interessierter Lobbyseite dazu genutzt, die Glaubwürdigkeit des IPCC insgesamt in Frage zu stellen. Diese "abweichende Meinung" wird von Medien gerne aufgegriffen um das Thema spannender darstellen zu können. Die Kritik an einzelnen Punkten der Analyse des IPCC darf nicht von der gewaltigen Aufgabe ablenken, den Klimawandel zu bekämpfen. Die Natur kümmert sich nicht um kleinliche Streitigkeiten. Es besteht kein Grund zur Beruhigung: Heute vor fünf Jahren ist das Kyoto-Protokoll in Kraft getreten und die Herausforderungen zur Bekämpfung des Klimawandels sind nicht weniger geworden. 2009 war das zweitwärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen.

Der bisherige Umgang mit der teilweise berechtigten Kritik durch das IPCC-Führungspersonal lässt allerdings viel Raum für Verbesserungen. Es ist nicht die Aufgabe deutscher Politiker, den Rücktritt des Vorsitzenden Pachauri zu fordern - doch würden personelle Konsequenzen an der Spitze des Weltklimarats dabei helfen, die Glaubwürdigkeit des IPCC in der Öffentlichkeit wieder herzustellen. Und diese Glaubwürdigkeit muss in jedem Fall erhalten bleiben, denn sie bildet das Fundament der Klimapolitik - was den IPCC aus Sicht der professionellen Leugner und Lobbyisten natürlich zum idealen Ziel ihrer Angriffe macht.

Quelle: Bündnis 90/Die Grünen

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