photovoltaik-guide.de verwendet Cookies um Ihnen den bestmöglichen Service bereitzustellen. Indem Sie unsere Website weiter nutzen, stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Interview

 

Berlin, 10. Juni 2012, Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) im Interview mit der Zeitung „Sonntag aktuell“. Bei Sonntag aktuell stellte Norbert Wallet die Fragen. Waren es eventuell die falschen Fragen von Norbert Wallet, denn von Philipp Rösler kommt aktuell nichts Neues.

FDP - Feind der Photovoltaik

Sonntag aktuell: Herr Minister Rösler, geht der Anstieg der Strompreise ungebremst  weiter?

Philipp Rösler: Der Umstieg auf Erneuerbare Energien verursacht Kosten, etwa für neue Leitungen. Darauf haben wir immer hingewiesen. In den Zeiten, in denen die Sonne nicht scheint und kein Wind weht, brauchen wir Ersatz. Dafür benötigen wir neue Kraftwerke. Auch das muss bezahlt werden. Wir müssen den Bürgern also ehrlich sagen: Strom muss bezahlbar bleiben, aber die Energiewende gibt es nicht zum Nulltarif.

Sonntag aktuell: Die Umlage für die Einspeisung des Ökostroms steigt und steigt. Wo liegt die Grenze?

Philipp Rösler: Die Erneuerbaren Energien werden mit Milliardensubventionen gefördert. Diese Subventionen bezahlt jeder Kunde mit seiner Stromrechnung. An diese Förderung müssen wir ran, damit die Umlage nicht immer weiter steigt. Deshalb setze ich mich für eine Reform des Erneuerbare Energien-Gesetzes (EEG) ein. Hier brauchen wir mehr Markt und Wettbewerb statt Dauersubventionierung. Die Umsetzung der geplanten Kürzung bei der Photovoltaik ist ein wichtiger erster Schritt. Die Solarenergie verschlingt die Hälfte der Fördersummen, trägt aber nur minimal zur Stromproduktion bei. Das ist wirtschaftlich nicht vernünftig.

Sonntag aktuell: Lassen Sie uns über Ideen sprechen, die Folgen des Preisanstiegs für Verbraucher zu mildern: Brauchen wir staatliche Hilfen für sozial Schwache, die vom Anstieg besonders betroffen sind? Die Versorger fordern das.

Philipp Rösler: Beim EEG handelt es sich im Grundsatz um ein Subventionsgesetz. Als Folge dieser Regelung hat es gerade bei der Photovoltaik einen stärkeren Ausbau alternativer Energien als geplant gegeben, den jeder über die Stromrechnung bezahlt. Der Vorschlag bedeutet im Klartext: Die negativen Auswirkungen einer Subvention sollen durch eine weitere Subvention gemildert werden. Das geht zu Lasten der Mitte unserer Gesellschaft, die das bezahlen muss. Man kann Feuer nicht mit Feuer löschen.

Sonntag aktuell: Kommt eine Absenkung der Stromsteuer?

Philipp Rösler: Damit wäre das Problem des fehlenden Wettbewerbs nicht gelöst. Außerdem ist nicht gesichert, ob eine Absenkung auch an die Kunden weiter gegeben wird. Die Ursache der Probleme ist das aktuelle EEG. Das müssen wir anpacken.

Sonntag aktuell: Schließlich wird auch gefordert, die Ausnahmetatbestände für energieintensive Betriebe zu streichen, damit die Umlage weniger schnell steigen muss.

Philipp Rösler: Deutschland muss ein starker Industriestandort bleiben. Deshalb stoßen diese Forderungen auf meinen entschiedenen Widerstand. Wir brauchen die energieintensive Industrie: Stahl, Aluminium, chemische Grundstoffe – schon um die Produkte für die erneuerbaren Energien herzustellen. Windräder bestehen nun mal aus Stahl. Wir dürfen nicht zulassen, dass unsere industriellen Standorte Schaden nehmen. Hier geht es auch um viele Arbeitsplätze. Einige Länder in Europa bereuen gerade bitter, in der Vergangenheit einseitig auf Finanzdienstleistungen gesetzt zu haben. Da stehe ich als Wirtschaftsminister in der Verantwortung.

