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Marktentwicklung

Triefenstein, 06. Juni 2013, Österreich ist eine Reise wert. Nicht nur in Sachen Urlaub und Erholung, sondern auch im Bereich Photovoltaik und Energiewende. Wie bereits angekündigt haben wir uns auf den Weg nach Österreich gemacht, um dort mit über fünfzehn verschiedenen Solarunternehmen über den dortigen Solarmarkt zu sprechen (Wir berichteten: Photovoltaik in Österreich - Große Österreich-Tour geplant). Unsere Tour ging vom Vorarlberg, über Tirol bis nach Wien. Eine zweite und eventuell sogar eine dritte Tour ist geplant und soll die übrigen Bundesländer abdecken. Da unsere Österreichtour von verschiedenen Unternehmen aus Deutschland gesponsert wurde, haben wir nach jedem Gespräch entsprechende Unterlagen der Sponsoren übergeben.

Die Tour begann im Vorarlberg: Was viele vielleicht nicht wissen und auch für uns völlig neu war, ist, dass es 2003 im Vorarlberg einen kleinen Photovoltaik-Boom gab. In diesem Jahr wurde insgesamt 8 MW an PV-Leistung installiert. Demnach war das Bundesland Vorarlberg auch der offizielle Vorreiter des heutigen Ökostromgesetzes, dem österreichischen EEG (Erneuerbare-Energien-Gesetz). Vielleicht ist das Bundesland auch der Initiator der Energiewende!?

Das Bundesland Vorarlberg war gefühlt eigentlich der Fleck von den drei besuchten Bundesländern in Österreich, wo anscheindend wirklich in Sachen Photovoltaik und Energiewende etwas bewegt wird. Relativ viele Dächer sind mit Solaranlagen bestückt und erzeugen sauberen Solarstrom. Auch Solarthermie ist auf vielen Dächern anzutreffen. Solarparks konnten wir auf unserer Tour lediglich auf der Fahrt nach Wien von der Autobahn aus sichten. Die typische Anlagengröße in Österreich ist im Bereich 5 kWp zu finden. Der Grund: PV-Anlagen größer 5 kWp profitieren von der Einspeisung je Kilowattstunde für 13 Jahre. Alle Solarstromanlagen darunter erhalten lediglich einen einmaligen Förderzuschuss je installiertem Kilowattpeak.  

Der Kunde steht im Mittelpunkt

Im kleinen Ort Frastanz besuchten wir das Unternehmen Netzer Elektrotechnik, welches sich vielmehr als Projektentwickler und nicht als ein klassisches Solarteur-Unternehmen sieht. Im vergangenen Jahr hat das Unternehmen 800 kWp projektiert, in diesem Jahr immerhin schon 500 kWp. Die ausführenden Tätigkeiten übernehmen Subunternehmen mit dem entsprechenden Know how und der fachlichen Ausbildung. Der Geschäftsführer Alexander Netzer setzt seit Unternehmensgründung im Jahr 2009 viel Wert auf Qualität. Kunden die bei Netzer möglichst günstig eine Anlage erwerben möchten und bei denen die Anlagenkomponenten keinen hohen Stellenwert einnehmen, bedient Netzer erst gar nicht. Nicht aus Arroganz, sondern wegen des hohen Qualitätsbewusstseins das er zielstrebig verfolgt. Schließlich baut sein Unternehmen auf erfolgreiche Mund-zu-Mund-Propaganda auf. Unzufriedene Kunden möchte sich Netzer nicht leisten. Auf Werbung in diversen Medien kann Netzer auf Grund erfolgreicher Mund-zu-Mund- Propaganda vollständig verzichten. Den Mehrwert, den er seinen Kunden bietet, sieht er eindeutig im Know how-Vorsprung, in der angebotenen Qualität und darin, dass Kunden von ihm eine schlüsselfertige Solaranlage zu einem Festpreis erhalten.

Der Kunde steht für Geschäftsführer Alexander Netzer im Mittelpunkt. Netzer bietet seinen Kunden hauptsächlich europäische Solarhersteller an. Im Portfolio hat das Unternehmen den deutschen Solarmodul-Hersteller Solarwatt, die Montagesystemhersteller Schletter und SST Solar (Österreich) sowie die Wechselrichterhersteller SMA, Siemens und Refu. Die Komponenten werden vorwiegend über das Unternehmen ATB-Becker aus Tirol bezogen, der in Österreich als einer der Solarpioniere gilt. Zum Thema Schutzzölle auf Solarmodule hat Netzer eine eigene Meinung. Aus seiner Sicht wäre die Einführung von Schutzzöllen, wenn auch nur zeitlich begrenzt, eine Art Marktbereinigung.

