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Insolvenzen

 

Blaubeuren, 30. Juli 2012, Am 11. Juli 2012 musste das Photovoltaikunternehmen centrotherm photovoltaics AG Insolvenz anmelden (Wir berichteten: centrotherm photovoltaics AG meldet Insolvenz an - Schutzschirmverfahren in Eigenverwaltung). centrotherm photovoltaics zog die Eigenverwaltung im Schutzschirmverfahren vor. Derzeit wird im Unternehmen ein Sanierungskonzept erarbeitet, welches die Verschiebung der ordentlichen Hauptversammlung und der Veröffentlichung des Halbjahresberichts nach sich zieht.

Das Sanierungskonzept hat wesentlichen Einfluss auf die zukünftige Entwicklung des Unternehmens. Vor diesem Hintergrund haben Vorstand und Aufsichtsrat entschieden, die für den 14. August 2012 geplante ordentliche Hauptversammlung auf einen späteren Zeitpunkt, voraussichtlich gegen Ende 2012 oder Anfang 2013, zu verschieben. Auch die Veröffentlichung des Halbjahresberichts wird aus diesem Grund nicht am 9. August 2012 sondern zu einem späteren Termin erfolgen.

Quelle: centrotherm photovoltaics AG

 

Dresden, 28. Juli 2012, Letzten Donnerstag musste die Sunstrom GmbH aus Dresden wegen Zahlungsunfähigkeit Insolvenz beim Amtsgericht anmelden. Der in der Solarbranche bereits bekannte Rechtsanwalt Rüdiger Wienberg wurde zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Die Sunstrom GmbH ist eine Tochtergesellschaft der Solarwatt AG.

Die Gehälter der etwa 140 Mitarbeiter ist bis Ende September über das Insolvenzgeld gesichert. Wienberg ist auch beim Photovoltaikunternehmen Sunstrom GmbH bestrebt, schnellstmöglich Kontakt mit Lieferanten und Kunden aufzunehmen um zu prüfen, ob laufende Solarprojekte zum Abschluss gebracht werden können.

Wienberg wird im Anschluss die Optionen einer Sanierung prüfen. Wienberg ist sich sicher, dass das bereits seit über 12 Jahre bestehende Unternehmen für Investoren interessant sein könnte. Zumal im letzten Jahr ein Umsatz von rund 25 Mio. Euro erwirtschaftet wurde. Das Unternehmen ist auf die Realsierung von schlüsselfertigen Projekten spezialisiert.

Quelle: Rüdiger Wienberg

Blaubeuren, 11. Juli 2012, Mit dem Solarunternehmen centrotherm photovoltaics AG meldet ein weiteres PV-Unternehmen Insolvenz an. centrotherm photovoltaics musste gestern beim zuständigen Amtsgericht Ulm einen Antrag auf Einleitung eines Schutzschirmverfahrens stellen und in Zusammenhang damit die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung. Das Unternehmen versucht durch die Eigenverwaltung und den eingeschlagenen Sanierungskurs von selbst wieder auf die Beine zu kommen.

Unterstützend hat der Aufsichtsrat der centrotherm photovoltaics AG auch den Sanierungsexperten Tobias Hoefer in den Vorstand berufen. Der Rechts- und Fachanwalt für Insolvenzrecht Tobias Hoefer ist auf komplexe Sanierungen von Konzernen spezialisiert.

Die Insolvenz betrifft auch die Tochtergesellschaften centrotherm thermal solutions GmbH & Co. KG sowie die centrotherm SiTec GmbH. Die Aktivitäten der Gesellschaften centrotherm management services GmbH & Co. KG und centrotherm cell & module GmbH sollen im Zuge der Eigensanierung voraussichtlich in der AG gebündelt werden. Alle anderen in- und ausländischen Tochtergesellschaften arbeiten weiter wie bisher und nehmen nicht am Schutzschirmverfahren teil.

Während der auf drei Monate befristeten Phase des Schutzschirms ist das Unternehmen vor Vollstreckungen und Zwangsmaßnahmen der Gläubiger weitgehend geschützt und bleibt voll handlungsfähig.