Sonntag aktuell: All diese Argumentationen sind nachvollziehbar. Aber dann gehört zur Ehrlichkeit auch die Botschaft: Stromkosten werden weiter steigen.

Philipp Rösler: Ja, die Energiewende kostet Geld, Strom muss aber in Zukunft bezahlbar bleiben. Deshalb müssen wir die Erneuerbaren Energien stärker an den Markt heran führen.

Auch gegenüber der Zeitung "Rheinische Post" sagte Rösler schon, dass er nicht garantieren könne, "dass eine Senkung der Stromsteuer auch beim Verbraucher ankommt und diesen tatsächlich entlastet. Deshalb müssen wir an die Förderung der Photovoltaik ran" (Wir berichteten: Polit(Krit)ik - Erneuerbare Energien kommen nicht aus der Schußzone).

Fight fire with Fire... Und ob man Feuer mit Feuer löschen kann, Herr Rösler. Jedoch ist das eine Kunst, die nicht ohne Grund nur wenige beherrschen.

Quelle: FDP

 

Berlin, 31. Mai 2012, Christian Lindner, Oberhaupt der nordrhein-westfälischen FDP, wettert erneut gegen das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) und somit gegen die Photovoltaik. Gegenüber der Süddeutschen Zeitung sagte er, dass das bishergie EEG einer planwirtschaftlichen Logik einer Zeit folge, als alternative Energien noch ein Nischenmarkt waren. Die Zeiten sind laut Lindner vorbei.

FDP - Feind der Photovoltaik

Angeblich werde der Markt durch die garantierte Einspeisevergütung und durch die Abnahmepflicht des erneuerbaren Stroms immer mehr ausgeschaltet. Wie er weiter der Süddeutschen Zeitung mitteilt, befürchtet Lindner, dass der Vorrang der schwankenden alternativen Energien absehbar die Stabilität der Stromversorgung gefährdet. Spätestens in der nächsten Legislaturperiode möchte Lindner eine grundlegende Novelle des EEG zum Thema machen.

Auch Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler schießt in einem Interview mit der Rheinischen Post weiter gegen die Photovoltaik. Rösler ist der Meinung, dass nur durch eine massive Solarkürzung die Strompreise für die Verbraucher "bezahlbar" bleiben. Aus dem Interview geht eindeutig hervor, dass Rösler die Photovoltaik als DEN Kostentreiber bei den Strompreisen sieht.

Rheinische Post: Wie läuft es mit Ihrem neuen Kabinettskollegen, dem Bundesumweltminister Peter Altmaier?

Philipp Rösler: Sehr gut, bereits unmittelbar nach seiner Ernennung haben wir uns getroffen. Ich bin sicher, dass wir die Energiewende gemeinsam stemmen werden. Jeder von uns hat seine Verantwortung. Aber gemeinsam werden wir den Umbau der Energieversorgung umsetzen - Schritt für Schritt und mit Hochdruck.

Rheinische Post: Geht es besser als mit dem Vorgänger Norbert Röttgen?

Philipp Rösler: In der Vergangenheit war es manchmal schwierig. Peter Altmaier habe ich als pragmatischen Politiker kennen gelernt. Ich bin sehr guter Dinge, dass wir bei den notwendigen Kompromissen zusammen finden.

Rheinische Post: Hätten Sie Röttgen auch rausgeschmissen?

Philipp Rösler: Das hat die CDU-Vorsitzende und Bundeskanzlerin entschieden. Ich bin FDP-Vorsitzender. Jeder muss für seine Partei die Entscheidungen treffen.

Rheinische Post: Der Ausbau der Stromnetze wird insgesamt 20 Milliarden Euro kosten. Wie soll das finanziert werden?

