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Kommt die Solarpflicht 2022?

Das im April gefällte Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Klimaschutzgesetz der Bundesregierung fiel eindeutig aus: Deutschland muss sich im Klimaschutz stärker engagieren. Die Richter forderten die Bundesregierung auf, das Klimaschutzgesetz nachzubessern.

Das geschah auch: Das Bundesfinanzministerium veröffentlichte letzten Mittwoch das Klimaschutz-Sofortprogramm 2022. Es enthält neben neuen Regelungen für Wärmedämmung von Häusern und schärferen Vorgaben für die Windenergie auch eine Solarpflicht für Neubauten.

In einem ersten Entwurf des Sofort-Programms ist von einer bundesweiten Solarpflicht die Rede. So sollen die Standards für Neubauten verschärft und Haus- und Immobilienbesitzer zukünftig dazu verpflichtet werden, auf jedem neu errichteten Hausdach eine Photovoltaik- oder Solarthermieanlage zu installieren. Das Gleiche gilt bei größeren Dachsanierungen bei Bestandsbauten.

Der Bundesverband der deutschen Solarwirtschaft (BSW) begrüßt die Empfehlung der Bundesregierung. Über das Sofortprogramm könnte der Solaranlagenausbau in Deutschland deutlich beschleunigt werden, wenn das Gesetz noch in dieser Legislaturperiode, d. h. in den beiden noch verbleibenden Sitzungswochen des Bundestages verabschiedet würde, so der Appell des BSW an den Bundestag.

Am 23.06.2021 soll das Klimaschutzprogramm vom Kabinett beschlossen werden. Innerhalb der Bundesregierung wird über den Entwurf aber noch diskutiert. Ob der Bundestag noch vor der Wahl im September darüber entscheidet, bleibt abzuwarten.

Tagesschau-Video zum Klimaschutz-Sofortprogramm der Bundesregierung

Versicherungsschutz, wenn der Wechselrichter streikt?

Der Wechselrichter, häufig auch Inverter genannt, ist ein wesentlicher Bestandteil einer Solaranlage. Seine Aufgabe ist es, den gewonnenen Gleichstrom in Wechselstrom umzuwandeln. Funktioniert er nicht richtig, kann er eine Solaranlage stilllegen. Das ist für den Betreiber sehr ärgerlich, denn es entstehen nicht nur Kosten für die Reparatur oder für ein Neugerät, sondern es entsteht auch Ertragsausfall für den Zeitraum, an dem die Anlage keinen Strom einspeisen konnte.

Die Betriebszeit eines Wechselrichters ist begrenzt

Ein Wechselrichter ist deutlich störanfälliger und weniger robust als ein Solarmodul. Er steht für eine der häufigsten Ursachen für Störungen an einer Photovoltaikanlage. Das liegt an der elektrischen Beanspruchung der Schaltung, die über den Betriebszeitraum einen Verschleiß hervorrufen kann. Neben den ständigen Strom- und Spannungsschwankungen setzen auch äußere Einflüsse wie hohe Temperaturen, Staub und Feuchtigkeit den Geräten zu und beschleunigen so den Alterungsprozess.

Es ist also wahrscheinlich, dass es innerhalb der Lebenszeit einer Photovoltaikanlage zu einem Defekt am Wechselrichter kommt und dieser repariert oder ersetzt werden muss. Die durchschnittliche Lebensdauer eines Wechselrichters liegt zwischen 10 und 15 Jahren. Nur wenige Modelle erreichen eine Lebensdauer von über 20 Jahren.

Ist ein Wechselrichter versichert?

In speziellen Photovoltaik-Versicherungen sind alle Bauteile, die zum ordentlichen Betrieb einer Solaranlage gehören, mitversichert. Dazu zählt auch der Wechselrichter. Die Versicherung leistet, wenn es sich um ein Schadenereignis handelt, das von außen und unvorhergesehen auf die Anlage einwirkt. Wird die PV-Anlage beispielsweise von einem Gewitterblitz getroffen und der Wechselrichter durch die erzeugte Überspannung zerstört, besteht Versicherungsschutz, sofern der Versicherungsnehmer die äußere Schadeneinwirkung nachweisen kann.