Nach Überzeugung von Vorstand und Aufsichtsrat der centrotherm photovoltaics AG ist dieser Schritt in der gegenwärtig schwierigen Lage der Gesellschaft die beste Option, um die eingeleitete Sanierung der Gruppe im Interesse von Mitarbeitern, Kunden, Lieferanten, Aktionären und Gläubigern erfolgreich abzuschließen und so den Fortbestand zu sichern.

Schutzschirmverfahren schafft Spielraum für nachhaltiges Zukunftskonzept

Tobias Hoefer: „Ich verstehe meine neue Aufgabe vor dem Hintergrund des Schutzschirmverfahrens als Moderator der Interessen aller Verfahrensbeteiligter. Denn es muss das gemeinsame Ziel aller sein, das Unternehmen centrotherm trotz des gravierenden Markteinbruchs zu erhalten und in eine erfolgreiche Zukunft zu führen. Wenn das gelingt, profitieren alle davon. Das Schutzschirmverfahren bietet die besten Chancen dazu und ich denke, dass meine mehr als 15jährige Erfahrung als Unternehmenssanierer wie als Insolvenzverwalter bei dem dafür notwendigen Ausgleich der Interessen von Nutzen sein kann.“

Geschäftsbetrieb soll weiter laufen

Der Geschäftsbetrieb bei der centrotherm photovoltaics AG und den übrigen Gesellschaften der Gruppe läuft derzeit unverändert weiter.

Vorstandssprecher Robert M. Hartung: „Unsere Kunden erhalten wie gewohnt Engineering sowie Dienstleistungen, Technologie und Produkte in erstklassiger Qualität von centrotherm. Der Schutzschirm nach dem ESUG schafft den notwendigen Spielraum, um ein im Interesse aller Verfahrensbeteiligten liegendes ausgewogenes und nachhaltiges Zukunftskonzept zu realisieren. Gleichzeitig bleibt die centrotherm photovoltaics AG selbst handlungsfähig. Da wir weiterhin zahlungsfähig sind, können wir sowohl Kundenaufträge planmäßig abarbeiten, wie auch unsere Lieferanten bezahlen“

Allerdings dürfen Verbindlichkeiten, die vor der Antragstellung begründet wurden, während des Schutzschirmverfahrens nicht beglichen werden. Sie sollen jedoch im Rahmen des mit den Gläubigern abgestimmten Sanierungskonzepts bestmöglich befriedigt werden.

Kernelemente der Sanierung des centrotherm photovoltaics Konzerns

Die Konzentration auf die technologischen Stärken und Kerngeschäftsfelder, wie den Maschinenbau für den Energie- und High-Tech-Industriebereich sind dabei die Grundpfeiler des Zukunftskonzepts, das in den nächsten Wochen noch weiter ausgearbeitet werden soll. „Bei thermischem Equipment und den damit verbundenen Technologien waren und sind wir Weltmarktführer. In diese Kompetenz müssen und werden wir weiter investieren, um unseren Technologie- und Wettbewerbsvorsprung zu halten“, macht Robert M. Hartung deutlich.

centrotherm könne mit seinen Produkten Technologie- und Effizienzmotor der globalen Energiewende sein und die sogenannte Grid Parity verwirklichen, nämlich Strom aus Photovoltaik gegenüber konventionellen Energieträgern wettbewerbsfähig zu machen. Gerade in neuen Märkten wie der MENA-Region (Mittlerer Osten und Nordafrika) verzeichne centrotherm photovoltaics daher eine hohe Nachfrage. Dies eröffne große Potenziale für die Zukunft. Im Unterschied zur bisherigen Vorgehensweise werde man bei der Erschließung dieser Potenziale allerdings bei Großprojekten nur noch als Technologiepartner Expertise und Produkte einfließen lassen, um damit Risiken zu begrenzen, so Robert M. Hartung.