Innovationen made in Österreich

Das Unternehmen ITC Solar GmbH aus Satteins ist auf die Planung, Projektierung und Realisierung von Photovoltaik-Stromkraftwerken spezialisiert. ITC Solar ist nicht nur in Österreich, sondern auch europaweit und insbesondere in den Vereinigten Arabischen Emiraten aktiv. Geschäftsführer Andreas Lechthaler gewährte uns exklusiven Einblick in zahlreiche Innovationen seines Unternehmens. So durften wir die Pläne und Modelle eines speziellen Hybrid-Solarmoduls begutachten, welches Strom und gleichzeitig überschüssige Wärme ableitet. In den Gegenden der Vereinigten Emiraten nämlich führt jedes Grad zuviel zu Ertragsverlusten. Hier muss die Wärme vom Solarmodul kontinuierlich abgeleitet werden. Zahlreiche Patente besitzt das Unternehmen bereits. Lechthaler setzt beim Bau von Solaranlagen nicht nur auf Qualität, sondern auch auf die Optik und Beweglichtkeit. So werden Solaranlage als optisch geschlossene Systeme beim Kunden verbaut. Jedoch bleibt die Solaranlage durch eine flexible Lagerung sehr beweglich. Dies ist wichtig, da das Metall des Montagesystems arbeitet und ständig in Bewegung ist.

Solaranlage von ITC Solar GmbH

Bild: Optisch geschlossene Solaranlage von ITC Solar

Wir haben einen Ruf zu verlieren

Bereits seit dem Jahr 1998 ist das Unternehmen energia solar auf dem Markt. Das Unternehmen bietet neben Photovoltaikanlagen auch Solarthermie-Anlagen an. Genau genommen hat das Unternehmen seinen Ursprung aus dem bereits seit 114 Jahren bestehenden Dachdecker-Unternehmen. Seit 1898 nämlich ist der Name „Lins“ ein Begriff, wenn es in Vorarlberg um das Dach oder die Fassade geht. Annähernd 200 Solarstromanlagen hat das Unternehmen schon installiert. Spezialisiert hat sich das Unternehmen auf 5 kWp-Solaranlagen, die in Zusammenarbeit mit Subunternehmen realisiert werden. Geschäftsführer und Dachdeckermeister Matthias Lins beschäftigt rund 20 Mitarbeiter und ist der Auffassung, dass es für jeden Bereich auch entsprechende Fachkräfte geben muss. So kümmert sich energia solar um die Planung, Projektierung und Antragsstellung, die Ausführung jedoch obliegt den geschulten Fachkräften, mit denen schon eine jahrelange Kooperation besteht.

energie solar aus Österreich

Bild: Das Unternehmen energie solar aus Österreich

Auch für Lins kommen ausschließlich europäische Solarhersteller zum Einsatz. Schließlich hat das Unternehmen einen Ruf zu bewahren, den man sich durch den Einsatz von Billigprodukten nicht ruinieren möchte. Für den Kunden darf die Solaranlage dann auch schon mal ein wenig mehr Kosten. Schließlich bedient das Unternehmen qualitätsorientierte Kunden, denen man auch noch nach Feierabend begegnen möchte. Lins bevorzugt Hersteller wie Solarwatt, Kostal und SMA. Bei SMA lobt Lins den hervorragenden After-Sales-Service, der seinesgleichen sucht. Bezogen wird die Ware über den Distributor MHH Solartechnik aus Deutschland, jetzt BayWa r.e. Solarsysteme.

Da das Unternehmen Lins in der Region einen guten Ruf besitzt, läuft auch hier die Werbung erfolgreich über Mund-zu-Mund-Propaganda. Der Bekanntheitsgrad bringt laut Geschäftsführer Lins die meisten Kunden. Aber auch Anzeigen in Regionalzeitungen werden in regelmäßigen Abständen geschalten. Seinen Mehrwert sieht Lins in der Qualität, in der fachgerechten Verarbeitung und Installation sowie auf Sonderlösungen, gerade was den Fokus auf das Dach angeht.

Solarprodukte aus China sind absatzstark

SIBLIK ELEKTRIK mit Sitz in Wien ist ein traditioneller Elektrofachhandel und wurde im Jahr 1938 gegründet. Das Unternehmen beschäftigt mehr als 120 Mitarbeiter und ist auch Händler von Solarkomponenten. Wie uns Produktmanager und Leiter der Abteilung Erneuerbare Energie Andreas Pecha mitteilt, beliefert das Unternehmen zahlreiche B2B-Kunden aus ganz Österreich. Typischerweise werden Solaranlagen zwischen 3 und 5 kWp geliefert. Im letzten Jahr konnte Siblik seine Position als einer der größten Photovoltaik-Händler  Österreichs behaupten. Hauptsächlich, so Pecha, sind bei den Kunden Produkte aus Asien gefragt. Demnach besteht das Produktportfolio aus den Solarmodulherstellern Panasonic, LG Solar, UpSolar und Trina Solar. Bei Wechselrichtern setzt SIBLIK auf SMA, Kostal und Fronius. Beim Montagesystem ist der Elektro-Fachhandel von Schletter überzeugt. Als Fachhandel mit Tradition wird ganz klassisch über diverse Fachzeitschriften geworben. Das steigert den Bekanntheitsgrad und festigt in den Augen der Kunden die Marke SIBLIK. Den eigenen Mehrwert sieht das Unternehmen in der kompetenten Planungsunterstützung seiner Kunden und beim Verkauf von Komplettanlagen.

