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Auf der heutigen Anti-Atom-Demo "Mal richtig abschalten" forderte Hermann Albers, Vizepräsident des Bundesverbands Erneuerbare Energie und Präsident des Bundesverbands WindEnergie Vorfahrt für Erneuerbare Energien.

"Kernkraft und Kohlemeiler sind von gestern. Wind, Sonne & Co. gehört die Zukunft", so Albers in seiner Rede vor dem Brandenburger Tor. "Längere Laufzeiten für Kernkraftwerke blockieren den Ausbau der Erneuerbaren Energien in Deutschland. Sie verstopfen Stromnetze und Strommärkte. Sie gefährden den Vorrang der Erneuerbaren Energien bei der Netzeinspeisung und stellen so künftige Milliardeninvestitionen des deutschen Mittelstands in Frage."

AKW-Laufzeitverlängerungen stehen genauso wie Baupläne für neue Kohlekraftwerke dem Ausbau der Erneuerbaren Energien im Weg. Denn Atom- und Kohlekraftwerke können sich dem System der Erneuerbaren Energien nicht anpassen. Ein harmonisches Miteinander der Technologien ist ein Märchen der großen Energiekonzerne. Der gesetzlich festgelegte Ausstieg aus der Kernenergie wird durch den Ausbau der Erneuerbaren Energien mehr als kompensiert. Bis 2020 können die Erneuerbaren im Stromsektor nahezu die Hälfte der Versorgung übernehmen. Dafür sind verlässliche Rahmenbedingungen und das Festhalten am Atomausstieg unbedingt erforderlich.

Die Kernenergie ist eine veraltete Technologie der frühen 70er Jahre. Sie bietet keine Lösung für die aktuellen Herausforderungen des Klimaschutzes. Hierfür sind Umwelttechnologien der heutigen Zeit gefordert. Zusammen mit verstärkten Anstrengungen bei der Energieeffizienz sind es die Erneuerbaren Energien, die das Ziel von 40 Prozent weniger CO2-Ausstoß bis 2020 möglich machen.

"Neben dem Klimaschutz dienen die Erneuerbaren Energien auch dem Wirtschaftsstandort Deutschland. Über 280.000 Menschen arbeiten mittlerweile in der Branche der Erneuerbaren Energien. Bis 2020 können bis zu 500.000 sichere Jobs in diesem innovativen Zukunftsfeld entstehen. Debatten um eine Laufzeitverlängerung der Kernkraftwerke gefährden diese Entwicklung ohne Not", betonte Hermann Albers.

Im Gegensatz zur Kernenergie wird der Ausbau der Erneuerbaren Energien von der großen Mehrheit der Deutschen unterstützt - so eine Anfang dieser Woche veröffentlichte EMNID-Umfrage. Auf die Frage, welcher Energieträger künftig Vorrang haben solle, nannten 85 Prozent der Befragten die regenerativen Energien. Die hohe Zustimmung zieht sich dabei quer durch alle Alters- und Bildungsschichten. Nur 10 Prozent sprachen sich für die Kernenergie aus. Daraus lässt sich eindeutig ein Regierungsauftrag der kommenden Bundesregierung ableiten.

"Ganz gleich, welche Koalition nach dem 27. September in Deutschland das Sagen hat: Die kommende Bundesregierung muss den Vorrang für die Erneuerbaren Energien garantieren und den schnellen Umbau unserer Energieversorgung ermöglichen. Die Kernenergie in Deutschland ist für eine große Mehrheit aller Deutschen keine Option für die künftige Energieversorgung. Sie muss den Erneuerbaren Energien ohne wenn und aber die Vorfahrt lassen", stellte Albers klar.

Quelle: Bundesverband WindEnergie e.V.

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