Was bedeutet „Innerer Betriebsschaden“?

Es gibt Photovoltaikanlagen-Versicherer die einen Defekt an einem Wechselrichter auch dann entschädigen, wenn dieser nicht von einer versicherten Gefahr, wie zum Beispiel von einer Überspannung oder einem Kurzschluss verursacht wurde. So ein Sachschaden wird als „Innerer Betriebsschaden“ bezeichnet. Der liegt beispielsweise vor, wenn ein Defekt an einem elektronischen Bauteil im Wechselrichter dafür sorgt, dass das Gerät nicht mehr einwandfrei funktioniert.Schäden im Rahmen der Herstellergarantie sind hiervon natürlich ausgenommen. Dafür muss der Hersteller geradestehen. Auch bei betriebsbedingter Abnutzung bzw. Geräteverschleiß besteht kein Versicherungsschutz.

Was beim „Inneren Betriebsschaden“ zu beachten ist!

Bis zu 2.500 Euro Schadenersatz leistet die INTER-Versicherung bei Inneren Betriebsschaden an Wechselrichtern, wenn sich das Gerät nicht länger als zehn Jahre in Betrieb befunden hat. Die VHV-Versicherung ersetzt Innere Betriebsschäden an Wechselrichtern bis zu 1.600 Euro. Voraussetzung: Das Gerät ist zum Zeitpunkt des Schadens nicht älter als zwölf Jahre.

Die Condor- und die ZURICH-Versicherung legen sich nicht auf eine zeitliche Begrenzung hinsichtlich der Lebensdauer eines Inverters fest. Aus der Erfahrung heraus gehen beide Versicherer von einem Lebenszyklus von zehn Jahren aus. Bei Defekten an Geräten, die älter als zehn Jahre sind, gehen die Versicherer zunächst von einem altersbedingten Verschleißschaden aus. Im Einzelfall ziehen die Versicherer einen Sachverständigen oder Gutachter hinzu, um die Schadenursache des Gerätedefekts genau zu ermitteln.  

Wird bei Inneren Betriebsschäden auch der Ertragsausfall vergütet?

Photovoltaik-Versicherungen mit der Klausel „Innerer Betriebsschaden“ ersetzen neben der Reparatur oder einem Neugerät bis zu einem bestimmten Euro-Wert für den Zeitraum des Anlagenstillstands auch den Ertragsausfall. Die VHV-Versicherung übernimmt bis zu 1.000 Euro, die INTER-Versicherung bis zu 2.500 Euro.

Sie sehen, wie wichtig es ist, sich vor Abschluss einer Photovoltaikanlagen-Versicherung ausführlich zu informieren.

Umfassenden Versicherungsschutzschutz inklusive Innerer Betriebsschäden und Ertragsausfallversicherung erhalten Sie bereits ab 75 Euro netto im Jahr. Nähere Informationen und Tarifrechner finden Sie auf: www.rosa-photovoltaik.de

Förderprogramme Solarspeicher

Weil klimaneutral produzierter Solarstrom nicht jederzeit in gleichem Umfang zur Verfügung steht, sind Energiespeicher eine wichtige wie sinnvolle Investition in die Zukunft.

Mit Batteriespeichern lässt sich der Eigenverbrauch an Solarstrom erhöhen und der Zukauf von teurem Netzstrom erheblich reduzieren. Für Stromspeicher gibt es in den Bundesländern mittlerweile verschiedene Förderprogramme, mit denen Sie die Anschaffungskosten deutlich reduzieren können.

Welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, was gefördert wird und wie hoch der jeweilige Förderzuschuss ausfällt, dass erfahren Sie anschaulich präsentiert über den nachfolgenden Link des Energiespeicherherstellers Tesvolt. Darüber hinaus erhalten Sie weitergehende Informationen bis zum Antragsformular.

Hier geht es zu den Förderprogrammübersichten für Energiespeicher nach Bundesland:

https://bit.ly/3tKsn7D

Lokale oder regionale Förderprogramme für Photovoltaik-Anlagen

https://bit.ly/3cTgh5n

Wenn Sie die Solaranlage einschließlich Energiespeicher und Ladestation optimal absichern möchten, dann informieren Sie sich über die speziellen Deckungskonzepte von rosa-photovoltaik.de. Hierbei handelt es sich um exklusive Versicherungslösungen, die mit namhaften Versicherern ausgehandelt wurden und die nur über rosa-photovoltaik erhältlich sind.