Wir haben noch weitere Solarfirmen besucht und interessante Gespräche geführt. Unter anderem wurden ATB-Becker, DOMA Solartechnik, stromaufwärts Photovoltaik und viele weitere besucht. Österreich hat eigentlich alles, was zum Bau einer Solaranlage benötigt wird. Es gibt neben Solarmodulhersteller, Wechselrichterhersteller und Montagesystemhersteller auch Solarteure und die entsprechenden Fachhändler. Die Preise von schlüsselfertigen Solarsystemen liegen, je nach Anlagengröße und Aufwand, zwischen 1.800 und 2.500 Euro netto. Das liegt unter anderem daran, da in Österreich ein etwas höheres Lohnniveau und kein geregelter Markt wie beispielsweise in Deutschland besteht.

Bürokratie wird groß geschrieben

Fakt ist: In Österreich ist die Antragsstellung, bei Solaranlagen mit einer Leistung größer 5 kWp, ein zeitfressender Papiertiger. So beklagen alle Solarteure das Fördersystem, welches regelmäßig zu Jahresbeginn Gelder zur Verfügung stellt. D.h. im Klartext, dass der Fördertopf zu Beginn eines Jahres wieder aufgefüllt wird und die Förderungen nach dem First-In First-Out Prinzip vergeben werden. So müssen zwangsläufig alle Solarteure, welche die Antragsstellung für ihre Kunden übernehmen, die Silvesternacht vor dem Computer verbringen und pünktlich zum Jahreswechsel die Anträge versenden. Schon nach wenigen Stunden ist der Fördertopf leer und zahlreiche Bauherren landen auf einer Warteliste.

Das Fördersystem gleicht einem Lotteriespiel. Viele Bauherren wissen daher schon vorher, dass die Möglichkeit besteht, nicht in den Genuss einer Förderung zu kommen. Etwa 50% der Bauwilligen leben ganz gut ohne Förderung und die Übrigen warten bis nächstes Jahr, bis der Topf wieder gefüllt wird. Der Bau einer Anlage ist deshalb für viele kein Finanzprodukt, sondern vielmehr das Streben nach Autarkie. Das loslösen von Energieversorgern sozusagen, auch wenn der Eigenverbrauch nur um die 30% beträgt. Immerhin, der Österreicher denkt nicht in Rendite. Die häufigste Frage die Solarteure daher von ihren Kunden gestellt bekommen ist, "rechnet sich die Investition und wann?". Die Frage geht ganz klar in Richtung Amortisationszeit.

Der typische Kunde in Österreich

Der typische Kunde in Österreich sieht wie folgt aus: Der Kunde ist ein Privathaushalt und installiert eine Solarstromanlage größer 5 kWp. Dabei setzt er hauptsächlich auf Qualität und europäische Solarkomponenten. Hoch im Kurs stehen Glas-Glas-Solarmodule, gerade wegen den höheren Schneelasten. Die Wechselrichter müssen wegen den Anforderungen dreiphasig sein, wodurch Kostal noch vor wenigen Jahren einer der gefragtesten Wechselrichterhersteller war. Unverständnis herrscht bei den Kunden in Sachen Fördersystem. Über 50% der Kunden finanzieren die PV-Anlage über einen Kredit, die andere Hälfte finanziert die Anlage mit dem ersparten Geld. Bei einer Kreditaufnahme wird in einigen Fällen die Anlage durch die Bank mit einem Eigentumsvorbehalt versehen. Ansonsten handelt es sich um einen einfachen Kredit mit den üblichen Sicherheiten. Die Anlage amortisiert sich ohne Förderung erst nach 12 bis 15 Jahren. Das nehmen dennoch viele in Kauf, denn die Österreicher nehmen die Energiewende überaus ernst.

Solarverband Photovoltaic Austria

Sofern man sich schon in Wien auffhält, ist natürlich ein Besuch beim Photovoltaikverband "Photovoltaic Austria" Pflicht. Wir haben mit dem Verbandspräsidenten und Buchautor Dr. Hans Kronberger über den Photovoltaikmarkt in Österreich gesprochen. "Der Solarmarkt in Österreich läuft seiner Meinung nach hervorragend. Bis zum Jahresende werden wir voraussichtlich 260 MW an Photovoltaikleistung installiert haben", so Präsident Kronberger. Wir haben die Problematik mit den Förderanträgen im Bereich "Solaranlagen größer 5 kWp" angesprochen. "Höchstwahrscheinlich wird im nächsten Jahr die Antragsstellung entsprechend geändert und vereinfacht. Im Moment ist der Ablauf beim Einreichen der Anträge für alle Beteiligten einfach nur ärgerlich."

Last but not least, haben wir unseren Kooperationspartner Dachgold in Wien besucht. Geschäftsführerin Cornelia Daniel hatte in Kooperation mit unserem Unternehmen die Studie "Ermittlung der Preise von Solarstromanlagen in Österreich 2012" durchgeführt. Erstaunlicherweise ist diese Studie bei vielen Unternehmen in Österreich bekannt. Nicht zuletzt deshalb, da beim diesjährigen Photovoltaikkongress in Wien auch Auszüge aus der Photovoltaikstudie einem breiten Publikum präsentiert wurden. Laut Cornelia Daniel hat Österreich eine Menge Potential, welches durch das derzeitige Fördersystem nicht voll ausgeschöpft werden kann. Ihr Unternehmen Dachgold hat sich darauf spezialisiert, die Wirtschaftlichkeit von gewerblichen Photovoltaikanlagen und Solarthermieheizwerken zu ermitteln. Daniel berät Kunden ausführlich in den Bereichen Photovoltaik und Solarthermie. Zudem ist sie verantwortlich für das Blog Ecoquent-Positions, welches ein Projekt der Ritter-Gruppe ist.

