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Insolvenzen

 

Bitterfeld-Wolfen, 02. August 2012, Am gestrigen Tag wurde das Insolvenzverfahren gegen die Sovello GmbH durch das Amtsgericht Dessau-Roßlau eröffnet (Wir berichteten: Gericht eröffnet Insolvenzverfahren gegen Sovello). Das Gericht folgte damit den einstimmigen Votum des Gläubigerausschusses gefolgt, die Eigenverwaltung abzulehnen.

Sovello GmbH

In Folge dessen übernimmt Insolvenzverwalter und Rechtsanwalt Prof. Dr. Lucas F. Flöther das Ruder beim Solarmodulhersteller. Flöther hat sich gestern sofort zum Sitz des Unternehmens in Bitterfeld-Wolfen begeben, um dort die Lage zu prüfen. Er wird die kommenden Tage nutzen, um sich in Gesprächen mit Geschäftsführung, Betriebsrat und anderen Beteiligten ein Bild der Lage zu machen.

Insbesondere wird Flöther die zur Verfügung stehenden Optionen zur Fortführung und zum Erhalt des Unternehmens prüfen. Am heutigen Donnerstag trifft Flöther mit dem Gläubigerausschuss zusammen, um die weiteren Schritte zu beraten. Am morgigen Freitag wird Flöther die Sovello-Mitarbeiter über den Stand der Dinge informieren.

Da für die Beschäftigten des Unternehmen das Insolvenzgeld mit der Insolvenzeröffnung ausgelaufen ist, muss das Solarunternehmen die Löhne und Gehälter der Mitarbeiter wieder aus eigener Tasche bezahlen. Der Insolvenzverwalter wird die Öffentlichkeit in Kürze über die weiteren Schritte informieren.

Quelle: Sovello GmbH

Dresden, 01. August 2012, Das Solarunternehmen SOLARWATT AG konnte beim Amtsgericht Dresden fristgerecht den Restrukturierungsplan einreichen, der von den Sanierungsexperten der Salans LLP vorbereitet wurde. Erst im Juni 2012 musste das Unternehmen am Eröffnungstag der Intersolar in München beim Amtgericht Dresden wegen drohender Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung einen Antrag auf das Schutzschirmverfahren stellen (Wir berichteten: SOLARWATT AG beantragt Insolvenz in Eigenregie).

Solarwatt AG

Das Gericht hat daraufhin das Verfahren eröffnet und gegenüber dem Solarunternehmen die Eigenverwaltung angeordnet. Zudem wurde Rainer M. Bähr zum Sachverwalter bestellt. Der Restrukturierungsplan wird vom Amtsgericht einer Prüfung unterzogen, nach Überprüfung veröffentlicht und im Anschluss der Gläubigerversammlung vorgelegt. Zudem plant der Multimilliardär und Anteilseigner Stefan Quandt eine Kapitalerhöhung von fünf Millionen Euro zu übernehmen (94 Prozent). Weitere 6 Prozent sollen von einer Beteiligungsgesellschaft der Familie Quandt bereitgestellt werden. Des Weiteren will Quandt dem Solarunternehmen ein Gesellschafterdarlehen in Höhe von fünf Mio. Euro zur Verfügung stellen. Quandt hält bisher über 36 Prozent am Unternehmen. Über 98 Beschäftigte sollen in einer Transfergesellschaft untergebracht werden.

Das Amtsgericht Dresden hat für den 11. September 2012 einen Erörterungs- und Abstimmungstermin festgelegt, in dem über den Plan und somit über die Restrukturierung der SOLARWATT AG abgestimmt wird. Wird der Plan durch die Gläubigerversammlung angenommen, bedarf der Plan noch der Bestätigung des Amtsgerichts.

Sachwalter Rainer M. Bähr: "Sobald diese Bestätigung rechtskräftig ist, beschließt das Amtsgericht die Aufhebung des Insolvenzverfahrens - und die SOLARWATT AG agiert als vollständig durchsaniertes Unternehmen wieder regulär im Solarmarkt." Absatzwachstum im Systembereich stimmt zuversichtlich

Der Gesamtabsatz - insbesondere der Absatz im Systembereich - hat sich bei SOLARWATT im ersten Halbjahr 2012 gut entwickelt: Trotz schwieriger Marktbedingungen lag der Gesamtabsatz zwischen Januar und Juni 2012 um 22 Prozent höher als im Vorjahreszeitraum. Im Zielsegment der privaten und gewerblichen Kunden hat sich der Absatz von Systemen per Ende Juni im Vergleich mit dem Vorjahr sogar mehr als verdoppelt - dies ist ein weitere Bestätigung für die strategische Ausrichtung der SOLARWATT als Premium-System-Anbieter.

