Berlin, 15. November 2011, Der Solarmodulhersteller SOLON SE legte die Geschäftszahlen der ersten drei Quartale vor. Die Entwicklung in den großen Solarmärkten verlief auch im abgelaufenen Quartal sehr unterschiedlich. In Italien zog der Markt nach Inkrafttreten des neuen italienischen Einspeisegesetzes (Conto Energia IV) wieder stark an. Bis Ende August wurden zahlreiche große Kraftwerksprojekte abgeschlossen, um noch von den bisherigen, deutlich höheren Vergütungssätzen profitieren zu können.

SOLON SE

Der US-Solarmarkt, der weiterhin von den Solaraktivitäten lokaler Energieversorger dominiert wird, entwickelte sich ebenfalls positiv und wird sich dieses Jahr voraussichtlich erneut verdoppeln. Der deutsche Markt hingegen blieb weiter hinter den Erwartungen der Branche zurück. Zwar zog die Nachfrage im 3. Quartal an, die erwartete Jahresend-Rallye blieb jedoch bislang aus. Dies hatte, bei gleichzeitigen Überkapazitäten im Markt, einen weiteren deutlichen Rückgang der Modulpreise zur Folge. 

In diesem weiterhin schwierigen Marktumfeld erzielte SOLON in den ersten neun Monaten des Jahres einen Konzernumsatz von 358,2 Mio Euro (Vorjahreszeitraum: 402,9 Mio Euro). Dies entspricht einem Umsatzrückgang im Jahresvergleich um 11 %. Die Umsätze des 3. Quartals beliefen sich auf 136,4 Mio Euro (3. Quartal 2010: 160,5 Mio Euro). 83 % der Konzernumsätze der ersten neun Monate wurden außerhalb Deutschlands erzielt. 61 % der Umsatzerlöse entfielen auf das Kraftwerksgeschäft. Insgesamt verkaufte SOLON zwischen Januar und September Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von 179 MW (Vorjahreszeitraum: 194 MW). Zum 30. September 2011 waren an den verschiedenen Standorten in Europa und den USA insgesamt 798 Mitarbeiter für SOLON tätig.

SOLON erwirtschaftete im 3. Quartal einen positiven operativen Cashflow von 21,4 Mio Euro. Dieser resultierte v.a. aus der Verringerung des Working Capitals. Der operative Cashflow für die ersten neun Monate verbesserte sich damit auf -5,7 Mio Euro. Für das Gesamtjahr wird ein positiver operativer Cashflow erwartet.

Der Verlust beim EBIT belief sich im Berichtszeitraum auf -113,8 Mio Euro (Vorjahreszeitraum: -5,5 Mio Euro). Neben der unbefriedigenden Geschäftsentwicklung und dem anhaltenden Preisverfall im Markt war das operative Ergebnis durch weitgehend nicht zahlungswirksame Sondereffekte im Gesamtumfang von 103 Mio Euro belastet. Diese resultieren zum überwiegenden Teil aus Wertberichtigungen auf Projekte, Vorräte und Anzahlungen, zum anderen aus Aufwendungen im Zusammenhang mit der Umsetzung des Restrukturierungsprogramms, u.a. der Schließung der Produktion in den USA. Das um diese Sondereffekte bereinigte EBIT der ersten neuen Monate 2011 beträgt -11 Mio Euro.

Das Konzernergebnis lag bei -208,3 Mio Euro (Vorjahreszeitraum: -17,5 Mio Euro).  Darin enthalten sind weitere, ebenfalls nicht zahlungswirksame Sondereffekte in Höhe von insgesamt 80 Mio Euro. Diese resultieren größtenteils aus Wertberichtigungen im Beteiligungsportfolio sowie Aufwendungen im Zusammenhang mit der finanziellen Restrukturierung. Um alle Sondereffekte bereinigt ergibt sich für den Berichtszeitraum ein Konzernverlust nach Steuern von -25 Mio Euro.

Die Nettoverschuldung des Unternehmens verringerte sich gegenüber dem Vorquartal um 6,4 Mio Euro auf 396,0 Mio Euro (30.06.2011: 402,4 Mio Euro). Das Vorratsvermögen ging zum 30.09.2011 durch den Verkauf von Projekten sowie durch die vorgenommenen Abwertungen auf Lagerbestände auf 96,0 Mio Euro zurück (30.06.2011: 142,0 Mio Euro). Der Forderungsbestand reduzierte sich zum 30. September 2011 auf 110,3 Mio Euro (30.06.2011: 131,3 Mio Euro). Infolgedessen ging das Working Capital gegenüber dem Vorquartal um 54,3 Mio Euro auf 130,0 Mio Euro zurück (30.06.2011: 184,3 Mio Euro), was einer Working-Capital-Quote in Relation zum Umsatz der letzten 12 Monate von 23 % entspricht.

Aufgrund des negativen Nettoergebnisses der Berichtsperiode von -208,3 Mio Euro weist SOLON im Konzernabschluss nach IFRS zum 30.09.2011 ein negatives Eigenkapital in Höhe von -103,1 Mio Euro aus. Dieses resultiert u.a. aus den negativen Ergebnisbeiträgen (nach IFRS) von Tochtergesellschaften. Das Eigenkapital des Mutterunternehmens SOLON SE nach HGB hingegen wies zum Berichtsstichtag einen positiven Wert von 31,1 Mio Euro aus.

Die geplante finanzielle Restrukturierung des Unternehmens sieht neben Maßnahmen zur Reduzierung der Nettoverschuldung auch eine Stärkung der Eigenkapitalbasis vor. Der SOLON-Vorstand plant, diesen Prozess im 4. Quartal 2011 erfolgreich voranzutreiben und bis Ende April 2012 abzuschließen.

Quelle: SOLON SE

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