Das Fazit unserer Österreichtour, die wir in einigen Monaten fortführen möchten: Die Stimmung in Österreich ist gut, auch wenn die Bürokratie den Marktteilnehmern und investitionswilligen Bauherren ab und an die Laune verdirbt. Durch die richtige Einstellung der Bevölkerung zur Energiewende befindet sich Österreich im Bereich Photovoltaik ganz klar auf dem Vormarsch.

Wenn Sie ebenfalls Interesse daran haben, dass wir Sie in Österreich in Ihrem Unternehmen besuchen, dann schreiben Sie uns einfach eine Email (info[at]photovoltaik-guide.de). Wir freuen uns!

Quelle: photovoltaik-guide.de - Michael Ziegler


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Triefenstein, 04. Juni 2013 – Die Gehälter in der Photovoltaikbranche sind gegenüber dem Vorjahr nur um 1,63% gestiegen. Die Beschäftigten sind im Vergleich zum Vorjahr unzufriedener mit ihrem Gehalt und zugleich hat die Sorge um den Arbeitsplatz auf Grund der schwierigen Marktlage erheblich zugenommen. Die Stimmung bei den Beschäftigten ist auf dem Tiefpunkt angelangt. Über 26% denken über einen Arbeitsplatzwechsel nach. Das sind nur einige zentrale Ergebnisse der aktuellen „Gehaltsstudie 2012/2013 – Das verdient die Solarbranche wirklich“ des Marktforschungsunternehmens PhotovoltaikZentrum – Michael Ziegler. Die Gehaltsstudie, in der die Gehälter von über 6.600 Beschäftigten aus der PV-Branche ausgewertet wurden, erscheint bereits zum vierten Mal. Die Daten gehen aus einer Onlineumfrage hervor, die über das Panel Photovoltaikumfrage® in einem Zeitraum von mehreren Monaten erhoben wurden.

Photovoltaikstudie: Gehälter von Vollzeitkräften nach Bundesländer

 

Bild: Gehälter von Vollzeitkräften nach Bundesländer

Wichtige Entscheidungshilfe nicht nur für Personaler

Die Gehaltsstudie, die jährlich die durchschnittlichen Einkommen von Beschäftigten verschiedener Bereiche und Positionen aus der Solarbranche offenlegt, ist mittlerweile eine wichtige Entscheidungshilfe für Unternehmen und Verbände in und außerhalb der Solarbranche. Auch in diesem Jahr wurde die Studie um relevante Daten und Grafiken erweitert. So liefert die Gehaltsstudie nun Antworten darauf, ob Beschäftigte eine Gehaltserhöhung erhalten haben oder erwarten, ob in den Unternehmen Tarifverträge existieren und ob der Wunsch besteht, den Arbeitsplatz wechseln zu wollen. Erstmals wurde auch die Motivation der Arbeitnehmer abgefragt und diese ist erschreckend niedrig.

Gehälter/Löhne leicht gestiegen

Insgesamt sind die Gehälter in der Photovoltaikindustrie um 600 Euro brutto auf 37.400 € im Median gestiegen (Median 2010/2011: 36.000 € / 2011/2012: 36.800 €). In Bezug auf die Gehaltssituation konnte gegenüber dem Vorjahr eine Gehaltssteigerung von lediglich 1,63% ermittelt werden. Diese Verbesserung der Vergütung kam vor allem höher qualifizierten Arbeitnehmern, gut ausgebildeten Fachkräften (beispielsweise aus den Bereichen Forschung und Entwicklung und Ingenieurwesen) sowie Führungskräften zugute. Auch Leiharbeiter konnten ihre Vergütung geringfügig steigern, die Gehälter von befristet Beschäftigten sanken jedoch leicht. Gehaltssenkungen mussten in diesem Jahr auch Mitarbeiter im Lohn-Mittelfeld, beispielsweise aus den Bereichen Einkauf, Marketing und Vertrieb, verkraften. Die Entlohnung von niedrig qualifizierten Arbeitnehmern (beispielsweise aus den Abteilungen Sachbearbeitung, Sekretariat, Lager und Versand) verschlechterte sich erneut.

Drastische Gehaltsunterschiede

Auch im Hinblick auf die Entgeltgleichheit zwischen Männern und Frauen hat sich gegenüber dem Vorjahr eine signifikante Verschlechterung abgezeichnet. Die Einkommenskluft beträgt inzwischen knapp 20% (Vorjahr: 17,38%). Hinsichtlich der Bezahlung von Zeit- bzw. Leiharbeitern hat sich eine  leichte Verbesserung eingestellt, dennoch erhalten sie im noch immer am wenigsten Gehalt im Gegensatz zu Festangestellten. Auch das Ost-West-Gefälle hat sich weiter verschärft, wobei sich gerade die Gehälter im Osten sehr verschlechtert haben. In Brandenburg verdienen Beschäftigte noch immer am wenigsten und Hessen löst mit den höchsten Gehältern den Jahresvorreiter Rheinland-Pfalz ab.