Detlef Neuhaus, Vorstandsvorsitzender der SOLARWATT AG: "Vor allem im wachsenden Markt für Systemlösungen nehmen wir eine Führungsrolle ein. Das wurde uns im Juni auch auf der für SOLARWATT erfolgreich verlaufenen, international führenden Branchenmesse Intersolar in München bestätigt: Hier konnte SOLARWATT leistungsfähige Systemlösungen zur Eigenversorgung von Haushalten präsentieren, die modernste Photovoltaik- und Speichertechnologie kombinieren und die vom Kunden aus hochwertigen Komponenten ebenso unkompliziert wie individuell zusammengestellt werden können. Es freut uns besonders, dass uns auch nach Einleitung des Schutzschirmverfahrens alle Kunden treu geblieben sind und wir darüber hinaus noch neue Kunden von den SOLARWATT-Lösungen überzeugen konnten. Wenn wir die Sanierung jetzt wie geplant umsetzen können, steht unser Unternehmen auf einem soliden Fundament, auf dem wir den Systembereich weiter ausbauen können."

Stefan Quandt ist bereit, die Solarwatt AG als Ankerinvestor zu begleiten

Der Unternehmer Stefan Quandt beabsichtigt, die Sanierung des Unternehmens im Rahmen des Sanierungskonzepts zu unterstützen, sollte der Restrukturierungsplan vom Amtsgericht rechtskräftig bestätigt werden. Technisch soll das zuvor auf null herabgesetzte Grundkapital durch eine Kapitalerhöhung um insgesamt 5 Mio. Euro erhöht werden, die Stefan Quandt zu 94 Prozent und die ACTON 1. Beteiligungs GmbH zu 6 Prozent zeichnen. Darüber hinaus wird Stefan Quandt dem Unternehmen weitere 5 Mio. Euro als Gesellschafterdarlehen zur Verfügung stellen. Insbesondere soll das neue Kapital für den Ausbau des zukunftsträchtigen Systembereichs verwendet werden.

Sanierungs- und Personalmaßnahmen insbesondere im Produktions- und Fertigungsbereich für Solarmodule vorgesehen

Als Folge der beschleunigten Fokussierung auf den Systembereich hat der Vorstand in enger Abstimmung mit dem Betriebsrat und dem Aufsichtsrat die im Rahmen des Restrukturierungsplans notwendigen Sanierungs- und Personalmaßnahmen beschlossen, die mit Schwerpunkt den Produktionsbereich für Solarmodule betreffen werden. Die Anzahl der Produktions- und Fertigungslinien soll hier reduziert und die Auslastung optimiert werden. Mit dem vom Vorstand gemeinsam mit dem Betriebsrat erarbeiteten Plan ist es gelungen, 337 der 435 Arbeitsplätze zu erhalten. Bis zum 10. August 2012 werden nun zwischen den Betriebsparteien Verhandlungen über den Sozialplan und die Beauftragung einer Transfergesellschaft geführt. Die Transfergesellschaft soll die von den Personalmaßnahmen betroffenen Mitarbeiter qualifizieren und bei der Suche nach einer neuen Beschäftigung unterstützen. Die Personalmaßnahmen sollen so sozialverträglich wie möglich gestaltet werden.

Detlef Neuhaus: "Wir danken allen Mitarbeitern für ihren Einsatz und ihre Treue vor allem auch in den herausfordernden Wochen seit Einleitung des Schutzschirmverfahrens. Gemeinsam mit dem Betriebsrat mussten wir schwierige Entscheidungen treffen, die nach unserer gemeinsamen Auffassung jedoch angesichts des momentanen Marktumfelds unvermeidbar sind, wenn wir als SOLARWATT AG weiter am Markt bestehen wollen. Mit der Beauftragung einer Transfergesellschaft können wir den betroffenen Mitarbeitern eine sozialverträgliche Lösung anbieten."

Vorgesehene Mindestbefriedigungsquote für nicht-nachrangige, unbesicherte Gläubiger deutlich über durchschnittlicher Quote bei Regelinsolvenzen

Das Schutzschirmverfahren in Eigenverwaltung gem. § 270b InsO gilt als das sanierungsfreundlichste Verfahren, das das deutsche Recht vorsieht. Laut dem Institut für Mittelstandsforschung Bonn liegt die durchschnittliche Befriedigungsquote in einem Regelinsolvenzverfahren bei rund 3,6 Prozent. Die Mindestbefriedigungsquote der nichtnachrangigen, unbesicherten Gläubigeransprüche soll dem von der SOLARWATT AG vorgelegten Insolvenzplan zufolge 16,0 Prozent betragen.

