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Hamburg/Aachen, 13. Januar 2010 - Trotz des voraussichtlichen Abbaus von Subventionen für die Solarindustrie könnte es für die Stromkunden wegen des rasanten Marktwachstums am Ende zu einer Kostenlawine kommen. Der Bundesverband der Verbraucherzentralen  befürchtet, dass Ökofirmen in Wahrheit weitere Mrd.-Beträge kassieren und Konsumenten auf der Strecke bleiben. Diese Befürchtungen sind nicht unbegründet. 2009 sind für deutsche Solarstromkunden Kosten von rund zehn Mrd. Euro entstanden. Bisher erhielten die Betreiber von Solaranlagen 43 Cent pro Kilowattstunde. Der 2010 geplante Subventionsabbau könnte auf 1. Juli vorgezogen werden.

"Aktuell verursacht die Herstellung und Installation einer Photovoltaikanlage in Deutschland Kosten von nicht mehr als 1.500 Euro pro Kilowatt. Daraus folgen Stromgestehungskosten von rund 18 Cent pro Kilowattstunde (unter Annahme einer 7,4-prozentigen Rendite für den Betreiber). Die Politik sollte Solarstrom daher nicht länger künstlich teuer halten. Künstlich teurer Solarstrom verhindert einen wirksamen Beitrag von Solarstrom für den Klimaschutz", erläutert Bernd Schüßler, Sprecher des Solarstrom-Magazins Photon, gegenüber pressetext. Angesichts des großen Zubaus bestehe eher eine Subventionserhöhung.

Viel Wachstum, wenig Subventionsabbau

Einigen sich die Branchenvertreter der Solarfirmen mit Abgesandten des Bundesministeriums am heutigen Mittwoch auf den Vorschlag des Bundesverbandes Solarwirtschaft, so würde die Förderung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz um 14 Prozent sinken. Zusammen mit der regulären Kürzung um etwa zehn Prozent zum 1. Januar 2010 würden Zuschüsse um rund ein Viertel pro Kilowattstunde sinken. Auf den ersten Blick klingt dies vielversprechend. Auf den zweiten aber ergeben sich aufgrund der größeren Zahl ans Netz gehender Solaranlagen in der Bundesrepublik Probleme. So soll die Industrie versucht haben, die Kosten kleinzurechnen.

Angaben über Zubauraten der Solarlobby untertrieben

Die nur moderate Wirkung der Subventionskürzung zeigt sich bei den nach Planungen vom Bundesverband der Solarwirtschaft 2009 in Deutschland gebauten Anlagen mit einer Leistung von 682 Kilowatt. Statt dieser Strommenge wurden laut Schüßler aber rund 3.000 Kilowatt installiert. "Das ist viermal so viel, wie erwartet wurde", sagt Schüßler. Im gleichen Umfang schnellten die Förderkosten in die Höhe, nämlich von 2,4 auf 10,4 Mrd. Euro. Insider argumentieren daher, dass die Subventionen pro Kilowattstunde zwar noch so schnell sinken können, bei einer weiterhin steigenden Strommenge jedoch kaum ins Gewicht fallen werden.

Unabhängige Brancheninsider kritisieren die immer wieder untertrieben in Umlauf gebrachten Zubauangaben für die Bundesrepublik. Bislang ging die Solarlobby für den Zeitraum 2010 bis 2013 von einer Zuwachsrate von lediglich 600 bis 700 Megawatt pro Jahr aus. Es wird jedoch damit gerechnet, dass jährlich Tausende Megawatt ans Netz gehen. Für den Verbraucher heißt das am Ende, dass trotz Subventionssenkungen die Gesamtkosten für den Zubau steigen. Der Subventionsabbau entpuppt sich als Mogelpackung, warnen Verbraucherschützer. Sollte sich die Branche durchsetzen, dürfte sie in den kommenden Jahren absolut gesehen mehr Milliarden einnehmen.

Redakteur: Florian Fügemann

Quelle: pressetext

Kommentare   

#15 j. Tahlmann 2010-01-18 07:20
20%?? Lieber Herr Schüßler, dass Sie Ihrer Methode treu bleiben ist klar.

Ich möchte als Leser der Photon nur eines anmerken. Die Solarfirmen werden nach und nach Pleite gehen und größtenteils ins Ausland abwandern. Eine Fachzeitschrift wie die Photon, wird hier in Deutschland dann auch nicht mehr benötigt. Schon mal darüber Gedanken gemacht?

Aber die Photon ist bekannt dafür, an dem Ast zu sägen, auf dem sie sitzt.

Jonathan
#14 Bernd Schüßler 2010-01-17 16:40
Noch eine kleine Anmerkung von mir direkt: man kann nach unseren Recherchen die Einspeisevergütung kurzfristig um einmalig zusätzlich 20 Prozent absenken. Inwieweit man dann zusätzlich zum nächsten Januar eine weitere zusätzliche Absenkung über die für dann vorgesehenen rund 10 Prozent hinaus vornehmen könnte, hängt von der Entwicklung der kumulierten weltweit installierten Leistung ab.

