photovoltaik-guide.de verwendet Cookies um Ihnen den bestmöglichen Service bereitzustellen. Indem Sie den Button "akzeptieren" klicken, stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Berlin, 19. Januar 2010 - Wie die Nachrichtenagentur Dow Jones Newswires unter Berufung auf Parlamentskreise berichtet, wird die Einspeisevergütung für Solarstrom dieses Jahr einmalig um 15 Prozent gesenkt. Das wird Umweltminister Dr. Norbert Röttgen am Mittwoch öffentlich bekanntmachen.

Die Einspeisevergütung für Solaranlagen auf Freiflächen sollen zum 1. Juli gekürzt werden. Einen Termin für die Kürzung der Tarife für Dachanlagen wird noch im Bundestag werden. Vermutungen zufolge wird dies zwischen April und Juli dieses Jahres geschehen.

Darüber hinaus wolle das Bundesumweltministerium im Januar 2011 neben der im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) festgelegten Degression von durchschnittlich 9,0 Prozent eine zusätzliche Kürzung der Solarförderung vornehmen.

Sollte der Zubau in einem Jahr über 3000 Megawatt (MW) liegen, sei eine Senkung um 2,5 Prozent geplant, bei mehr als 3500 MW wären es 5,0 Prozentpunkte.

Insgesamt würden die Vergütungssätze für Solarstrom dann um 26,5 bis 29,0 Prozent heruntergefahren. Gleichzeitig berät das Ministerium zurzeit auch über eine Stärkung des sogenannten Eigenverbrauchs von Dachanlagen. Dazu gibt es im EEG bereits eine Sonderregelung.

Die Solarindustrie warnt vor einer zusätzlichen Reduktion der Fördersätze für Photovoltaikanlagen im zweistelligen Prozentbereich noch in diesem Jahr. Das würden große Teile der deutschen Solarwirtschaft nicht überleben, erklärte der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar).

Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) sagte, er denke an eine Absenkung von 16 bis 17 Prozent. "Bisher zahlen die Deutschen über den Strompreis die Solarfabriken in China", kritisierte der Minister. Man brauche einen Ausgleich zwischen den Interessen der Verbraucher und denen der Industrie.

Zu Jahresbeginn war die Förderung für neue Solarstromanlagen dem Erneuerbare-Energien-Gesetz gemäß bereits um zehn Prozent gekürzt worden, Anfang 2011 ist eine weitere Kürzung um zehn Prozent geplant.

Weltweit waren Solarwerte an den Börsen daraufhin auf Talfahrt gegangen, da Deutschland der wichtigste Abnehmermarkt für Solarmodule ist, unter anderem aus China. Röttgen hat seine Überlegungen bislang aber noch nicht öffentlich gemacht, dies soll in den nächsten Tagen geschehen.

Alle Verbraucher zahlen über eine Umlage in ihrer Stromrechnung die garantierten Abnahmepreise für Ökostrom, die deutlich über den Marktpreisen für Strom insgesamt liegen. Dies hat zu einem Boom vor allem auf dem Solarmarkt geführt, so dass alle Ausbauziele der Regierung übertroffen wurden. Da die Abnahmepreise auf 20 Jahre garantiert sind, haben sich zweistellige Milliarden-Kosten für die Verbraucher aufgebaut. Verbraucherschützer fordern massive Streichungen bei der Solarförderung.

Quelle: FR-online.de

You have no rights to post comments