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Insolvenzen

 

Dresden, 12. September 2012, Der Solarmodulhersteller Solarwatt AG musste im Juni 2012 wegen drohender Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung einen Antrag auf das Schutzschirmverfahren beim Amtgericht Dresden stellen. Im August konnte das Solarunternehmen beim Amtsgericht fristgerecht den Restrukturierungsplan einreichen, der von den Sanierungsexperten der Salans LLP vorbereitet wurde (Wir berichteten: SOLARWATT AG - Über Restrukturierungsplan in die Eigenverwaltung). Das Unternehmen ist auf Grund des massiven Preisverfalls bei Solarmodulen in die Insolvenz geschlittert. Bei der gestrigen Gläubigerversammlung wurde dem Restrukturierungsplan zugestimmt, der jetzt eine Neuausrichtung der Solarwatt AG ermöglicht.

Solarwatt AG

Große Hoffnung können die Beschäftigten des Unternehmens nun in den Multimilliardär und Anteilseigner Stefan Quandt setzen, der seit 1998 am Unternehmen beteiligt ist und jetzt frisches Kapital in Höhe von fünf Millionen Euro hinzuschießt. Gleichzeitig erhält das Unternehmen von Quandt ein Darlehen in gleicher Höhe. Die Gläubiger und Kleinanleger des Solarunternehmens müssen allerdings über 84 Prozent ihrer Forderungen abschreiben. Quandt gilt jetzt als Ankeraktionär.

Von etwa 100 Mitarbeitern getrennt

Das Unternehmen wird das Geschäft nunmehr mit 337 Beschäftigten, von vormals 435, weiterführen. "Nach Rechtskraft der Planbestätigung kann SOLARWATT auf Grundlage einer nachhaltigen Zukunftsperspektive mit 337 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern am Standort Dresden als vollständig durchsaniertes Unternehmen mit Fokus auf das wachstumsstarke Systemgeschäft durchstarten", so Detlef Neuhaus, Vorstandsvorsitzender der SOLARWATT AG.

Gläubiger müssen auf 84 Prozent ihrer Forderung verzichten

Nichtnachrangige, unbesicherte Insolvenzgläubiger, darunter vor allem Lieferanten und die Anleihegläubiger der SOLARWATT AG, erhalten bereits vier Wochen nach rechtskräftiger Bestätigung des Plans die Planquote von 16 Prozent auf ihre angemeldeten und festgestellten Forderungen. Im Februar 2015 könnte aus der dann möglichen Auflösung von Rückstellungen überdies eine zweite Zahlung in Höhe von bis zu 1,5 Millionen Euro – verteilt auf alle anspruchsberechtigten nicht-nachrangigen Insolvenzgläubiger – erfolgen, falls die in Rede stehenden Rückstellungen per 31. Dezember 2014 aufgelöst werden können.

Die SOLARWATT AG muss sich, wie viele andere Solarhersteller auch, in einem momentan schwierigen Solarmarkt, der von Überkapazitäten und damit einhergehenden Preisverfall geprägt ist, behaupten. Ob das gelingt und ob Quandt weitere Millionen zuschießen muss, ist fraglich.

Quelle: SOLARWATT AG

Bitterfeld-Wolfen, 29. August 2012, Auf der heutigen Gläubigerversammlung stimmten die Gläubiger von Q.Cells mit großer Mehrheit dem Verkauf des Unternehmens an die Hanwha-Gruppe zu. Somit geht durch die Übernahme nahezu der gesamte Geschäftsbetrieb der Q-Cells SE an die Koreaner. Im Rahmen einer "übertragenden Sanierung" übernimmt die Hanwha-Gruppe rund 1.250 der etwa 1.550 Mitarbeiter.

Q-Cells SE

Der Standort in Bitterfeld-Wolfen mit Forschung, Entwicklung und Produktion von Solarzellen und -modulen sowie den Verwaltungsstandort Berlin bleiben bestehen. In Malaysia bleibt der Produktionsstandort ebenfalls mit etwa 500 Beschäftigten unverändert. Nicht alle der internationalen Vertriebsgesellschaften werden übernommen. Ein Abbau von Arbeitsplätzen im Zuge der Integration wird überwiegend in der Verwaltung von Q.CELLS erfolgen, da zahlreiche Dopplungen mit der Organisation der Hanwha Gruppe bestehen.

