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Insolvenzen

 

Bitterfeld-Wolfen, 25. Juni 2012, Die Geschäftsführung des insolventen Solarmodulhersteller Sovello hat einen globalen, strukturierten Investorenprozess initiiert. Mit potenziellen Investoren und Kaufinteressenten wird nun kurzfristig Verbindung aufgenommen. Die angesprochenen Investoren sollen sich zur Sanierung des Solarunternehmens bekennen und in der Lage sein, ein geordnetes Bieterverfahren zügig abschließen zu können.

Sovello AG

Ein Expertenteam der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft für Mergers und Akquisitionen (M&A) berät die Geschäftsführung der Sovello GmbH bei der Umsetzung dieses strukturierten Verkaufsprozesses. Sämtliche Maßnahmen werden eng mit dem vorläufigen Sachwalter abgestimmt. Ziel soll sein, alle Optionen auf eine Sanierung zu wahren. Das Unternehmen erwirtschaftete im vergangenen Geschäftsjahr mit 1.250 Beschäftigten einen Umsatz von etwa 200 Mio. Euro.

Dr. Reiner Beutel, Vorsitzender der Geschäftsführung der Sovello GmbH: “Unser Unternehmen ist im Solarmarkt, der um bis zu jährlich 20 Prozent weiter wächst, ein vielversprechender Produzent. Mehrere Interessenten haben bereits mit uns Kontakt aufgenommen. Sovello ist ein überaus attraktives Investment mit Blick auf das Verfahren zur Herstellung von STRING RIBBON™ Wafern, der nachgewiesenen Technologiekompetenz in einem stabilen hochwertigen Produktionsverfahren und dem Zugang zu vielversprechenden Märkten. Sowohl im Interesse der Zukunft von Sovello als auch im Interesse der Gläubiger haben wir – nach einem Auswahlverfahren des M&A-Beraters - ein geordnetes, nachvollziehbares Bieterverfahren auf den Weg gebracht, um den besten Investor für Sovello im aktuellen Umfeld zu finden.”

Sachwalter Bernd Depping von dnp Depping: “Die Transaktion kann mit den Instrumenten der Insolvenzordnung gemäß den besonderen Bedürfnissen des Investors strukturiert werden.“

Quelle: Sovello GmbH

 

Essen/Gelsenkirchen, 14. Juni 2012, Der deutsche Standort des niederländischen Photovoltaik-Unternehmen Scheuten Solar wurde nun vom Insolvenzverwalter Steffen Reusch an einen asiatischen Investor verkauft. Erst nach intensiven Verhandlungen konnten die Vermögungswerte von Scheuten in Gelsenkirchen im Zuge einer übertragenden Sanierung an den Investor veräußert. Über den Kaufpreis wurde vertraglich Stillschweigen vereinbart.

Scheuten Solar

Keine betriebsbedingten Kündigungen
 
"Der Käufer wolle zunächst mit 40 Beschäftigten das Unternehmen weiter führen“, so Reusch. Weitere 130 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen in einer Transfergesellschaft aufgefangen werden. „Mit diesem Angebot vermeiden wir betriebsbedingte Kündigungen und eröffnen die Möglichkeit, in sechs Monate neue berufliche Perspektiven zu entwickeln“, so der Insolvenzverwalter weiter.

Perspektiven für Solarstandort Gelsenkirchen
 
Angesichts der ungewöhnlichen Rahmenbedingungen dieses Verfahrens sei die vereinbarte Lösung für die Interessen der Gläubiger ein sehr gutes Ergebnis: „Wir alle waren mit einer komplexen Gemengelage wie den unbeantworteten Fragen zur Energiewende, der Insolvenz der niederländischen Muttergesellschaft und der  wirtschaftlichen Lage der europäischen Solarwirtschaft konfrontiert“, so Reusch.

Unter diesen Voraussetzungen habe Scheuten Solar in Gelsenkirchen seit seiner Bestellung zum vorläufigen Insolvenzverwalter Ende Februar im Stile eines Start-Up Unternehmens gekämpft,  habe zwischenzeitlich wieder produziert, den Markt beackert, Kontakte zu Interessenten geknüpft, eng mit den Beratern der Arbeitnehmervertretung und der Wirtschaftsförderung zusammen gearbeitet.

„In einem gemeinsamen Kraftakt haben wir eine Perspektive für den Solarstandort Gelsenkirchen erhalten“, fasst Reusch die Anstrengungen zusammen.
 
Quelle: dnp Depping

Dresden, 11. Juni 2012, Der Solarmodulhersteller Solarwatt AG aus Dresden steht auf der Kippe. Die Aktionäre des Unternehmens haben die Gesellschaft darüber informiert, dass die Verhandlungen über die erforderlichen Sanierungsbeiträge der Aktionäre nicht erfolgreich abgeschlossen werden konnten.

