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Waldaschaff, 18. Dezember 2012, Im Zusammenhang mit Photovoltaikanlagen wird regelmäßig kontrovers diskutiert, ob sich eine Schneeräumung der Module (manuell oder z. B. durch elektrisches Anwärmen) rentiert. Als Einrichtung für Photovoltaikforschung hat sich das TEC-Institut für technische Innovationen dieser Frage angenommen und einen entsprechenden Vergleichstest durchgeführt.

TEC-Report - Ertragsmaximierung bei Schnee - Photovoltaik

Vergleichstest an Megawatt-Solarpark

Die Untersuchung wurde an einer 1,24 Megawatt Freiflächenanlage im tschechischen Holysov durchgeführt, die der Photovoltaik-Anbieter ANTARIS SOLAR für den Test zur Verfügung stellte. Zum Vergleich wurden zwei PV-Arrays à 32,4 kWp ausgewählt, die jeweils mit 180 monokristallinen Modulen des Typs ANTARIS ASM 180 belegt, nach Süden ausgerichtet und auch hinsichtlich Neigungswinkel und Wechselrichtern identisch waren. Die Leistungs- und Ertragsdaten beider Arrays konnten separat ausgelesen werden. Im weiteren Vorgehen wurde nun der eine Anlagen-Abschnitt bei Schneefall einmal täglich gereinigt, der andere Abschnitt nicht. Schnee, der nach einer Reinigung gefallen war, wurde erst bei der Räumung am nächsten Tag entfernt. Insgesamt 68 Tage lang war während des Untersuchungszeitraums ein Anlagenteil mit Schnee bedeckt, wobei die Schneedecke zwischen 10 und 60 Zentimetern variierte.

Überraschendes Ergebnis – Schneeräumung bringt kaum Ertragsgewinn

Das Ergebnis der Vergleichstests fiel verblüffend aus: Nur etwa 1,4 Prozent des Jahresertrags wurden durch die regelmäßige Schneeräumung gewonnen. Diese Zahl ergibt sich aus der Gegenüberstellung der Erträge beider Versuchs-Arrays während der Schneephase und ihrer jeweiligen Jahreserträge. Während der Schneephase trug der geräumte Anlagenabschnitt ca. 3 Prozent zum Jahresertrag dieses Arrays bei. Beim ungeräumten Array machte der Ertrag während der Wintermonate ca. 1,6 Prozent des Jahresertrags aus. Aus diesen Vergleichsdaten ergeben sich die 1,4 Prozent des Gesamtjahresertrags, die durch die Schneereinigung der Module erzielt wurden.

Angesichts dieses Testergebnisses stellt sich also die grundsätzliche Frage, ob sich eine Schneeräumung bei Photovoltaikanlagen überhaupt rechnet, d.h. ob die Reinigungskosten nicht den relativ geringen Mehrertrag übersteigen. Zumal noch ein gewisser Selbstreinigungseffekt hinzukommt, da Schnee durch das eigene Gewicht teils von selbst von den Modulen abrutscht. So werden ganz von selbst Teile der Modulfläche frei und eine Stromproduktion – wenn auch nur im unteren Leistungsbereich – setzt ein.   

Download: TEC-Report „Ertragsmaximierung bei Schnee“

Quelle: TEC-Institut für technische Innovationen

Kommentare   

#2 Jörg 2013-05-31 10:06
Siliziumzellen sind aufgrund einer indirekten Bandlücke physikalisch bedingt im Schwachlicht extrem ineffizient. Daher ist diese Ergebnis nicht überraschend und kann nicht für CIG oder CdTe Zellen gelten, welche einen direkten Bandübergang ermöglichen.
Also ist die Aussage: Schneeräumen bringt nix falsch - und muss korriegiert werden in Schneeräumen auf Si Zellen bringt nix.
Dazu reichen aber auch ein paar Semester E-Technik und es braucht keiner Untersuchung - aber für Studenten sicher schönes Projekt.
+1 #1 Christoph 2012-12-18 11:57
Wow - ganz neue Erkenntnisse.

Die Studie wurde am 17. Oktober 2011 veröffentlicht

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