Zu dieser Gläubigergruppe gehören auch die Anleihegläubiger. Die Zahlung der Mindestquote soll dabei bereits vier Wochen nach rechtskräftiger Bestätigung des Plans, also noch in diesem Jahr, erfolgen. Zum Vergleich wird die Quote in einem Regelinsolvenzverfahren i.d.R. erst nach mehreren Jahren ausgezahlt. Im Februar 2015 könnte aus der dann möglichen Auflösung von Rückstellungen eine zweite Zahlung in Höhe von bis zu 1,5 Millionen Euro - verteilt auf alle anspruchsberechtigten nicht- nachrangigen Insolvenzgläubiger - erfolgen, falls die in Rede stehenden Rückstellungen per 31. Dezember 2014 aufgelöst werden können. Das Amtsgericht hat alle Gläubiger aufgefordert, Ihre Forderungen bis spätestens 3. September 2012 beim Sachwalter Rainer M. Bähr schriftlich zweifach anzumelden.

Solarwatt richtet Bitte an die Gläubiger

Detlef Neuhaus hob die wichtige Rolle der Gläubiger für die Sanierung hervor: "Wir sind davon überzeugt, gemeinsam mit allen Parteien einen Restrukturierungsplan entwickelt zu haben, der im Sinne aller Stakeholder der SOLARWATT AG ein faires Angebot darstellt. Nun liegt es an den Gläubigern, sich hinter den Plan zu stellen und damit den Fortbestand des Unternehmens und der überwiegenden Zahl seiner Arbeitsplätze zu sichern. Mit der Unterstützung unserer Gläubiger können wir diese schwierige Unternehmensphase hinter uns lassen und uns wieder auf das konzentrieren, was wir am besten können: hochqualitative, innovative und zuverlässige Photovoltaiklösungen."

Quelle: Solarwatt AG

 

Bitterfeld-Wolfen, 31. Juli 2012, Die Belegschaft des Solarmodulhersteller Sovello GmbH wurde nun vom vorläufigen Sachwalter Bernd Depping und dem Geschäftsführer Dr. Reiner Beutel über den aktuellen Stand des Sanierungs- und Investitionsprozesses informiert.

Sovello GmbH

Zwei Millionen für Transfergesellschaft

In einer Nachtschicht haben Depping und Beutel die wirtschaftliche Lage des Solarunternehmens und den Stand des Investorenprozesses abermals bewertet. Nachdem die Investitionsbank abgesagt hat, die Transfergesellschaft abzusichern, beschloss man die Transfergesellschaft aus eigener Kraft sicherzustellen.

„Im Ergebnis wird Sovello die Mittel von gut zwei Millionen Euro für die Transfergesellschaft aus eigener Kraft sicherstellen“, so Depping. „Das ist verantwortungsvoll gegenüber den engagierten und qualifizierten Mitarbeitern und es ist im Interesse der Gläubiger wirtschaftlich geboten, da Alternativen deutlich mehr Kosten verursachen würden.“

Zukunft für 475 Beschäftigte

Die 475 Beschäftigten, die zum überwiegenden Teil in den letzten Tagen bereits erste Gespräche zu ihrem Qualifikationsprofil geführt haben, werden ab Anfang August für fünf Monate weiter beschäftigt, weiter qualifiziert und weiter vermittelt.

Investorenprozess zügig abschließen

Geschäftsführer Beutel informierte die Belegschaft über den Verlauf der Gespräche mit Investoren in Asien: „Insgesamt sind seit Mitte Mai über 260 Interessenten angesprochen worden, von denen sieben ernsthaftes Interesse gezeigt hätten und aktuell vier noch im Rennen sind“, so Beutel.

Das Interesse an dem integrierten Produktionsprozess Sovellos, bei dem bis zu 50 Prozent weniger Silizium und 50 Prozent weniger Energie benötigt wird als bei konventionellen Wettbewerbern, sei unverändert sehr hoch. Die Verhandlungspartner seien sich über die zeitliche Herausforderung und den Bedarf an Liquidität völlig im Klaren und hätten jeweils für sich selbst
eine klare Vorstellung von der Struktur der Transaktion entwickelt.

Fazit der Verhandlungen

„Unser Fazit der Verhandlungen: Es besteht eine realistische Chance und ist aller Mühen wert, Sovello mit der STRING RIBBON™-Technologie und rund 500 Arbeitsplätzen mit passenden Investoren am Standort Thalheim zu erhalten“, so Beutel weiter.

„Wir hoffen, dass wir mit Eröffnung des Insolvenzverfahrens nahtlos an unsere Gespräche mit Investoren anknüpfen können und mit einem eingespielten Team die vorbereiteten Sanierungsmaßnahmen anpacken und umsetzen können“, erklärte Beutel auf der Belegschaftsversammlung.