Philipp Rösler: Der Netzentwicklungsplan ist ein Meilenstein bei der Umsetzung der Energiewende. Wir brauchen neue Stromautobahnen, um die Energie vom Norden schnell in die Verbrauchszentren im Westen und Süden zu transportieren. An den neuen Leitungen führt kein Weg vorbei. An der Finanzierung der insgesamt rund 20 Milliarden Euro teuren neuen Stromtrassen könnten sich auch große institutionelle Anleger wie Versicherer und Fonds beteiligen. Ich weiß aus Gesprächen, dass diese ein großes Interesse haben, in die Energie-Infrastruktur zu investieren. Hier gibt es allerdings Beschränkungen, auch im europäischen Recht. Wir werden daher prüfen, wie wir den Markt des Stromnetzausbaus für institutionelle Anleger öffnen können.

Rheinische Post: Reicht das zur Sicherung der Finanzierung der Energiewende aus?

Philipp Rösler: Der Ausbau der Netze wird erhebliche Kosten verursachen. Zugleich müssen wir die Milliardensubventionen für die Förderung der Erneuerbaren Energien eindämmen, die jeder Bürger auf seiner Stromrechnung spürt. Gerade bei der Photovoltaik ist die massive Förderung wirtschaftlich nicht vernünftig. Sie trägt nur minimal zur gesamten Stromproduktion bei, verschlingt aber die Hälfte der Fördersumme.

Rheinische Post: Es gibt die Prognose, dass die Umlage für Erneuerbare Energien von derzeit 3,5 auf fünf Cent pro Kilowatt-Stunde steigen könnte. Sehen Sie die Gefahr?

Philipp Rösler: Die Energiewende wird nur dann weiter akzeptiert, wenn Strom bezahlbar bleibt. Der entscheidende Hebel ist jetzt die Photovoltaik. Das muss das entscheidende Argument auch für die Länder sein, einer Kürzung der Solar-Förderung zuzustimmen.

Rheinische Post: Wenn die Erneuerbaren doch teurer werden, als Sie es planen. Ist es eine Option auf die Stromsteuer von zwei Cent pro Kilowattstunde zu verzichten?

Philipp Rösler: Es ist nicht sicher, dass eine Senkung der Stromsteuer auch beim Verbraucher ankommt und ihn tatsächlich entlastet. Deshalb müssen wir an die Förderung der Photovoltaik ran.

Quelle: Süddeutsche Zeitung / Rheinische Post

 

Triefenstein/München, 14. März 2012, Wir interviewten Joachim Simonis, Geschäftsführer der Talesun Solar Germany GmbH. Talesun ist ein international operierender Premiumhersteller von poly- und monokristallinen Solarmodulen und Solarzellen für den privaten und industriellen Bereich. Die Fertigung erfolgt in einer vollautomatisierten Produktionsstätte in China.

Joachim Simonis Geschäftsführer der Talesun Solar Germany GmbH

Simonis leitet das Europageschäft des Unternehmens und ist ein ausgewiesener Photovoltaik-Experte mit langjähriger Branchen-Erfahrung, die er nun im Rahmen des Markteintritts von Talesun in den europäischen Markt nutzt. Vor seiner Tätigkeit bei Talesun verantwortete er im Zeitraum 2004 bis 2011 als Executive Vice President European Sales bei Phoenix Solar den Europa-Vertrieb des Unternehmens samt vier weiteren Tochtergesellschaften.

photovoltaik-guide.de: Der Boom der Photovoltaik-Branche in Deutschland ist nach Meinung vieler Solarunternehmen, gerade nach den geplanten Einschnitten der Einspeisevergütung, vorbei. Zahlreiche am Markt etablierte Unternehmen mussten bereits auf Kurzarbeit umstellen oder gar Abteilungen schließen. Warum konzentriert sich Talesun gerade jetzt auf den deutschen Markt?

Joachim Simonis: In Deutschland gibt es eine vergleichsweise lange Tradition, Know-how und Akzeptanz gegenüber der Photovoltaik. Der Markt bietet nach wie vor gute Voraussetzungen für diejenigen Hersteller, die qualitativ hochwertige und gleichzeitig kostengünstige Produkte anbieten können – und genau das macht Talesun. Gleichzeitig etablieren sich neben Deutschland, Italien und Frankreich weitere neue Märkte im europäischen Raum, die ein eventuell schwächer werdendes Geschäft auffangen könnten. Ich denke hier an Afrika, die Türkei oder auch England. Grundsätzlich sehe ich aber den gesamten europäischen Raum als Wachstumsraum für uns.
    
photovoltaik-guide.de: Wodurch unterscheidet sich der deutsche Solarmarkt von dem in China und den USA?