Solarwatt AG

Im insolvenzrechtlichen Sinne überschuldet

Der Vorstand des Solarherstellers geht nach Abstimmung mit dem Aufsichtsrat davon aus, dass die Gesellschaft daher im insolvenzrechtlichen Sinne überschuldet ist. Die Gesellschaft befindet sich weiterhin in Gesprächen mit dem Ziel, die Überschuldung der Gesellschaft kurzfristig zu beseitigen. Sofern die Überschuldung des Unternehmens nicht kurzfristig beseitigt werden kann, wird der Vorstand der SOLARWATT AG kurzfristig beim Amtsgericht einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens stellen.

Wechsel im Vorstand

Wie das Unternehmen weiter mitteilt, soll es schon seit längerer Zeit ein  Wechsel im Vorstand geplant sein, der nun zur Umsetzung kommt. Der Firmengrüner Dr. Frank Schneider wird das Unternehmen daher planmäßig zum Jahresende verlassen. Mit sofortiger Wirkung tritt Detlef Neuhaus, bislang Vorstandsmitglied für Vertrieb und Marketing, an seine Stelle. Ebenso verlässt der Finanzvorstand Dr. Jürgen Bruns das Unternehmen Ende Juni. Sein Nachfolger wird Carsten Bovenschen, der mit sofortiger Wirkung dem Vorstand der SOLARWATT AG angehört.

 

Wie es mit der Solarwatt AG weitergehen soll, lesen Sie hier: Photovoltaik - SOLARWATT AG strebt Schutzschirmverfahren in Eigenverwaltung an

Quelle: Solarwatt AG

Dresden, 14. Juni 2012, Der Solarmodulhersteller Solarwatt AG musste am Eröffnungstag der Intersolar in München beim Amtgericht Dresden wegen drohender Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung einen Antrag Schutzschirmverfahren stellen (Wir berichteten: Photovoltaik - SOLARWATT AG strebt Schutzschirmverfahren in Eigenverwaltung an ). Das Unternehmen plant eine Sanierung in Eigenverwaltung. Das sogenannte Sanierungsvorbereitungsverfahren bzw. Schutzschirmverfahren sieht vor, das dem Unternehmen ein Sachverwalter zur Seite steht. Der vorläufige Sachverwalter ist Rechtsanwalt Rainer M. Bähr.

Solarwatt AGDer Vorstand der SOLARWATT AG strebt nun gemeinsam mit dem renommierten Restrukturierungsexperten Andreas Ziegenhagen, Partner der international tätigen Wirtschaftskanzlei Salans LLP, in Zusammenarbeit mit Rechtsanwalt Rainer M. Bähr als vorläufigem Sachwalter die Sanierung des Unternehmens in Eigenverwaltung an.

 

Der Antragstellung vorausgegangen waren intensive Gespräche, die der Vorstand der SOLARWATT AG in den letzten Wochen mit den Kapitalgebern geführt hatte, um ein bereits erstelltes Sanierungskonzept zur Unterstützung der Wachstumsstrategie im Systembereich umzusetzen. Da diese Gespräche aufgrund unterschiedlicher Auffassungen der Aktionäre über die Bedingungen der notwendigen Kapitalmaßnahmen nicht erfolgreich abgeschlossen werden konnten, war trotz unveränderter Zahlungsfähigkeit der Gesellschaft aufgrund der nicht zu realisierenden Kapitalmaßnahmen von einer negativen Fortführungsprognose und damit einer Überschuldung im insolvenzrechtlichen Sinne auszugehen.
 
Schutzschirmverfahren bietet klare Vorteile

Im Vergleich mit einem Insolvenzverfahren weist das Schutzschirmverfahren in Eigenverwaltung wesentliche Unterschiede auf. Ein wichtiger Vorteil ist, dass der Vorstand das Unternehmen weiterhin verantwortlich lenkt und ihm ein Sachwalter zur Seite gestellt wird, der das Verfahren aus der Perspektive des Gläubigerschutzes begleitet. Darüber hinaus bietet das Schutzschirmverfahren die Möglichkeit, die Verfahrensdauer im Vergleich zur Regelinsolvenz erheblich zu verkürzen.
 
Detlef Neuhaus, Vorstandsvorsitzender der SOLARWATT AG: „Unter den gegebenen Bedingungen bietet das Schutzschirmverfahren der SOLARWATT AG die notwendige Flexibilität für eine nachhaltige Sanierung des Unternehmens. Sobald unsere Finanzierung auf eine stabile Basis gestellt ist, kann SOLARWATT seine Kompetenzen in den Bereichen Solarsysteme, Stromspeichertechnik und innovative Solarmodule im Interesse aller Stakeholder des Unternehmens besser nutzen“. Neuhaus ergänzte: „Im ersten Halbjahr 2012 ist unser Absatz im zukunftsträchtigen Systembereich verglichen mit dem Vorjahr um 120 Prozent gestiegen. Damit haben wir mit unseren leistungsfähigen Produkten und Lösungen dank des Engagements unserer Mitarbeiter in einem schwierigen Marktumfeld ein Wachstum weit über dem Branchendurchschnitt erreicht. Das macht uns Mut für die Zukunft.“
 