Zu Kommentaren der Landespolitik zum Stand des Sanierungs- und Investorenprozesses befragt sagte Beutel: „Sollten die Äußerungen einiger Landespolitiker zum Stand des Verfahrens gut gemeint gewesen sein, um die Verhandlungen zu beschleunigen, so waren diese letztendlich wenig hilfreich und alles andere als gut gemacht.“ Zeitlich, inhaltlich wie handwerklich seien die Kommentare zu Sovellos Sanierungsanstrengungen schlichtweg irreführend: „Ein wesentlicher Teil der Fertigung soll nach dem Willen der Investoren in Thalheim bleiben und den europäischen Markt bedienen können.“

Quelle: Sovello GmbH

 

Bitterfeld-Wolfen, 01. August 2012, Erst gestern gab das Unternehmen bekannt, eine Transfergesellschaft für 475 Beschäftigte aus eigener Kraft stemmen zu wollen (Wir berichteten: Sovello - Transfergesellschaft von gut zwei Mio. Euro aus eigener Kraft). Nun hat das Amtsgericht Dessau-Roßlau das Insolvenzverfahren gegen das Photovoltaikunternehmen Sovello eröffnet.

Sovello GmbH

Eine Insolvenz in Eigenverwaltung wurde vom Gericht nun abgelehnt. Der vorläufige Sachverwalter Bernd Depping wird demnach durch den Insolvenzverwalter Rechtsanwalt Lucas Flöther ersetzt.

Quelle: Sovello GmbH

 

Thalheim, 30, Juli 2012, Die Geschäftsführung der Sovello GmbH will den Investorenprozess bis Ende August 2012 abschließen. „Wir sind auf einem guten Weg, den Investorenprozess erfolgreich abzuschließen. Im Ergebnis ist die Fortführung von Sovello die wirtschaftlich sinnvollste Lösung im Interesse der Gläubiger“, kommentiert Dr. Reiner Beutel, Vorsitzender der Geschäftsführung der Sovello GmbH, eine Pressemitteilung des Wirtschaftsministeriums, die „Sovello kalt erwischt hat, die Sachverhalte auf den Kopf stellt und gegenüber der gesamten Belegschaft unverantwortlich ist."

Sovello GmbH

Zwei Erkenntnisse hat die Geschäftsführung aus ihren jüngsten Gesprächen in Asien mitgenommen, so Beutel: „Das Interesse an unserem integrierten Produktionsprozess, bei der wir bis zu 50 Prozent weniger Silizium und 50 Prozent weniger Energie benötigen als konventionelle Wettbewerber, ist unverändert sehr hoch. Und: Unsere Verhandlungspartner haben jeweils eine klare Vorstellung von der Struktur der Transaktion. Der Prozess wird umfangreicher als bislang geplant und wir werden noch wenige Wochen für einen erfolgreichen Abschluss benötigen.“

Transfergesellschaft aus eigener Kraft sicherstellen

Die Investitionsbank habe beschlossen, trotz der Vorteile für alle Gläubiger die Finanzierung einer Transfergesellschaft nicht abzusichern. 475 Beschäftigte sollen für eine Absicherung von gut drei Millionen Euro bis zu fünf Monate lang weiter beschäftigt, weiter qualifiziert und weiter vermittelt werden. Beutel: „Wir unterstreichen unser Argument, dass die Fortführung die wirtschaftlich sinnvollste Lösung im Interesse aller Gläubiger ist, indem wir die Transfergesellschaft aus eigener Kraft stemmen wollen.“

Beutel versicherte, er werde gemeinsam mit der Sachwaltung „alles in seiner Macht stehende dafür tun, Sovello und rund 500 Arbeitsplätze zu erhalten“. Trotz permanenten Dialogs mit den Politikern und der Investitionsbank hätten diese sich gegen ein überschaubares und kalkulierbares unternehmerisches Risiko bis zum Abschluss des Investorenprozesses entschieden.

Produktion konzentrieren und weiter reduzieren

Am Standort Thalheim wird die Produktion mit Eröffnung des Insolvenzverfahrens zunächst weiter reduziert und auf die Produktionsanlagen mit modernen Quad-Öfen konzentriert: „Bis zum Abschluss des Investorenprozesses reduzieren wir für einen Großteil unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die regelmäßige Arbeitszeit“, erklärt Beutel. „Ich zolle allen Sovello-Beschäftigten, Lieferanten und Kunden Respekt, die unsere Sanierungsanstrengungen engagiert und loyal begleitet haben.“

Quelle: Sovello GmbH