Joachim Simonis: Im Unterschied zu vielen anderen europäischen Ländern oder den USA und China ist der deutsche Markt viel reifer, weil der Begriff der Energiewende bei den Bürgern angekommen ist und weil diese ihn mittragen. Deswegen gehen wir bei Talesun davon aus, dass in Deutschland auch die Privatkunden weiter an Bedeutung gewinnen. Die aktuellen Regelungen zum Eigenverbrauch geben hier den Trend vor. China hingegen besticht durch seine Größe, aber der Markt wird sich nicht unabhängig von politischen Rahmenbedingungen entwickeln. In den USA hemmt momentan die Diskussion über Schutzzölle und andere Mechanismen zur Wahrung der Vormachtstellung des Binnenmarktes die Entwicklung. Das ist schade, weil das Land schon viel weiter sein könnte – und müsste.

photovoltaik-guide.de: Wie schätzen Sie die Marktchancen im Zeitalter des Atomausstiegs für Talesun ein, und welche Wachstumsziele haben sie sich gesteckt?

Joachim Simonis: Auf Grund der bereits erwähnten Argumente denke ich, dass die Aussichten für Talesun sehr gut sind. Nur mit rentabler und qualitativ hochwertiger  Photovoltaik-Technik werden wir die Energiewende schaffen. Wir verfügen über die Produkte, die der Markt benötigt. Daher setzen wir es uns zum Ziel 2012 bis zu 300 Megawatt im EMEA-Raum zu verkaufen.
    
photovoltaik-guide.de: In welche Märkte wird Talesun als nächstes investieren?

Joachim Simonis: Generell sind wir an allen Märkten interessiert, in denen Photovoltaik-Technologie genutzt wird. Unser Engagement ist aber auch abhängig von der Entwicklung und Auslastung der einzelnen Märkte. Wenn wir also von Investitionen im Sinne von möglichen Produktionsstandorten für einzelne Komponenten sprechen, dann richtet sich unser weltweiter Blick momentan Richtung USA, je nachdem wie sich der Markt entwickelt könnte auch die Türkei ein interessanter Standort sein.
    
photovoltaik-guide.de: „Made in China“ steht für einige in Deutschland bislang nicht unbedingt als "Garant" für hohe Qualität. Wie stellt Talesun die hohe Qualität der Produkte sicher?

Joachim Simonis: Es gibt mittlerweile eine Reihe chinesischer Marken, die auch in Deutschland voll anerkannt sind – denken Sie nur an zahlreiche Beispiele aus der IT-Industrie. Bei Talesun verfügen wir über eine vollautomatisierte Fertigung, die ein Höchstmaß an Qualität sicherstellt, mit dem wir auch europäische Anbieter überflügeln. Alle unsere Produkte werden zu 100 Prozent EL getestet. Das bedeutet, dass wir von jedem Solarmodul eine Art Aufnahme machen, um es auf Haarnadelrisse oder andere eventuelle Schäden zu kontrollieren. Wenn man es genau nimmt dann prüfen wir eigentlich zu 200 Prozent, weil alle Module sowohl vor der Laminierung als auch vor dem Verpacken nochmals genau unter die Lupe genommen werden.

photovoltaik-guide.de: Welche Zertifizierungsstellen prüfen bei Talesun die Fertigungsprozesse?

Joachim Simonis: Unsere Module werden unter anderem vom Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik (VDE) sowie dem TÜV, dem PI Berlin und dem Fraunhofer Institut geprüft und zertifiziert.

photovoltaik-guide.de: Seit wann läuft die Produktion, und welche Maschinen kommen dabei zum Einsatz?