 

Der Kauf- und Übertragungsvertrag steht noch immer unter aufschiebenden Bedingungen, u.a. durch die Kartellbehörden. Wie das photovoltaik-Unternehmen mitteilt, ist auf der Basis des Kauf- und Übertragungsvertrages damit zu rechnen, dass auf die Insolvenzforderungen im Rang des § 38 InsO eine Insolvenzquote von mindestens 20 Prozent ausgeschüttet werden kann. Die Aktionäre der Q-Cells SE werden aus den Erlösen des M&A-Prozesses weder Ausschüttungen noch sonstige, nennenswerte Vermögensvorteile erhalten.

Der Insolvenzverwaltung lagen zwar noch weitere Angebote in Bezug auf den Erwerb des Geschäftsbetriebs der Q-Cells SE vor (Wir berichteten: Photovoltaik - Der Poker um Q.Cells hat begonnen), jedoch fehlte es allerdings bislang an konkreten bzw. finalen Angeboten des Bieters.

Insolvenzverwalter Henning Schorisch: "In diesem für Q.CELLS extrem schwierigen wirtschaftlichen und politischen Umfeld ist es ein großer Erfolg, dass es gelungen ist, nicht nur Forschung und Entwicklung, sondern auch die Produktion am Standort Bitterfeld-Wolfen zu erhalten. Zwar bedauere ich den Verlust von Arbeitsplätzen. Doch freue mich sehr, dass Q.CELLS mit Hanwha einen starken Partner gefunden hat, der über die nötigen Mittel verfügt, Unternehmen, Marke und Mitarbeitern wieder eine langfristige Perspektive zu geben. Der Wert des Unternehmens und der Marke Q.CELLS beruht auf dem Know-how und der Loyalität der Mitarbeiter. Der erfolgreiche Verkauf wäre nicht möglich gewesen, wenn die Beschäftigen dem Unternehmen während dieser schwierigen Zeit nicht die Stange gehalten hätten. Natürlich bedauere ich es deshalb, dass nicht alle Mitarbeiter übernommen werden können."

Schorisch hat bereits die Gespräche mit dem Betriebsrat zum Abschluss eines Interessenausgleichs und eines Sozialplans wegen der erforderlichen Personalanpassungsmaßnahmen begonnen. Der Insolvenzverwalter hat zudem Mittel in Aussicht gestellt, um eine Transfergesellschaft einzurichten. Dort können die betroffenen Beschäftigten Weiterbildungsangebote in Anspruch nehmen und werden bei der Suche nach neuen Arbeitsplätzen unterstützt.

Quelle: Q.Cells SE

Bitterfeld-Wolfen, 27. August 2012, Der einstige Stern am Solarhimmel Q.Cells wurde am vergangenen Wochenende an den Hanwha-Konzern aus Südkorea verscherbelt. Wie der Insolvenzverwalter Henning Schorisch von Q.Cells mitteilte, wurde ein entsprechender Vertrag mit der Hanwha Gruppe gezeichnet, der jedoch unter einer aufschiebenden Bedingung steht. Diese besagt, dass die Veräußerung erst rechtskräftig wird, sofern die Gläubigerversammlung am 29. August der Veräußerung zustimmt. Was werden die Gläubiger dabei denken? Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach?

Q-Cells SE

Die Hanwha Gruppe übernimmt mit dem Kauf des insolventen Solarherstellers dessen betriebsbezogene Verbindlichkeiten in Höhe von 220 Mio. Euro und zahlt einen Barpreis von etwa 40 Mio. Euro. Die Hanwha Gruppe beabsichtigt den weitaus größten Teil der gesamten Q.CELLS Gruppe zu übernehmen.