Variable Entgeltbestandteile

Die Hälfte der Beschäftigten in der Solarindustrie erhält inzwischen variable Entgeltbestandteile. Der Anteil am Gesamtgehalt ist gestiegen und beträgt über 19% (Vorjahr: 15%). An vorderster Stelle der vom Arbeitgeber gewährten Zusatzleistungen rangierten auch in diesem Jahr Bonus- und Prämienzahlungen. Knapp 29% der Befragten konnten von dieser Leistung profitieren. Fast 13% erhalten als variablen Entgeltbestandteil eine Gewinnbeteiligung, was bei Beschäftigten von verlustbehafteten Solarunternehmen einer „Gehaltskürzung durch die Hintertür“ gleichkommen dürfte.

Gehaltsstudie 2012/2013 - Das verdient die Solarbranche wirklich

Arbeitsbedingungen werden schlechter

Die Arbeitsbedingungen haben sich tendenziell weiter verschlechtert, was von den Beschäftigten auch so wahrgenommen wird. Die subjektive Zufriedenheit mit der Jobsituation hat in nahezu allen untersuchten Punkten abgenommen, doch auch objektiv haben sich Verschlechterungen abgezeichnet. Zwar hat die Wochenarbeitszeit geringfügig abgenommen, lange Arbeitszeiten bleiben jedoch die Regel. Zudem sind inzwischen bei fast 70% der Befragten Überstunden im Gehalt inbegriffen, der Trend hin zu unbezahlter Mehrarbeit scheint sich folglich zu verschärfen. Lediglich ein Drittel der Beschäftigten hat in den vergangenen 12 Monaten eine Lohn- bzw. Gehaltserhöhung erhalten. Auch an Zusatzleistungen wird tendenziell gespart. Eine weitere Negativentwicklung ist die Zunahme befristeter Zeitverträge sowie der Zeit- und Leiharbeit insgesamt. Interessant ist, dass die Zahl der Geschäftsreisen ins Ausland stark gestiegen ist. Dies deutet darauf hin, dass sich die deutsche Solarindustrie zunehmend im Ausland engagiert. Im Hinblick auf das subjektive Empfinden der Beschäftigten fällt neben der wachsenden Unzufriedenheit vor allem die alarmierend niedrige Motivation auf. Fast die Hälfte der Befragten äußerte sich unzufrieden über das Betriebsklima. Der Job wird zunehmend als stressig wahrgenommen, auch die Sorge um den Arbeitsplatz steigt weiter (60%). Über 26% denken demnach über einen Arbeitsplatzwechsel nach.

„Durch den politischen Kurs in Sachen Energiewende wurde wieder einmal mehr deutlich, wie abhängig Solarunternehmen von politischen Entscheidungen sind. Die Aufgabe der Unternehmen sollte es deshalb in der momentan schwierigen Zeit sein, die Motivation und Zufriedenheit ihrer Mitarbeiter wieder zu steigern. Gefragt sind innovative Geschäftsmodelle, die weit weniger von politischen Entscheidungen abhängig sind als bisher. Nur so ist garantiert, dass Unternehmen mit motivierten Mitarbeitern durch die Krise kommen“, so der Standpunkt von Geschäftsführer und Autor der Studie, Michael Ziegler.

Die Gehaltsstudie umfasst 85 Seiten und ist im Onlineshop von Photovoltaikstudie® erhältlich:
http://www.photovoltaikstudie.de/gehaltsstudie

Eine Leseprobe zur aktuellen Gehaltsstudie steht zum Download bereit.

Quelle: PhotovoltaikZentrum - Michael Ziegler

Triefenstein, 02. Mai 2013, Die populärsten Wechselrichterhersteller in Deutschland sind laut einer aktuellen Studie des Marktforschers PhotovoltaikZentrum – Michael Ziegler die SMA Solar Technology AG, die Fronius International GmbH und die KACO new energy GmbH. Den ungebrochen höchsten Bekanntheitsgrad bei Solar-Wechselrichtern, in der ungestützten sowie gestützten Befragung, besitzt der Weltmarktführer SMA. Der Hersteller ist nicht nur der meist gewählteste Wechselrichterhersteller bei Betreibern von Photovoltaikanlagen, sondern auch die erste Wahl bei zukünftigen Anlagenbetreibern.

Photovoltaikstudie

Die Ergebnisse der Studie basieren auf einer Befragung durch das Onlinepanel Photovoltaikumfrage®, bei der über 3.700 Probanden zum Bekanntheitsgrad von Wechselrichterherstellern interviewt wurden. Bei dieser Datenerhebung handelt es sich um eine Wiederholung der Studie, die bereits vor rund drei Jahren durchgeführt wurde. Die vorliegende Studie gibt erneut Aufschluss darüber, wie sich die Popularität von Wechselrichterherstellern aktuell aus Verbrauchersicht darstellt.