Joachim Simonis: Mit der Produktion haben wir Anfang 2011 begonnen – damals noch in gemieteten Räumlichkeiten. Seit Oktober 2011 befindet sich die vollautomatisierte Produktion in den neuen eigenen Werkshallen. Für die Herstellung und automatische Montage der Module nutzen wir Maschinen von NPC und TeamTechnik. Bei der Zellfertigung kommen Automaten von Rena zum Einsatz. Zudem setzen wir Anlagen von CentroTherm als Entladesystem bei der Oberflächendiffusion und bei der Antireflexbeschichtung ein. Bei der Metallisierung der Zellen greifen wir auf die Technik von Baccini zurück. Daneben unterstützen die Roboter von Reis Robotics bei diversen Arbeitsschritten in der Zellfertigung. Sie sehen also, dass wir in der Fertigung überwiegend die Technologie und Anlagen von deutschen und europäischen Herstellern nutzen.

photovoltaik-guide.de: Betreibt Talesun Forschung oder bestehen Forschungskooperationen?
    
Joachim Simonis: Das Thema Forschung und Entwicklung genießt bei uns einen großen Stellenwert. Momentan beschäftigt Talesun rund 80 hochqualifizierte Ingenieure und Forscher, die unsere Produktpalette vorantreiben und die Wirkungsgrade unserer Module steigern. Daneben besteht eine Forschungskooperation mit dem Schweizer Batteriehersteller Leclanché zum Thema E-Mobility und Energiespeicher.

photovoltaik-guide.de: Was macht die Produktpalette von Talesun einzigartig?

Joachim Simonis: Die hohe Qualität, die wir auf Grund unserer vollautomatisierten Fertigung und modernsten Maschinen garantieren können.
    
photovoltaik-guide.de: Bieten Sie Finanzierungsmodelle für Privat- und/oder Großkunden an?
    
Joachim Simonis: Wir sind ein finanzstarker Partner und bieten Privatkunden Unterstützung bis zu einer Höhe von 60.000 Euro über die Deutsche Kreditbank (DKB) an. Größere Projekte entwickeln wir gemeinsam mit der zum Sparkassenverband gehörenden Deutsche Anlagen-Leasing (DAL). Je nach Fall sind wir auch zu Sonderlösungen bereit.

photovoltaik-guide.de: Welche Garantie bieten Sie, und welches Versicherungsmodell bieten Sie an?

Joachim Simonis: Unsere Garantie umfasst eine zehnjährige Produktgarantie und eine 25-jährige lineare Leistungsgarantie sowie eine 25-jährige Garantieversicherung, die ab einer Schadensumme über 100.000 Dollar pro Versicherungsfall gilt sowie erweiterte Produkthaftpflicht. Unsere Kunden haben zudem die Möglichkeit, verschiedene Versicherungen zu unseren Vorzugskonditionen bei einem großen Versicherer abzuschließen.

photovoltaik-guide.de: Bei Streitfällen verlangen die Unternehmen in der Regel, dass die Solarmodule eingeschickt werden, damit sie auf dem eigenen Flasher geprüft werden. Geschieht das bei Talesun in China oder in Deutschland?

Joachim Simonis: Sie hatten vorhin gefragt, was die Produktpalette von Talesun einzigartig macht – wenn Sie so wollen, zählt der Service dazu. Generell wird bei Talesun das Thema Service großgeschrieben, und selbstverständlich tauschen wir schadhafte PV-Module anstandslos aus. Momentan sind wir mit einer Reihe von in Deutschland ansässigen Dienstleistern im Gespräch, um schadhafte Produkte unabhängig testen zu können. Ich gehe davon aus, dass wir hier schon bald eine Lösung finden.

photovoltaik-guide.de: Ihr Büro liegt in München – wer steht dort für eine Beratung zur Verfügung?

Joachim Simonis: Alle unsere 20 Mitarbeiter stehen unseren Kunden zur Verfügung. Wir haben ein starkes Expertenteam vor Ort, das unterschiedliche Kompetenzen und langjährige Branchenerfahrung vereint. Von der kaufmännischen bis hin zur technische Beratung ist alles gewährleistet. Wir verstehen uns nicht nur als Hersteller, sondern auch als Service-Dienstleister und wollen für unsere Kunden da sein.

photovoltaik-guide.de: Herr Simonis, wir danken Ihnen für das Gespräch.

Die Fragen stellte Redakteur Michael Ziegler.

