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Sulzemoos/Bitterfeld-Wolfen, 03. April 2012, Eine Hiobsbotschaft jagt die andere. Solarunternehmen straucheln wie niemals zuvor. So hat das PV-Unternehmen Phoenix Solar AG auf Grund der massiven Einschnitte bei der Solarförderung mit Finanzierungsproblemen zu kämpfen. Der Restrukturierungsplan, der im Dezember 2011 den Finanzierern des Unternehmens vorgelegt wurde, musste in den letzten Wochen angepasst werden. Dadurch verzögern sich die Finanzierungsverhandlungen der Phoenix Solar AG.

Das mit den Konsortialbanken und den anderen bilateralen Kredit- sowie Avalgebern und Warenkreditversicherern vereinbarte Stillhalteabkommen wurde Ende März verlängert, um die Finanzierungsverhandlungen auf Basis des angepassten Restrukturierungsplans fortführen zu können. Zudem musste das Solarunternehmen den Geschäftsberichts 2011 sowie die Veröffentlichung des Quartalsfinanzberichts für das 1. Quartal 2012 verschieben.

Inzwischen sollte das Photovoltaikunternehmen Q.Cells SE beim Amtsgericht Dessau einen Insolvenzantrag gestellt haben. Kaum in die Insolvenz geschlittert, schließt der Finanzminister Sachsen-Anhalts, Jens Bullerjahn (SPD), eine staatliche Hilfe nicht aus. Mit staatlichen Hilfen könnte die finanzielle Restrukturierung des Unternehmens erleichtert werden.

Quelle: photovoltaik-guide.de - Michael Ziegler

 

Hohenstein-Ernstthal, 03. April 2012, Der Anlagenhersteller Roth & Rau AG ist Ende März an der Frankfurter Wertpapierbörse vom Prime Standard in den Entry Standard gewechselt. Das Photovoltaik-Unternehmen begründet das Downlisting damit, dass nur noch geringe Kapitalmarktinteresse nach der Übernahme durch die Meyer Burger Technology AG bestehen.

Der Entry Standard sieht die Veröffentlichung des testierten Jahresabschlusses innerhalb von sechs Monaten sowie eines Zwischenberichts innerhalb von drei Monaten nach Ablauf des Geschäftsjahres/Halbjahres vor. Darüber hinaus gilt im Entry Standard die Verpflichtung zur unverzüglichen Veröffentlichung wesentlicher Unternehmensnachrichten oder -umstände, die für die Bewertung des Wertpapiers oder des Unternehmens bedeutsam sein können („Quasi-Ad-hoc-Pflicht“).

Quelle: Roth & Rau AG

 

Erlangen, 19. März 2012, Volker Böhm, der bestellte Insolvenzverwalter der Solar Millennium AG, hat nun weitere Beteiligungen des Unternehmens an Investoren veräußert.

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Damit ewirbt die Schoeller Renewables GmbH (Pullach) die Anteile der PV Power Holding GmbH, an der die Solar Millennium AG mit über 50 Prozent beteiligt war. Die PV Power Holding GmbH entwickelt Photovoltaikprojekte in Italien.

Zudem wurden die Anteile der Blue Tower GmbH an die Concord Blue Engineering GmbH (Düsseldorf) veräußert, an der die Solar Millennium mit über 75 Prozent beteiligt war. Die Blue Tower GmbH vermarktet die sogenannte „Blue-Tower-Technologie“, mit der durch Zersetzung von Biomasse klimaneutrales Gas gewonnen werden kann.

Über den Kaufpreis schweigen sich die Parteien aus.

Quelle: Solar Millennium AG

Berlin, 29. März 2012, Der Deutsche Bundestag hat heute wichtige Grundlagen für einen nachhaltigen Ausbau der Photovoltaik in Deutschland gelegt. Die beschlossene Anpassung der Vergütung für Solarstrom hat zum Ziel, den Ausbau der Photovoltaik auf einen ökologisch und ökonomisch vernünftigen Ausbaupfad von rd. 2.500 bis 3.500 Megawatt pro Jahr zu führen und zugleich die Marktintegration der Erneuerbaren Energien voranzubringen.

Dabei lassen wir uns von folgenden Grundsätzen leiten:

  • Die verminderten Vergütungssätze orientieren Sich an den enormen Preissenkungen bei den Anlagen.
  • Das EEG ist ein Instrument zur Markteinführung. Mit der Novelle setzen wir deshalb Anreize für Eigenverbrauch und Marktintegration.
  • Bei sinkenden Anlagenpreisen und damit sinkenden Kosten für die Stromerzeugung unterhalb der Strompreise eröffnet sich für Photovoltaik Schritt für Schritt eine marktgetriebene Perspektive außerhalb der staatlichen Förderung.
  • Dort liegt die Zukunft für eine wettbewerbsfähige deutsche Solarindustrie.