Photovoltaikstudie - Bekanntheitsgrad von Wechselrichterherstellern in Deutschland

Bild: SMA, Fronius und KACO dominieren bei der ungetützten sowie gestützten Befragung.

Populär zu sein bedeutet nicht unbedingt, auch gekauft zu werden

Die Studie zeigt nicht nur auf, welche Wechselrichterhersteller die bekanntesten in Deutschland sind, sondern auch, aus welchen Gründen sich Anlagenbetreiber für einen Wechselrichterhersteller entscheiden werden bzw. entschieden haben. Nicht verwunderlich ist das Ergebnis bei der ungestützten sowie gestützten Befragung, bei der die Hersteller SMA, Fronius und KACO bei der Popularität das Ranking dominieren. Überraschender fällt die Wahl bei fast 74% der Anlagenbetreiber aus, die sich in erster Linie für den Hersteller SMA und dann für Siemens entscheiden. Erst dann folgen die Wechselrichterhersteller Fronius und KACO. Betreiber begründen ihre Entscheidung u.a. durch die hohe Servicequalität und den sehr guten Support bei SMA. Zudem halten Anlagenbetreiber SMA für ein vertrauenswürdiges und ehrliches Unternehmen. Das Traditionsunternehmen Siemens punktet bei den Betreibern von Solarstromanlagen hingegen mit einer hohen Verarbeitungsqualität der Wechselrichter und mit der langjährigen Erfahrung in diesem Segment.

Der überwiegende Teil der zukünftigen Anlagenbetreiber würde sich für den Hersteller SMA entscheiden. Hier bleibt Fronius hinter den Herstellern Kostal und Danfoss zurück und Siemens wird noch vor KACO favorisiert. Kostal besticht bei zukünftigen Investoren durch einen hohen Wirkungsgrad und durch die beste Wirtschaftlichkeit der Wechselrichter, Danfoss hingegen durch das beste Preis-/Leistungsverhältnis. Die Popularität trägt zwar einen entscheidenden Anteil zum Absatz bei, ist aber nicht das entscheidende Kriterium. Vielmehr stehen andere Gründe für die Wahl des Wechselrichterherstellers im Vordergrund.

Wechselrichter müssen zukünftig mehr, als nur Stromumwandler sein

Die interviewten Probanden haben zudem zahlreiche Wünsche geäußert, welche Zusatzdienste und Features bei Herstellern und Wechselrichter nicht fehlen dürfen. Das Ergebnis: Wechselrichter müssen in Zukunft weit mehr leisten, als nur Strom umzuwandeln.  Betreibern ist vor allem eine verständliche Visualisierung von relevanten Anlagendaten wichtig. Wichtige Daten sollten nicht nur über ein Onlineportal, sondern auch über das Display des Wechselrichters und über Smartphone-Apps abrufbar sein. Daher erstaunt es auch nicht, dass Betreiber auf Statistiken, Grafiken und zahlreichen Einstellungsmöglichkeiten am Wechselrichter besonders Wert legen. Betreibern ist ebenfalls eine schnelle Fehlerdiagnose wichtig. Bestenfalls sollten kleine Fehler ohne großen Aufwand direkt vom Betreiber beseitigt werden können. Mit den steigenden Strompreisen wächst aber auch das Interesse an weiteren Eigenverbrauchs- und Smart Grid Lösungen. Wechselrichter werden zukünftig zur Steuerungszentrale des Gebäudes und optimieren permanent den erzeugten Strom für die Eigennutzung.

Geschäftsführer Michael Ziegler und Autor der Studie: „Vorbei sind die Zeiten, als ein Wechselrichter lediglich Gleichstrom in Wechselstrom umwandelte. Den meisten Betreibern scheint das schon lange nicht mehr zu genügen. Vielmehr wird der Wechselrichter in Zukunft weitere verantwortungsvolle Tätigkeiten im Haushalt und Gebäude übernehmen müssen. Dabei stehen Themen wie Smart Grid und Eigenverbrauch über Energiespeicherung ganz weit oben auf der Wunschliste. Der Wechselrichter ist für den Betreiber eine wichtige Schnittstelle bei der Stromerzeugung und (s)ein Spielzeug zugleich. Es ist nun Aufgabe der Hersteller, so viel wie nötig und so wenig wie möglich an hard- und softwareseitigen Features kostengünstig bereitzustellen. Hinzu kommt, dass Anlagenbetreiber durch Zusatzdienste nicht überfordert werden und das System so einfach wie nur möglich zu bedienen bleibt. Gemäß dem Motto; Keep it simple.“

Das Spielzeug darf auch etwas kosten

Billiganbieter von Wechselrichter werden auf dem deutschen Markt kaum eine Chance haben, da die wenigstens auch nur annähernd die Anforderungen der deutschen Anlagenbetreiber abdecken. Aus diesem Grund werden kostenintensivere Anbieter den deutschen Markt weiterhin dominieren. Für einen Wechselrichter, der mehr als nur ein Wechselrichter ist, greifen Anlagenbetreiber auch mal etwas tiefer in die Tasche.