Quelle: photovoltaik-guide.de - Michael Ziegler

 

München/Triefenstein, 08. März 2012, Das Statement von Gregory Spanoudakis, President European Operations von Canadian Solar, zur geplanten und drastischen Kürzung von Solarstrom in Deutschland, lies viel Raum für Interpretationen (Wir berichteten: Photovoltaik - Canadian Solar für die geplante Solarkürzung - Mehr freier Wettbewerb).

Canadian Solar - President Gregory Spanoudakis

Der photovoltaik-guide.de fasste daher das Statement eher als Beleidung gegenüber deutschen Solarmodulherstellern auf. Im Übrigen war unser Nachrichtenportal mit dieser Auffassung nicht alleine. Viele Leser und Solarunternehmen waren derselben Ansicht. Ein kanadisch-chinesischer Solarmodulhersteller kann nach  Inkrafttreten der geplanten EEG-Novelle - sofern diese auch wie angedacht durchgesetzt wird - viel eher auf die neue Marktsituation bezüglich der Preise von Solarmodulen reagieren. Während jetzt schon etliche asiatische Hersteller mit Solarmodul-Preisen zwischen 60 und 80 Cent je Watt auf dem deutschen Markt  hausieren, liegen die Preise von deutschen Solarmodulen noch teilweise bei über einem Euro je Watt.

Zudem kündigten einige chinesische Solarunternehmen wie z.B. Jinko Solar an, nach der EEG-Novelle weitere Preissenkungen zwischen 8 und 10 Prozent vornehmen zu können (Wir berichteten: Jinko Solar - Kürzung der Photovoltaik bricht der SolarWorld AG das Genick). Da viele deutsche Hersteller von Solarmodulen diese Preisentwicklung so schnell - ohne Abstriche in der Qualität machen zu müssen - nicht kompensieren können, endet dies für einige in der Zahlungsunfähigkeit.

Gregory Spanoudakis beabsichtigte in seinem Statement in keiner Weise, deutsche Solarunternehmen zu beleidigen und bat uns um eine Stellungnahme zu seinem Statement.

photovoltaik-guide.de: Herr Spanoudakis, in Ihrem letzten Statement zur aktuellen Debatte zur Solarkürzung in Deutschland sagten Sie unter anderem, dass die Entscheidung der Bundesregierung eine klare Situation schaffe, mit der sich der Markt arrangieren müsse. Der Großteil der deutschen Solarunternehmen fasste Ihre Aussage anscheinend als Beleidigung auf, denn Solarmodule von Canadian Solar sind in Deutschland schon weit unter einem Euro/Watt netto erhältlich. Deutsche Solarmodule hingegen liegen noch über einem  Euro/Watt. Die Differenz zwischen deutschen und asisatischen Solarmodulen beträgt so zwischen 25 und 40 Prozent. So gesehen ist es für Canadian Solar überhaupt kein Problem, sich mit dem  deutschen Markt und den geplanten Kürzungen der Einspeisevergütung zu arrangieren. So zumindest aus Sicht deutscher Solarunternehmen. Wie äußern Sie sich hierzu?

Gregory Spanoudakis: Was die Solarindustrie braucht, sind stabile politische Rahmenbedingungen, um professionell arbeiten und vorausplanen zu können und um sich entsprechend zu strukturieren. Das wird mit der Entscheidung der Bundesregierung erreicht, auch wenn man über das Timing streiten kann. Derartig kurzfristige Entscheidungen stellen eine große Herausforderung dar, insbesondere in einer solch wirtschaftlich schwierigen Zeit angesichts der aktuellen Situation in der Eurozone.  Auch Canadian Solar bekommt die Kürzungen zu spüren, da sich die Investoren bis zur endgültigen Klärung der Details in Zurückhaltung üben werden. Wie gesagt, in keiner Weise begrüßen wir das Abkommen und wie es erreicht wurde. Nun liegt es an der Solarindustrie, mit dieser Entscheidung zurechtzukommen, auch zukünftig in die Forschung zu investieren und weiter an der Leistungssteigerung, dem Wirkungsgrad und der Qualität der Solarmodule zu arbeiten. Wie legen zudem großen Wert auf Innovation und Technologie. Daher sehen wir uns für zukünftige Herausforderungen gut gerüstet. In dieser kritischen Phase ist der freie Wettbewerb auf dem Markt sicherlich förderlich für weitere Investitionen in die Forschung sowie für den weiteren Fortschritt bei Skaleneffekten, Kosteneffizienz und Preisgestaltung. Nur wenn sich die Unternehmen hierauf konzentrieren, sind sie in ihrer Unternehmensentwicklung unabhängig von kurzfristigen politischen Entscheidungen.