Bundesumweltminister Röttgen: "Wir wollen die Energiewende erfolgreich umsetzen. Das erfordert Rahmenbedingungen, mit denen wir die Zubaumenge der Photovoltaik im Sinne von Netzstabilität und Kostenbegrenzung sinnvoll steuern und gleichzeitig die erfolgreiche deutsche PV-Industrie in Deutschland und auf dem Weltmarkt weiter erhalten."

Wesentliche Neuregelungen:

Die Vergütung wird zum 1. April 2012 abgesenkt und damit an die massiv gesunkenen Anlagenpreise angepasst. Die Vergütung verringert sich

  • für kleine Dachanlagen von jetzt 24,43 auf 19,50 ct/kWh (bis 10 kW);
  • für größere Dachanlagen von derzeit 21,98 auf 16,50 ct/kWh und für Freiflächenanlagen von derzeit 17,94 auf 13,50 ct/kWh.

Damit ziehen wir die nach dem geltenden EEG zum 1. Juli 2012 vorgesehene Absenkung von 15% vor und senken darüber hinaus die Vergütung um rd. 1 - 3 ct/kWh zusätzlich maßvoll ab. Dies ist notwendig, um die bestehende Überförderung abzubauen. Seit Ende 2010 bis Anfang 2012 sind die Kosten für die PV-Systeme um mehr 30% gefallen.

Zugleich wird dem Vertrauensschutz umfassend Rechnung getragen:

  • Große Dachanlagen erhalten die Vergütung nach altem Recht, wenn vor dem 24. Februar 2012 ein Netzanschlussbegehren gestellt wurde und die Inbetriebnahme bis 30. Juni 2012 erfolgt.
  • Anlagen auf Freiflächen erhalten die Vergütung nach altem Recht, wenn ein Planungsverfahren vor dem 1. März 2012 begonnen wurde (z.B. Aufstellungsbeschluss bei B-Plan-Verfahren) und die Inbetriebnahme bis 30. Juni 2012 erfolgt.
  • Anlagen auf Konversionsflächen erhalten die Vergütung nach altem Recht, wenn sie bis zum 30. September 2012 in Betrieb genommen werden.
  • Das Inkrafttreten für kleine Dachanlagen zum 1. April ist eine deutliche Verbesserung gegenüber dem ursprünglich ins Auge gefassten Termin 9. März.

Der bisherige atmende Deckel wird weiterentwickelt.

Die Degression der Einspeisevergütung wird von jährlichen auf monatliche Schritte umgestellt. Damit sollen Vorzieheffekte vermieden und der Ausbau verstetigt werden. Die Basisdegression beträgt 1% pro Monat und damit (abgezinst) 11,4% im Jahr. Die Höhe dieser Basisdegression entspricht derzeit dem technologischen Fortschritt und der erzielbaren Kostensenkung in der PV-Technologie. Die monatliche Degression erhöht sich, wenn der Zielkorridor überschritten wird und beträgt maximal 2,8% im Monat bzw. 29% im Jahr, wenn mehr als 7.500 Megawatt im Jahr installiert werden. Im Gegensatz zum bisherigen "atmenden Deckel", der selbst bei stagnierendem Ausbau eine Verringerung der Vergütungssätze vorsah, wird beim neuen „atmenden Deckel“ bei deutlicher Unterschreitung des Zielkorridors die Degression ausgesetzt bzw. die Vergütungssätze sogar erhöht.

Ein neues Marktintegrationsmodell wird eingeführt

Das EEG ist ein Markteinführungsinstrument und muss so gestaltet werden, dass die Technologien bei weiterer Kostensenkung aus der Förderung entlassen werden können. Bereits ab 2017 könnten erste Solaranlagen auch ohne Förderung auskommen. Dieser Übergang kann durch die Stärkung der Eigenverantwortung der Anlagenbetreiber erleichtert und beschleunigt werden. Zu diesem Zweck wird en Marktintegrationsmodell eingeführt. Kleinen Dachanlagen erhalten nur noch 80% des Stroms über das EEG vergütet, mittelgroße Anlagen 90%. Die restlichen 20 bzw. 10% der erzeugten Solarstrommenge können entweder selbst verbraucht und direkt vermarktet werden.

