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München, 13. Juli 2012, Interessant: Jede achte Solarstromanlage in Deutschland leistet zu wenig. Diese signifikanten Leistungsdefizite ziehen sich durch alle Anlagengrößen. Das Ergebnis stammt von einer Auswertung im Auftrag der smartblue AG. Hierzu wurden die Daten von 600.000 Photovoltaikanlagen aus Deutschland analysiert, die von der Deutschen Gesellschaft für Solarenergie (DGS) auf energymap.info stammen.

Smartblue AG

Jede achte Solaranlage betroffen

D.h., dass über 12 Prozent der installierten Solaranlagen deutlich unterhalb ihres Optimums arbeiten. Die betroffenen Solar-Anlagen erreichen teilweise weniger als die Hälfte des Stromertrages, den sie einbringen könnten. Anlagenbetreiber sollten deshalb immer ihre Anlagen über entsprechende Überwachungslösungen im Auge behalten und die jährliche Leistung mit den prognositizierten Energieerträgen - die sie in der Regel von den Solarteuren beim Erwerb der Anlage erhalten - abgleichen. Mittelgroße PV-Anlagen zwischen 10 bis 100 kWp schneiden dabei besser ab als Klein- und Großanlagen, bei denen 15 Prozent beziehungsweise 16 Prozent unterhalb des Wertes von 750 kWh/kWp liegen.

Durchschnittlich laufen zwölf Prozent aller Photovoltaikanlagen unterhalb 750 kWh/kWp, bei den kleineren Anlagen mit weniger als zehn Kilowatt Leistung sind es sogar 15 Prozent. Die höchste Rate an Anlagen mit Minderleistung verzeichnen Solarstromanlagen zwischen 250 kW und einem Megawatt Leistung: Mehr als 16 Prozent produzieren deutlich weniger Strom, als selbst unter ungünstigen Verhältnissen zu erreichen wäre. Zum Vergleich: In Südbayern lassen sich etwa 1.000 bis 1.100 kWh/kWp erreichen, in Norddeutschland sind noch 800 bis 900 kWh/kWp möglich.

Unterschiedliche Faktoren für Minderleistungen verantwortlich

Tomi Engel, Mitglied der DGS: „Sowohl Defekte der Verkabelung als auch der Solarmodule tragen zur Minderleistung von Solaranlagen bei. Modulfehler werden hierbei häufig gar nicht oder erst viel später entdeckt. Ähnlich verhält es sich bei Verschattungen – schon Stromleitungen können die Leistung einzelner Strings spürbar senken. Bleiben schleichend zunehmende Ertragsminderungen wie wachsende Bäume oder Büsche unerkannt, können Solaranlagen schnell unrentabel werden.“

Anlagenüberwachung hilft nur bei entsprechender Auswertung der Daten

Der Einsatz von Monitoring-Lösungen für Photovoltaik-Anlagen kann hier Abhilfe schaffen: Die Überwachungsanlagen messen die Daten der Solarkraftwerke und verständigen bei möglichen Defekten die Besitzer. Wichtig ist hierbei allerdings, dass eine entsprechende Auswertung der Daten erfolgt. Sonst müssen sich Betreiber von Solarstromanlagen selber ihre Schlüsse aus den Daten ziehen, und das ist oft schlicht nicht möglich. Von Vorteil ist eine möglichst detaillierte Überwachung der Anlage, im Idealfall bis auf das einzelne Modul genau – samt entsprechend tiefgreifender Auswertung der so ermittelten Daten.

Dr. Philipp Geiger, Gründer und Vorstand der smartblue AG: „Produziert ein Solarkraftwerk weniger Strom als prognostiziert, kann dies auch an einem schlechten Monat liegen – oder an einem Defekt der Anlage. Die perfekte Überwachung erkennt den Grund dafür und kann unterscheiden, ob schlechtes Wetter, Defekte, altersbedingte Degradationen oder Verschattungen die Ursache für die Ertragsminderung sind.“

Das Unternehmen hat eine Überwachungslösung namens Smart Monitor entwickelt, die genau diese Analyse und Informationsaufbereitung automatisch durchführt. Der Web-basierte Service ist kompatibel zu einer Vielzahl von gängigen Überwachungsgeräten im Markt und umfasst einfaches Wechselrichter-Monitoring, die Überwachung von Strings bis zu einem detaillierten Monitoring einzelner Module.

Prof. Dr.-Ing. Wilfried Zörner, Wissenschaftlicher Leiter des Kompetenzfeldes Erneuerbare Energien der Hochschule Ingolstadt: „Fällt nur auf ein einziges PV-Modul ein Schatten oder ist nur ein PV-Modul – etwa durch ein Hagelkorn – beschädigt, sinkt die Leistung des ganzen Strings signifikant. Die ermittelten Werte erscheinen mir leider durchaus realistisch. Wer Photovoltaikanlagen nicht sinnvoll überwacht, führt die bereits getätigten Fördermaßnahmen durch das EEG ad absurdum und gefährdet letztlich den Beitrag der Photovoltaik zur Energiewende.“

Quelle: smartblue AG

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