photovoltaik-guide.de: Auch sagen Sie, dass die bisherigen Kürzungen der Einspeisetarife den deutschen Markt jeweils deutlich beeinflusst haben. Das ist auch richtig, doch bisher konnte Canadian Solar doch ebenfalls bestens von den deutschen Einspeisetarifen profitieren. Wie ist Ihre Meinung dazu?

Gregory Spanoudakis: Das stimmt nicht ganz. Unmittelbar nach der Entscheidung, die Einspeisevergütung zu kürzen, waren wir ebenso wie alle anderen Wettbewerber davon betroffen, da die kurzfristige Ankündigung von Kürzungen bei der Einspeisevergütung stets auch einen kurzfristigen Nachfragerückgang mit sich bringt, denn Investitionen basieren auf Zuverlässigkeit und Sicherheit. Diese Bedingungen sind nur erfüllt, wenn man die Situation als Ganzes erfasst. Langfristig konnten wir stets wieder an vorherige Erfolge anknüpfen, da wir unser Portfolio regelmäßig bewerten und stetig an der Verbesserung von Kosteneffizienz und Leistung unserer Solarmodule arbeiten, um die Bedürfnisse unserer Märkte zu erfüllen.

photovoltaik-guide.de: Ihre Aussage "Das Ziel einer wettbewerbsfähigen Solarindustrie erreicht man nicht durch dauerhafte Förderung" und ihr Statement spielen genau genommen auf die jetzige Situation "drastische Kürzung der Solartarife" in Deutschland ab. Die deutsche Solarbranche verfolgt ebenfalls nicht das Ziel, dauerhaft gefördert zu werden. Jedoch sprechen Sie hier von Wettbewerbsfähigkeit. Sind Sie wirklich der Meinung, dass wenn auf Grund der Kürzungen deutsche Solarunternehmen Insolvenz anmelden müssen, hier in Deutschland für Sie noch ein großer Wettbewerb vorhanden ist? Es ist doch eher so, dass Sie dann mit vielen weiteren asiatischen Herstellern freie Bahn hätten und mit denen im Wettbewerb stünden, oder sehen Sie das anders?

Gregory Spanoudakis: Derzeit findet in der Solarbranche eine Konsolidierung statt. Das ist nichts Neues, und wurde auch nicht von den jüngsten Kürzungen der Einspeisevergütung verursacht. Nichtsdestotrotz wurde die Entscheidung nun einmal getroffen und die Kurzfristigkeit und schnelle rechtliche Umsetzung der Kürzungen bei der Einspeisevergütung beschleunigt diese Konsolidierung natürlich. Daher werden Unternehmen, die bereits vor der Entscheidung von Herrn Rösler und Herrn Röttgen in Schieflage waren, stark betroffen sein. Wir erwarten aber natürlich auch in Zukunft, dass wir mit weiteren deutschen Solarunternehmen im Wettbewerb stehen. Die deutsche Solarbranche ist stark genug, um mit dieser Entscheidung klarzukommen. Ich glaube nicht, dass wir heute in einem Jahr der einzige internationale Anbieter auf dem deutschen Markt sein werden.

photovoltaik-guide.de: Wir danken Ihnen herzlich für Ihr Stellungnahme.

Quelle: photovoltaik-guide.de - Michael Ziegler

 

Laupheim, 12. März 2012, Verantwortlich für den Leserbrief ist Ralf Stegmaier

Unter www.heute.de findet sich am 10. März, am Vortag des Jahrestags der Atomkatastrophe von Fukushima, ein Interview mit dem im September 2012 scheidenden EnBW-Chef Villis. Die Aussagen von Herrn Villis sind unglaublich!