Die Studie richtet sich an Wechselrichterhersteller, Systemkomplettanbieter, Dienstleister, Händler aller Art sowie an Solarteure/Installateure und Solarverbände. Die Studie umfasst 62 Seiten und ist im Onlineshop von Photovoltaikstudie® erhältlich:
http://www.photovoltaikstudie.de/wechselrichterhersteller

Triefenstein, 21. Mai 2013, Wie aus den aktuellen Daten der Gehaltsstudie des Unternehmens PhotovoltaikZentrum - Michael Ziegler hervorgeht, gehen immer mehr Solarunternehmen über auf variable Entgeltbestandteile. Machte das Grundgehalt eines Beschäftigten im letzten Jahr noch etwa 85% aus, sind es aktuell nur noch rund 80%. Zwar setzen sich variable Entgeltbestandteile in vielen Unternehmen und Branchen durch, doch eine variable Vergütung nützt allen Beteiligten nur wenn sie auch richtig angewendet wird. Denn erfolgsversprechend sind die Vergütungssysteme nur dann, wenn Unternehmen und Beschäftigte gleichermaßen profitieren.

Photovoltaik - Gehälter in der Solarbranche - Variabler Entgeltbestandteil - Grundgehalt und Zusatzvergütung

Bild: Beschäftigte in der Solarindustrie mit variablem Entgeltbestandteil

Variabel heißt, dass zusätzlich zum Grundgehalt noch eine vorher vereinbarte Vergütung gezahlt wird, wenn gewisse Ziele in einem bestimmten Zeitraum erreicht werden. Diese kann aus einer Gewinnbeteiligung, einer umsatzbasierten Provision sowie aus einer Bonus- oder Prämienzahlung bestehen. Auch Kombinationen zwischen den verschiedenen Systemen sind üblich und werden auch angewendet. Dazu werden mit den Beschäftigten in einem Gespräch Zielvereinbarungen getroffen. Werden die Ziele im vereinbarten Zeitraum erreicht, erhalten die Beschäftigten ihren entsprechenden Zusatzanteil.

Sind Zielvereinbarungen überhaupt noch erreichbar?

Die Frage die sich aktuell stellt, ist, ob denn die vereinbarten Ziele von den Beschäftigten in der Solarindustrie überhaupt noch erreicht werden können. Schließlich ist die Solarbranche vom Willen der Politik abhängig und davon hängt der Erfolg einer ganzen Branche ab. Derzeit ist die Situation in der Solarbranche überaus zugespitzt und eine Entspannung ist derzeit nicht zu erwarten. Immer mehr Unternehmen gehen den Schritt in die Insolvenz, ziehen sich komplett aus dem Solargeschäft zurück, bauen massiv Stellen ab und legen geplante Investitionen für unbestimmte Zeit auf Eis. Beherrscht wird die Solarbranche von Restrukturierungsmaßnahmen in Zeiten der Konsolidierungsphase.

Ob die vereinbarten Ziele überhaupt noch erreicht werden können, kommt ganz klar auf die Ziele und das damit verbundene Vergütungssystem an. In der anhaltend schwierigen Marktsituation, in der sich die Solarbranche noch immer befindet und in denen die meisten Solarunternehmen rote anstatt schwarze Zahlen schreiben, macht es daher keinen Sinn, Mitarbeitern weiterhin eine Gewinnbeteiligung anzubieten. Dennoch erhalten laut der Gehaltsstudie des Marktforschungsunternehmens PhotovoltaikZentrum - Michael Ziegler, 12,61% der Beschäftigten mit variabler Vergütung, eine Gewinnbeteiligung von ihrem Arbeitgeber. Im untersuchten Vorjahr lag der Anteil noch bei 11,92%. Ein derartiges Modell zahlt sich für Beschäftigte erst dann in barer Münze aus, sofern das Unternehmen auch einen Gewinn ausweisen kann. Jedoch kann das im Moment so gut wie kein Solarunternehmen. Umso erstaunlicher, dass das Modell "Gewinnbeteiligung" vermehrt zur Anwendung kommt.

Unternehmen die deshalb noch immer auf ein solches Vergütungsmodell setzen muss vorgeworfen werden, damit bewusst zu kalkulieren. Natürlich nur, sofern eine Gewinnbeteiligung vereinbart wurde und es zu diesem Zeitpunkt absehbar war, dass das Unternehmen - jetzt und in naher Zukunft - keinen Gewinn erwirtschaftet. Es handelt sich sonst um eine Gehaltskürzung durch die Hintertür. Beschäftigte die eine Gewinnbeteiligung vereinbart haben und deren Unternehmen nachweislich keinen Gewinn erzielen, sollten deshalb aktiv das Gespräch mit ihren Vorgesetzten suchen.

Leistung und Erfolg unterschiedlich betrachten

In erster Linie sollten sich die Ziele nicht nur an den strategischen Unternehmenszielen, sondern auch an den standortspezifischen Zielen und ganz individuell, an die persönlichen Zielen der Beschäftigten orientieren. Auch muss zwischen Leistung und Erfolg unterschieden werden. Wer viel leistet muss nicht zwangsläufig auch zum Unternehmenserfolg beitragen. Leistung ist relativ und liegt immer im Auge des Betrachters. Der Erfolg lässt sich zahlenmäßig viel einfacher ermitteln als die eingesetzte Leistung, die maßgeblich am Erfolg beteiligt war. Der Zeitraum, in dem Ziele erreicht werden sollten, müssen kurz gewählt werden. Hier hat sich das Stecken von Quartalszielen bewährt. Hingegen dürfen Ziele die Beschäftigen keineswegs überfordern, weshalb immer individuelle Ziele vereinbart und auch persönliche Qualifikationen mit eingebunden werden sollten. Ziele müssen für den Beschäftigten realistisch und für beide Seiten klar formuliert sein.