Angesichts des konjunkturellen Einbruchs der Solarindustrie in den vergangenen Monaten und der daraus folgenden Auftrags- und Umsatzrückgänge sind jedoch weitere Kapazitätsanpassungen und Kostensenkungen erforderlich. „Wir brauchen weitere Strukturanpassungen, um den Bestand unseres Unternehmens für die Zukunft zu sichern. Damit erhalten wir die Wettbewerbsfähigkeit von centrotherm in einer schwierigen Marktsituation“, betont Restrukturierungsvorstand Jan von Schuckmann. „Parallel werden wir weiterhin in Forschung & Entwicklung investieren und unsere außergewöhnliche Marktposition ausbauen.“

Quelle: centrotherm photovoltaics AG

Bitterfeld-Wolfen, 19. Juli 2012,  Vor einer weiteren Verhandlungswoche mit ernsthaft interessierten Investoren in Asien hat die Geschäftsführung der Sovello GmbH die Beschäftigten des integrierten Solarmodulherstellers auf einer Belegschaftsversammlung über anstehende Personalmaßnahmen unmittelbar informiert: „In den Bereichen Forschung, Entwicklung, Anwendung, Produktion und Vertrieb müssen eine Vielzahl von Maßnahmen zügig und konsequent umgesetzt werden, um die Material- und Sachkosten so anzupassen, dass Sovello wieder schwarze Zahlen schreiben kann und für Investoren interessant bleibt“, erklärte Dr. Reiner Beutel, Vorsitzender der Geschäftsführung der Sovello GmbH. „So bitter das für uns alle ist: In der Konsequenz bedeutet das nach heutigem Stand der Dinge auch, dass Sovello sich den anstehenden Herausforderungen kurzfristig noch mit einer Belegschaft von 495 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern stellen kann.“

Sovello GmbHAuf der Belegschaftsversammlung kündigte Beutel für 475 Beschäftigte den Übergang in eine Transfergesellschaft an: „Die Finanzierung der Gesellschaft, die Mitarbeiter weiter beschäftigen, weiter qualifizieren und weiter vermitteln soll, ist noch nicht abschließend geklärt. Wir sehen uns dennoch in der Verantwortung, die Mitarbeiter jetzt zu informieren und ab der kommenden Woche die ersten Gespräche mit den Fachleuten der Transfergesellschaft über die Qualifikationsprofile zu ermöglichen.“ Beutel dankte allen Sovello-Beschäftigten für deren Engagement und Loyalität zum Unternehmen.
 
Investorenprozess zügig abschließen
 
„Sovello stellt Solar-Wafer deutlich effizienter und ressourcenschonender her als Wettbewerber mit konventionellen Technologien. Um wieder wettbewerbsfähig und profitabel wirtschaften zu können müssen wir diese technologischen Stärken mit Unterstützung eines passenden Investors weiter ausbauen. Derzeit können wir noch nicht absehen, ob wir genau auf den 1. August 2012 die Verhandlungen mit einem Investor erfolgreich abschließen können“, so Beutel weiter. Der Vorsitzende der Sovello-Geschäftsführung machte allerdings unmissverständlich klar, dass die Investorenlösung „innerhalb weniger Wochen“ unterzeichnet sein müsse, um rund 500 Arbeitsplätze bei Sovello und die Perspektiven für den Solarstandort Bitterfeld-Wolfen zu erhalten.
 
Quelle: Sovello GmbH

Bitterfeld-Wolfen, 02. Juli 2012, Wie das Unternehmen Q-Cells SE aktuell bekannt gibt, wurde das Insolvenzverfahren über das Vermögen des Unternehmens nun beim Amtsgericht Dessau/Roßlau wegen Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung eröffnet. Zum Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Henning Schorisch bestellt. Die Q-Cells SE hatte am 3. April 2012 Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens gestellt (Wir berichteten: Q-Cells SE - Insolvenzverfahren eröffnet - Anwendung des neuen Insolvenzrechts).

Erst kürzlich gab es Gerüchte darüber, dass der Solarmodulhersteller Hanwha Corp. Kaufinteresse am insolventen Photovoltaikunternehmen bekundet haben soll. Die Nachrichtenagentur Reuters hatte sich auf südkoreanische Medien berufen, die über eine Übernahme von Q-Cells durch Hanwha berichteten. Von Q-Cells hingegen gab es hierzu keine Stellungnahme.

Quelle: Q-Cells SE