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Frankfurt, 21. Juli 2011, Die chemische Industrie fordert von der Bundesregierung die Einsetzung eines Parlamentarischen Beauftragten, der den Erfolg der Maßnahmen zur Umsetzung der Energiewende regelmäßig überprüfen soll. „Wir brauchen dringend einen unabhängigen Kopf, der faktenorientiert Politik, Gesellschaft und die Wirtschaft über den Verlauf des Umbaus informiert“, sagte der Präsident des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI), Dr. Klaus Engel, vor Journalisten in Frankfurt. Für ein solches Monitoring müssten zudem Kriterien definiert werden, die transparent machen, ob die drei Ziele Sicherheit, Wirtschaftlichkeit und Umweltverträglichkeit erreicht würden. Die Ausgestaltung der Energiewende dürfe wegen ihrer Tragweite nicht allein Sache der Politik bleiben.

Der VCI sieht im Umbau der Energieversorgung wirtschaftliche und technologische Chancen, aber auch Risikopotentiale. Das Ziel, bis 2022 auf alle Kernkraftwerke zu verzichten, beinhalte erhebliche Herausforderungen für die Industrie: steigende Strompreise, stark schwankende Netzstabilität und unzureichende Versorgung mit Grundlaststrom. Engel appellierte deshalb an die Politik, ihre Zusagen für die Zukunftssicherung der energieintensiven Branchen in die Tat umzusetzen: „Für die Chemie ist der endgültige Abschied aus der Nutzung der Kernenergie vertretbar, wenn unsere Wettbewerbsfähigkeit durch die Energiewende nicht Schaden nimmt.“ Die Branche werde mit ihrer Innovationskraft einen Beitrag dazu leisten, dass die „Energierevolution“ gelinge.

Engel wies darauf hin, dass die Chemie in diesem Jahr aus dem EU-Emissionshandel, dem Energiesteuergesetz, dem Erneuerbaren-Energie-Gesetz (EEG) und dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz zusammen über 1,3 Milliarden Euro zu schuItern habe. „Es muss ein Weg gefunden werden, dass Strom für die energieintensive Industrie auch in Zukunft verfügbar und bezahlbar bleibt, wenn sich der Energiemix sukzessive ändert“, betonte der VCI-Präsident.

Im verarbeitenden Gewerbe besitzt die Chemie den größten Strombedarf. 55 Millionen Megawattstunden oder rund 8 Prozent des gesamten Stromverbrauches entfallen auf Deutschlands drittgrößte Branche. Eine Erhöhung des Strompreises um 1 Cent pro Kilowattstunde kostet die chemische Industrie gegenwärtig über 500 Millionen Euro zusätzlich pro Jahr.

Die energieintensive Grundstoffindustrie bildet das erste Glied in der Wertschöpfungskette. Aus Aluminium, Kupfer oder Zink, Grundchemikalien, Dämm- und Kunststoffen, Papier, Glasfasern, Stahl und Zement stellen andere Branchen Endprodukte wie Autos, Windräder, Photovoltaikanlagen, energieeffiziente Häuser und Maschinen her. Diese Produktpalette ist im Export außerordentlich erfolgreich und bildet die Basis für den derzeitigen wirtschaftlichen Aufschwung. „Ein starkes Industrieland zu sein, war für Deutschland noch nie so wertvoll und so wichtig wie heute“, unterstrich der VCI-Präsident.

Quelle: VCI

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