Photovoltaik - Gehaltsstudie 2012-2013

Besser geeignet sind an die Zielvereinbarung gekoppelte Zahlungen wie Bonus- bzw. Prämienzahlungen oder eine am Umsatz gekoppelte Provision. Fast ein Drittel der Beschäftigten in der PV-Branche - mit variablem Entgeltbestandteil - erhalten eine Bonus- oder Prämienzahlung. Bei über 17% ist die umsatzbasierte Provision Teil der variablen Vergütung. Variable Entgeltbestandteile können erfolgsversprechend für Beschäftigte und Unternehmen sein, wenn faire Vergütungssysteme mit entsprechenden umsetzbaren Zielen gewählt werden. Eine Zielvereinbarung mit der Aussicht auf eine Gewinnbeteiligung bei Erfolg, ist weder für das Unternehmen, noch für den Beschäftigten in der aktuellen Marktsituation ein förderliches System. Im Gegenteil: Es wirkt sich kontraproduktiv auf die Leistung des Beschäftigten und negativ auf die Glaubwürdigkeit des Unternehmens aus.  

Am Ende zählt jedoch nur eines; für die Beschäftigten muss immer ein verlässliches und kalkulierbares Einkommen stehen.

Die Ergebnisse stammen aus der aktuellen Gehaltsstudie des Unternehmens PhotovoltaikZentrum - Michael Ziegler. Die mittlerweile vierte "Gehaltsstudie 2012/2013: Die große Gehaltsumfrage - Das verdient die Solarbranche wirklich", erscheint in etwa zwei Wochen im Shop von Photovoltaikstudie.de. Die Studie richtet sich an Arbeitgeber, Personalverantwortliche, Führungskräfte und Branchenverbände. Solarunternehmen können die Studie schon jetzt zu einem vergünstigten Preis vorbestellen. Bezug und weitere Informationen zur Gehaltsstudie erhalten Sie unter:  http://www.photovoltaikstudie.de/gehaltsstudie

Quelle: PhotovoltaikZentrum - Michael Ziegler

Berlin, 24. April 2013, Solar- und Windkraftanlagen ergänzen sich besser als bisher angenommen. Das ist das Ergebnis einer Studie des Reiner Lemoine Instituts und der Solarpraxis AG. Kombiniert man Windenergie- und Photovoltaikanlagen, lässt sich auf derselben Fläche bis zu doppelt so viel Strom erzeugen. Die Verschattungsverluste durch die Windtürme liegen bei nur 1 bis 2 Prozent. Zudem muss das Stromnetz für ein Kombikraftwerk nicht ausgebaut werden, da Wind- und Solaranlagen zu unterschiedlichen Zeiten Strom produzieren und gemeinsam stetiger Energie ins Netz einspeisen als ein reines Wind- oder Solarkraftwerk.

„Bisher ging man davon aus, dass der Schattenwurf der Windtürme auf die Solaranlage zu große Ertragseinbußen bewirkt. Die Studie zeigt, dass die Verschattungsverluste deutlich geringer ausfallen als erwartet, wenn man das Kombikraftwerk intelligent plant“, erklärt Alexander Woitas, Leiter des Bereichs Engineering bei der Solarpraxis AG. Für die Studie wurden verschiedene Szenarien simuliert und detaillierte Verschattungsanalysen durchgeführt. „Erste Anfragen für die Erstellung von Ertragsgutachten sowie die technisch und betriebswirtschaftlich optimierte Anlagenplanung stimmen uns optimistisch, dass die verbesserte Flächen- und Infrastrukturnutzung durch Kombikraftwerke Zukunft hat.“

„Wir haben auch berechnet, wie sich die Kombination von Photovoltaik- und Windkraftanlagen global und regional auf die Stromnetze auswirkt“, sagt Dr. Christian Breyer, Geschäftsführer des Reiner Lemoine Instituts. „Sie hat positive Auswirkungen auf die Netzstabilität, da Windkraft und Photovoltaik gemeinsam deutlich stetiger Strom ins Netz einspeisen.“ Während Windenergieanlagen zum Beispiel in den Wintermonaten durch das größere Windaufkommen besonders viel Strom produzieren, gleichen Solaranlagen die geringere Energieerzeugung der Windkraft im Sommer durch eine hohe Solarstromerzeugung aus.

Im nächsten Jahr soll im Rahmen der Forschungsinitiative „Zwanzig20“ der Bundesregierung eine bestehende Photovoltaikanlage nahe Templin in Brandenburg mit Windkraftanlagen nachgerüstet werden. Die Auswertung der Pilotanlage soll durch die Solarpraxis, das Reiner Lemoine Institut und weitere Projektpartner durchgeführt werden.

Quelle: Solarpraxis AG