Versicherungsschutz für Ihre Photovoltaikanlage erhalten Sie bereits ab 58 Euro netto im Jahr. Nähere Informationen und Tarifrechner finden Sie auf: www.rosa-photovoltaik.de

Stromerzeugung und Nutzpflanzenanbau auf einer Fläche

Deutschland hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2050 klimaneutral zu sein. Das ist auch dringend notwendig, denn der Klimawandel macht sich überall bemerkbar. Besonders in der Natur und in der Landwirtschaft sind die Auswirkungen besonders spürbar. Um das ambitionierte Klimaziel zu erreichen, müssen die erneubaren Energien weiter ausgebaut werden. Dazu zählen in verstärktem Maße Photovoltaikanlagen.

Klimaneutralität über Solarstromerzeugung

Um Klimaneutralität mit Solarstrom zu gewährleisten, müsste nach Berechnungen des Fraunhofer Instituts die in Deutschland installierte Solar-Kapazität bis 2050 um den Faktor acht bis zehn erhöht werden.

Wir benötigen somit einen massiven Ausbau der Solarstromproduktion. Die Stromgewinnung über Solarkraft wird sich langfristig zu einer wichtigen Säule der Energieversorgung etablieren, ist aber mit einem hohen Flächenbedarf verbunden.

Strom- und Lebensmittelproduktion auf einer Fläche

Aufgrund steigender Nachfrage an Solarstrom wächst auf der anderen Seite der Bedarf an der dafür notwendigen Fläche. Durch den Bau neuer Siedlungen und Straßen wird landwirtschaftliche Fläche aber immer kleiner. Doch es gibt einen Weg, mit der sich Photovoltaik und Photosynthese sehr gut miteinander kombinieren lassen.

Eine mögliche Lösung für dieses Problem könnte das Agri-Photovoltaik-Konzept (APV) liefern. Dahinter verbirgt sich die intelligente Doppelnutzung einer Fläche für Landwirtschaft und Solarstromerzeugung gleichermaßen. Landwirte könnten sich dadurch eine zusätzliche Einnahmequelle erschließen, ohne dabei auf fruchtbaren Ackerboden für die landwirtschaftliche Nahrungsmittelproduktion zu verzichten.

In der Praxis wird eine Photovoltaikanlage einige Meter über dem Boden installiert, sodass Traktoren oder andere landwirtschaftliche Maschinen noch darunter durchfahren können. Somit lassen sich auf beiden Ebenen entsprechende Ernten einfahren.

Wie wir wissen, stellt der Klimawandel die hiesige Landwirtschaft vor große Probleme. Wasserknappheit, Wetterextreme und der Anstieg der Temperaturen setzten den Pflanzen und Böden speziell in den Sommermonaten extrem zu. Forschungsprojekte zeigen aber, dass spezielle APV-Solarkollektoren den darunterliegenden Anbauflächen einen besonderen Schutz vor zu hoher Sonneneinstrahlung, Hitze, Trockenheit und Hagelschlag bieten. Ernteerträge entwickelten sich deutlich besser.

Prädestiniert für das Agri-Photovoltaik-Konzept sind landwirtschaftliche Betriebe, Gemeinden sowie klein- und mittelständige Unternehmen.

Nähere Informationen zur Nutzung von Agri-PV finden Sie im Leitfaden

„Agri-Photovoltaik – Chance für Landwirtschaft und Energiewende“ des Fraunhofer-Instituts. Hier geht es zum PDF

Landwirtschaftlich genutzte Solaranlagen bestens versichert

Wird die Freiflächenanlage durch einen äußeren Einfluss wie durch Blitz, Sturm, Hagel, Schneedruck, Frost, Tierverbiss oder Überschwemmung beschädigt oder zerstört, können hohe Reparaturkosten die Folge sein. Solaranlagenbetreiber sollten sich davor schützen: Mit einer leistungsstarken Photovoltaik-Freiflächenversicherung, die im Schadenfall für den entstandenen Sachschaden und dem sich daraus ergebenen Ertragsausfall aufkommt.