Denn damit können alle gut aufgestellten Solarunternehmen gut leben.
#13 Jonas Beck 2010-01-14 18:28
Hallo

Wenn ich das nun richtig verstanden habe, könnte ein Unternehmen eine Solaranlage für 1.500 Euro herstellen und installieren, wenn es in der gesamten Wertschöpfungskette alles abdeckt und kein Gewinnerzielungsabsicht hat. Das würde auch bedeuten, es würde alle Photovoltaikkomponenten herstellen.

So ein Unternehmen gibt es nicht und wäre, ach welch Wunder, unwirtschaftlich. So eine Rechnung kann nicht aufgemacht werden und kann auch nicht aufgehen.


Die Volkswirtschaft ist aber auf Gewinnmaximierung angewiesen, sonst würde es kein Wachstum geben. Ich sehe keinen Sinn darin, diese Zahl unter solchen Voraussetzungen zu veröffentlichen. Sorry
#12 Andreas 2010-01-14 16:18
Ja aber mit solchen Zahlen kann doch niemand an die Öffentlichkeit. Die sind doch unrealistisch. Jeder hat Gewinne, Margen, Kosten was weiß ich noch.

Andreas
#11 Kai 2010-01-14 16:11
Das muss einem jemand erstmal sagen. Verdammte Axt.
#10 photovoltaik-guide.de / Michael Ziegler 2010-01-14 14:59
Nach einem Telefonat mit Bernd Schüßler von der Fachzeitschrift PHOTON, kann zu diesem aktuellen Thema Stellung bezogen werden:

Es ist selbstverständlich nicht möglich, eine Solaranlage schlüsselfertig für 1.500 Euro pro kW zu installieren. Das betont Bernd Schüßler ausdrücklich im Gespräch. In den Pressemeldungen wurde Bernd Schüßler zwar richtig zitiert, jedoch verzichteten einige Redakteure auf wesentliche Details, die anscheinend nicht für wichtig erachtet wurden.

Wie kommen nun die 1.500 Euro pro Kilowatt zustande?

In den 1.500 Euro pro kW sind nur die reinen Herstellungskosten, z.B. von Solarmodulen, Wechselrichtern, Gestelltechnik und sonstigen benötigten Komponenten für den Betrieb einer Solarstromanlage, enthalten. Um auf einen solchen Wert zu kommen, wurden vom eigentlichen Kunden-Bezugspreis die Gewinne der Solar-Unternehmen sowie alle ineffizienten Kosten herausgerechnet. Noch nicht einmal der Gewinn der Solarteure für die Montage wurde berücksichtigt. Ineffiziente Kosten fallen an, wenn beispielsweise ein Solarmodulhersteller nicht die ganze Wertschöpfungskette abdeckt und die Zellen zukaufen muss.

Würden nun die Gewinne und ineffizienten Kosten aller Beteiligten Parteien (Hersteller/Solarteuere etc.) mit in den genannten Preis von 1.500 Euro einfließen, so läge der Preis für eine schlüsselfertige Solarstromanlage wieder deutlich höher, nämlich zwischen 2.800 und 3.000 Euro.

Gleichzeitig merkte Bernd Schüßler noch an, dass es seiner Meinung nach kein Problem darstellt, die Einspeisevergütung um 20% bis 40% zu senken.

Michael Ziegler, Redaktion
#9 Versprecher? 2010-01-14 13:52
der hat sich doch bestimmt versprochen und meinte anstatt 1500 sicherlich 3000. das kann doch in den besten familien vorkommen. HeHeHe
#8 simon h. 2010-01-14 13:03
Hi, wie geil ist das denn?

Meiner Meinung nach ist sich Herr Schüßler nicht über die Tragweite seiner Aussage bewusst. Jeder Kunde, der von diesen Zahlen liest fragt doch sofort seinen Solarteur, ob er ihn verarscht (Anlage bereits gebaut) hat oder ihn verarschen wollte (Angebot erstellt).

Viele Solarteure müssen sich nun vorwerfen lassen, dass sie ihre Kunden übers Ohr gehauen haben. TsTs. Frechheit, Herr Schüßler.
#7 Toni 2010-01-14 11:57
Servus!

Ich verstehe übrigens auch nicht, was Herr Schüßler damit aussagen will bzw. wo er denn die Preise her hat. Wahrscheinlich hat er die Preise aus einem Labor, mit hohen technischen Aufwand und vielen Chemikalien entwickelt.

Kommt mir bekannt vor: Standard-Test-Bedingungen bei Solarmodulen :-)
#6 Basti 2010-01-14 11:55
Wow, dass ist mal ne tolle Methode.

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