Zu Beginn steht ein ehrliches Zitat von Herrn Villis, das Hoffnung macht:
„Zur Redlichkeit gehört aber auch zu sagen, dass die Gesellschaft mit der Kernenergie ein rechnerisches Restrisiko eingeht.“
Später kommt dann eine unglaubliche Passage:

heute.de: Hat der 11. März bei Ihnen etwas verändert?

Villis: Ja! Als ich die Bilder aus Fukushima gesehen habe, da war mir klar, dass großer Druck auf uns zu kommt und das Thema Laufzeit wieder das Thema Nummer 1 in Deutschland wird. Wir haben ja 24 Stunden am Tag immer nur das Venting, die Druckentlastung, gesehen, also die Bilder die suggerieren, dass ein Kernkraftwerk in die Luft fliegt. Ein erfahrener Techniker weiß, dass dies eine "Maßnahme" war, um den Reaktorkern zu sichern. Aber auf die Öffentlichkeit wirkte es oft anders, fast so, als ob das Kraftwerk in die Luft fliegt.

Ein Jahr nach dem Atom-GAU mit Kernschmelzen in den Blöcken 1 bis 3, einem Trümmerhaufen, einer nur behelfsmäßig funktionierenden Kühlung und einer Situation, die bei einem weiteren Erdbeben, das bereits vorhergesagt ist, zu einer noch größeren Freisetzung von Radioaktivität führen kann, macht Herr Villis uns klar, dass die unwissende Allgemeinheit einen technischen Zustand fälschlich als Explosionsgefahr definierte!!!

Im Weiteren verweist Herr Villis, dass er praktizierender Katholik sei und als solcher keinesfalls das Leben von Menschen aufs Spiel setzen würde. Auch meint er im Artikel: „Ja, unsere Anlagen sind sicher.“

Bei der Recherche (z. B. Archiv von www.greenpeace-aachen.de) kommt man im Hinblick auf die Atomkraftwerke in Deutschland zu einem anderen Schluss. Nachdem unter Umweltministerin Tanja Gönner meldepflichtige Unfälle im AKW Philippsburg nicht nach Berlin gemeldet wurden, hat für mich auch die Aussage: „... wir haben nichts zu verstecken.“ keinen Gehalt.

Zum Betrieb von Atomkraftwerken der üblichen Bauform, bei denen eine Kernschmelze möglich ist (es gibt auch andere Bauformen), wird aus der mehrseitigen Europa-Solar-Information des Autors vom 25.1.2012 zitiert:

Der Verfasser ist als Ingenieur technisch interessiert und hat während seines Studiums eine Strahlenschutzbescheinigung erworben, die ihn zur Tätigkeit als Strahlenschutzbeauftragter befähigt. Er handelt demzufolge nicht allein aus ideologischen Gründen. Die Erkenntnisse basieren vielmehr auf ingenieurwissenschaftlicher Grundlage. Wenn man beispielsweise Atomkraftwerke mit der in der Automobilindustrie bewährten Methode FMEA bewertet, kommt man (durch die extremen Auswirkungen von Katastrophen in Verbindung mit der Tatsache, dass das Risiko eben nicht Null ist) zum Ergebnis, dass ein Betrieb von Atomkraftwerken, bei denen einen Kernschmelze technisch möglich ist, allein deshalb unverantwortlich ist!

Herr Villis führt an: „Wir sind ja nicht nur Atomkonzern sondern ein breit aufgestellter Energiedienstleister.“ Ja, der Ursprung der EnBW bzw. deren Vorgängern (ich wuchs mit der UJAG auf) war ohne Atomstrom und die Zukunft wird es auch wieder sein. Ich wünsche mir, dass die EnBW als Ersatz für Atomkraft mit Sonne sowie Wind und Wasser (die mit der Sonne zusammenhängen) aus den roten Zahlen kommt und gemeinsam mit der Bevölkerung und den Kunden einen Zustand der Zufriedenheit erreicht. In Kenntnis des zitierten Interviews mit Herrn Villis bin ich der festen Überzeugung, dass die politische Entscheidung, Herrn Villis abzulösen, absolut richtig war und den Weg in eine atomfreie Zukunft der EnBW erleichert.

Ralf Stegmaier, Laupheim am 11.3.2012