Auf dessen Grundlage unseres Risikofragebogens erstellen wir Ihnen über unsere Deckungsgeber gerne ein individuelles Angebot. Hier geht es zum Fragebogen

Neben Freiflächen- und Solarparkversicherungen können Sie über www.rosa-photovoltaik.de auch Betreiberhaftpflicht- und Montageversicherungen schnell und bequem online beantragen.

Kommt die Solare Baupflicht?

Immer mehr Bundesländer und Kommunen setzen auf die solare Baupflicht. Mit der sogenannten Solar- oder Photovoltaikpflicht werden Eigentümer von Neu- und Bestandsbauten per Gesetz zum Einbau von solarthermischen oder Photovoltaik-Anlagen verpflichtet. Sie gilt für alle Neubauten sowie für den Bestand im Falle einer grundlegenden Dachsanierung.

Die erste Stadt in Deutschland, die 2006 die Solaranlagenpflicht für Neubauten einführte, war die Stadt Waiblingen in Baden-Württemberg.

Als erster deutscher Stadtstaat hat Hamburg die Pflicht zur Installation von Solaranlagen gesetzlich vorgeschrieben. Sie gilt für Neubaudächer ab dem Jahr 2023. Für Bestandsgebäude, bei denen das Dach erneuert wird, greift die Pflicht ab dem Jahr 2025.

Im Juni letzten Jahres hatte die Bremer Bürgerschaft beschlossen, dass in Bremen und in Bremerhaven bis 2030 auf allen Neubaudächern und bei großen Dachsanierungen Solaranlagen verpflichtend zu installieren sind.

Auch in Bayern soll ab 2022 die solare Baupflicht gelten. Ab 2021 für gewerbliche Neubauten und ab 2022 auch für private Neubauten.

Jetzt soll die Bundeshauptstadt Berlin folgen. Für das Inkrafttreten des Solargesetzes fehlt nur noch die Zustimmung des Abgeordnetenhauses. Die Solarpflicht könnte ab dem 01.01.2023 in Kraft treten. Erklärtes Ziel ist es, dass bis spätestens 2050 ein Viertel des Berliner Strombedarfs aus Solarenergie gedeckt werden soll.

In Schleswig-Holstein liegt ein Entwurf zur Änderung des Energiewende- und Klimaschutzgesetzes vor, der den Ausbau von Photovoltaikanlagen forcieren soll. Gepalnt ist, dass das neue Gesetz noch vor der Landtagswahl 2022 wirksam wird.

Im Einzelfall gibt es aber auch Ausnahmen, die Hauseigentümer oder Bauherren von der Solarpflicht entbinden. Wenn zum Beispiel die Dachfläche nach Norden ausgerichtet ist oder das Gebäude unter Denkmalschutz steht. Es muss auch keine Solaranlage gebaut werden, wenn die Anlage ein Sicherheitsproblem darstellt oder die Errichtung technisch nicht wirtschaftlich oder nicht möglich ist, weil zum Beispiel der Dachstuhl das Gewicht einer Photovoltaikanlage nicht trägt. Auch ein Haus, dessen Dachfläche bereits von einer Solarthermie-Anlage belegt ist, kann von der Solarpflicht befreit werden. Die Abweichungen müssen aber von einem Solar-Experten nachgewiesen und bestätigt werden.

Auch andere Bundesländer liebäugeln mit dem der Solarpflicht, denn die Zeit drängt, zumal die EU die Klimaschutzziele verschärft hat. Bis 2030 sollen die CO2-Emissionen um 55% reduziert werden. Der notwendige Zubau von Photovoltaikanlagen wird in der Zeit von 2021 bis 2030 gemäß einer Studie vom Fraunhofer-Institut auf 10,5 bis 14,8 Gigawatt pro Jahr geschätzt. Das ist deutlich mehr, als in Deutschland derzeit gebaut wird. Im Jahr 2020 waren es „nur“ 5 Gigawatt.

Vor dem Hintergrund der globalen Erderwärmung wäre es wünschenswert, die klimaneutrale Solarstromentwicklung so schnell wie möglich weiter voran zu bringen.