Restrukturierung in Eigenverwaltung

Durch die Eröffnung des vorläufigen Schutzschirmverfahrens in Eigenverwaltung nach §270b InsO bleibt die SOLARWATT AG selbst voll handlungsfähig. Restrukturierungsberater Andreas Ziegenhagen betonte: „Mit diesem Verfahren kann der Vorstand der SOLARWATT AG die Möglichkeiten der zum 1. März 2012 novellierten Insolvenzordnung mit dem Ziel einer nachhaltigen Sanierung in vollem Umfang und im Sinne seiner Gläubiger, Kunden, Mitarbeiter und weiteren Stakeholder in Anspruch nehmen. Das Schutzschirmverfahren nach §270b InsO gilt als das sanierungsfreundlichste Verfahren, das das deutsche Recht vorsieht“.
 
Der Geschäftsbetrieb von SOLARWATT läuft unverändert weiter, so dass die Kunden ihre Ware in bewährt guter Qualität erhalten. Kunden, die sich für Produkte von SOLARWATT entscheiden, können auch künftig die branchenüblichen Gewährleistungsansprüche und Garantien in Anspruch nehmen, die im Rahmen einer Versicherungslösung ohne Mehrkosten für die Kunden zur Verfügung gestellt werden. Forderungen aus seit heute von SOLARWATT in Auftrag gegebenen Lieferungen und Leistungen werden regulär beglichen. Die nächsten drei Monatsgehälter der angestellten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind über Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit gesichert.
 
Der Vorstand der SOLARWATT AG hat nun bis zum 31. Juli 2012 Zeit, dem Amtsgericht Dresden ein detailliertes Sanierungskonzept vorzulegen, über das nach Prüfung durch das Gericht die Gläubigerversammlung abzustimmen hat. Bei einer positiven Entscheidung durch die Gläubigerversammlung würde das Schutzschirmverfahren aufgehoben und die Solarwatt AG könnte ihr operatives Geschäft als saniertes Unternehmen fortführen.
 
Sachwalter der SOLARWATT AG, Rechtsanwalt Rainer M. Bähr: „Ich erwarte, dass SOLARWATT die vom Gesetzgeber neu geschaffenen Möglichkeiten des Schutzschirmverfahrens für eine erfolgreiche Sanierung im Sinne seiner Gläubiger, Mitarbeiter und Kunden nutzt.“
 
Ausbau des Systemangebots bildet Kern der Zukunftsstrategie

Neue Solarsysteme, neue Technologien zur Stromspeicherung und innovative neue Solarmodule bilden die wesentlichen Elemente der Zukunftsstrategie der SOLARWATT AG. Das Unternehmen hat bereits vor knapp zwei Jahren einen Strategiewechsel vom reinen Modulproduzenten hin zum Anbieter von Systemlösungen eingeleitet. So sind leistungsfähige Stromspeicher ein wichtiger Schritt zum unabhängigen Solarstromsystem der Zukunft, weil sie es ermöglichen, die Eigenversorgung von Haushalten wirtschaftlich auf 70 bis 80 Prozent zu erhöhen.

Auf der in München stattfindenden internationalen Solarfachmesse Intersolar stellt SOLARWATT sein bereits ab Januar 2013 verfügbares erstes Speichertechnik-Paket vor, das – gesteuert von einem intelligenten Energiemanager – die angestrebte Eigenversorgungsquote mit Akkus auf Basis von Lithiumeisenphosphat erreicht. Darüber hinaus erweitert SOLARWATT das Modulangebot gezielt um Systemlösungen, die sich an den spezifischen Nutzungsbedingungen von Privathaushalten oder dem industriellen Umfeld orientieren und jeweils eine optimale Energieausbeute gewährleisten. SOLARWATT wird in Halle A1, Stand 450 diese und weitere Produktneuheiten präsentieren.
 
Quelle: SOLARWATT

 

Berlin, 04. Juni 2012, Über das Vermögen des Solarmodulherstellers Odersun AG wurde Anfang Juni nun endgültig das Insolvenzverfahren eröffnet. Die Sanierung in Eigenregie scheiterte, ein Investor konnte bislang immer noch nicht gefunden werden (Wir berichteten: Kein Investor für Odersun - Ende für die Beschäftigten).

Zwar laufen bereits Gespräche mit Investoren, dennoch setzt der zum Insolvenzverwalter bestellte Rechtsanwalt Rüdiger Wienberg die Suche nach Investoren fort. Wie er mitteilt, steht die Produktion bis auf weiteres still. Jedoch könnte die Produktion kurzfristig wieder in einen betriebsbereiten Zustand versetzt werden.

Quelle: Odersun AG