Die Q-Cells SE hatte im April 2012 Insolvenz angemeldet und im Juli wurde das Insolvenzverfahren eröffnet (Wir berichteten: Insolvenzverfahren über das Vermögen der Q-Cells SE eröffnet), nachdem der in den Monaten davor angestrebten Finanzrestrukturierung durch eine Entscheidung des Oberlandesgerichts Frankfurt die rechtliche Grundlage entzogen worden war. Insolvenzverwalter Henning Schorisch von der Kanzlei hww wienberg wilhelm war es schnell gelungen, den Geschäftsbetrieb so zu stabilisieren, dass während des Insolvenzverfahrens keine Entlassungen ausgesprochen werden mussten. Zudem hatte er umgehend mit der Investorensuche begonnen.

Quelle: Q.CELLS

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Bitterfeld-Wolfen, 27. August 2012, Lange Zeit interessierte sich keiner ernsthaft für den insolventen Photovoltaikproduzenten Q.Cells. Dann brodelte die Gerüchteküche, der Hanwha-Konzern wolle Q.Cells übernehmen. Am Wochenende dann die Nachricht, dass bereits ein Vertrag mit aufschiebender Bedingung zwischen dem Insolvenzverwalter Henning Schorisch und Hanwha unterzeichnet worden ist (Wir berichteten: Q.Cells verscherbelt - Die Macht der Gläubiger). In zwei Tagen sollten die Gläubiger darüber entscheiden, ob Q.Cells an Hanwha geht oder endgültig zerschlagen wird. Doch nach traditioneller Ebay-Manier schaltete sich kurz vor Auktionsende noch das Solarunternehmen Isofotón ein.

Q-Cells SE

Ab jetzt wird gepokert und zwar verdammt hoch. Große Spannung, denn es geht immerhin um viele deutsche Arbeitsplätze. Jetzt kämpft Isofotón aus Spanien gegen Hanwha aus Südkorea um das Unternehmen Q.Cells. Es geht um alles oder nichts. Isofotón legte noch "in der letzten Sekunde" ein Übernahmeangebot vor. In zwei Tagen haben die Gläubiger die Wahl und können zwischen zwei Unternehmen wählen. Welches Unternehmen erhält den Zuschlag?

Ein Sprecher von Isofotón bestätigt, dass Isofotón-Präsident Serrano ein entsprechendes Angebot abgegeben hat mit dem Ziel, bei einem Zuschlag einen europäisches Solarkonzern aufziehen zu wollen. Dabei sollen zwar die Standorte Bitterfeld-Wolfen und Malaysia erhalten bleiben, aber 10 Prozent der Beschäftigten von insgesamt 1.300 müssten entlassen werden. Um die Übernahme zu finanzieren, stehe laut Isofotón ein US-Fonds bei der Finanzierung zur Seite.

Quelle: photovoltaik-guide.de - Michael Ziegler

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Blaubeuren, 22. August 2012, Das sich im Sanierungsprozess befindliche Photovoltaikunternehmen centrotherm photovoltaics AG zieht erste Konsequenzen und stellt den Betrieb der österreichischen Niederlassung (Wien) ein. Die Konzentration auf das Kerngeschäft soll laut Unternehmen fortgesetzt werden. Am 10. Juli musste das Unternehmen Insolvenz anmelden (Wir berichteten: centrotherm photovoltaics AG meldet Insolvenz an - Schutzschirmverfahren in Eigenverwaltung)

In einem weiteren Schritt wird der Betrieb und die finanzielle Unterstützung der centrotherm power solutions GmbH eingestellt. Der Bereich war auf Ingenieurdienstleistungen und Großprojektmanagement spezialisiert. Die 38 Beschäftigten wurden von dieser Entscheidung bereits informiert. Nach Rücksprache mit centrotherm gibt es keine Aussage darüber, wie mit den Beschäftigten verfahren wird. Man schweigt sich darüber aus, ob die Mitarbeiter entlassen oder in andere Geschäftsbereiche übertragen werden. Es sei wohl alles vom österreichischem Recht hinsichtlich der Abwicklung abhängig.

Durch die Entscheidung des Vorstands der AG, keine Leistungen mehr abzurufen und gleichzeitig keine Zahlungen mehr zu leisten, gibt es keine positive Fortbestehensprognose für die centrotherm power solutions GmbH mehr. Deshalb werden derzeit verschiedene Handlungsoptionen bezüglich der Abwicklung der Gesellschaft nach österreichischem Recht geprüft - bis hin zur vollständigen Schließung.

Quelle: centrotherm photovoltaics AG