Für einen durchschnittlichen Haushalt ist ein Eigenverbrauchsanteil von 20% realistisch und lohnt sich bereits jetzt. Der Anlagenbetreiber spart die Kosten für den Haushaltsstrompreis in Höhe von 23 ct/kWh, das ist attraktiver als die EEG-Vergütung in Höhe von 19,5 ct/kWh.

Große Anlagen mit einer Leistung von mehr als 1 MW erhalten weiterhin 100% der eingespeisten Strommenge vergütet. Freiflächenanlagen bis 10 MW werden ebenfalls zu 100% vergütet. Das Marktintegrationsmodell wird damit auf Anlagen beschränkt, für ein Eigenverbrauch oder eine Direktvermarktung sinnvoll möglich sind.

Die Speicherförderung wird intensiviert

Die Bundesregierung wird ihre Aktivitäten im Bereich der Erforschung von Speichertechnologien intensiveren und Vorschläge für Programme zur Speicherförderung erarbeiten. Damit werden technische Innovationen im Bereich der dezentralen Erzeugung und von Smart Grids gestärkt.

Mit den beschlossenen Maßnahmen wird die Kosteneffizienz des EEG gestärkt und ein ökologisch und ökonomisch vernünftiger Ausbaupfad bis 2020 in Höhe von 52 Gigawatt installierter PV-Leistung realistisch. Das bedeutet für die Solarenergie im Jahre 2020 einen Anteil von rd. 8% am deutschen Strommix.

Quelle: BMU

 

Kahl am Main, 14. März 2012, Der Maschinenlieferant für Solarprodukte Singulus Technologies AG, konnte bereits am ersten Zeichnungstag der platzierten Unternehmensanleihe das Emissionsvolumen erreichen. Die Anleihe, mit einem Emissionsvolumen von rund 60 Mio. Euro, wurde in Deutschland, Österreich und Luxemburg sowie im Wege einer Privatplatzierung in angrenzenden Ländern platziert.

Dr.-Ing. Stefan Rinck, Vorsitzender des Vorstands der Singulus Technologies Aktiengesellschaft: „Wir freuen uns sehr über die positive Resonanz auf unsere Anleihe und werten die starke Nachfrage als Vertrauen in unser Unternehmen und unsere zukunftsfähigen Technologien für Blu-ray, Solar und Halbleitertechnik.“

Die Unternehmensanleihe ist mit 7,75 Prozent pro Jahr verzinst und hat eine Laufzeit von fünf Jahren. Die Anleihe wurde sowohl von institutionellen als auch von Privatanlegern nachgefragt. Hierdurch konnte eine breite Streuung der Investorenbasis erreicht werden. Wegen der vorzeitigen Schließung der Zeichnung wird voraussichtlich bereits ab dem 14. März 2012 ein Handel per Erscheinen in der Anleihe im Open Market der Deutsche Börse AG im Segment „Entry Standard für Anleihen“ der Frankfurter Wertpapierbörse eröffnet werden (ISIN: DE000A1MASJ4 / A1MASJ). Ausgabe- und Valutatag bleibt der 23. März 2012.

Die Nettoerlöse aus der Begebung der Anleihe werden von der Singulus Technologies Aktiengesellschaft für die Finanzierung von größeren Projekten im Geschäftsbereich Solar, den Ausbau der Systempartnerschaft mit Herstellern von Dünnschichtsolarzellen, die Entwicklung neuer Produkte für den Geschäftsbereich Solar und die Entwicklung von Produktionsanlagen für die nächste Generation Blu-ray Discs verwendet. Ferner beabsichtigt SINGULUS den Aufbau neuer Geschäftsfelder im Bereich der Vakuum-Beschichtungs-technologie durch Forschung und Entwicklung sowie durch Akquisitionen von Unternehmen oder Unternehmensteilen.

Ziel von SINGULUS ist es, sich in der Silizium- und Dünnschicht-Solartechnik an führender Stelle als Maschinenlieferant sowie als Entwicklungspartner für neue Zellkonzepte zu positionieren und im Optical Disc Bereich die Marktführerführerschaft für Dual-Layer Blu-ray Disc Fertigungsanlagen auszubauen. Zusätzlich prüft das Unternehmen Branchen und Arbeitsgebiete, in denen auf Basis des vorhandenen Know-hows im Bereich Vakuumbeschichtung weitere Marktsegmente erschlossen werden können.

Quelle: Singulus Technologies AG