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Konstanz, 12. Mai 2011, Nach einem sehr erfolgreichen Geschäftsjahr 2010 hat die Sunways AG, einer der führenden Anbieter für Solartechnologie (SWW:GR, SWWG.DE, ISIN DE0007332207), ein schwieriges erstes Quartal 2011 bewältigt. Das Umsatzvolumen blieb im Berichtszeitraum in den drei Segmenten Solarzellen, Solarmodule und insbesondere Solarinverter deutlich unter den Erwartungen des Managements. In Kombination mit teilweise sinkenden Verkaufspreisen führte dies zu einem negativen Betriebsergebnis (EBIT).

Sunways Photovoltaic Technology

In den ersten drei Monaten dieses Jahres halbierte sich der Konzernumsatz im Vergleich zum Vorjahresquartal von 44,3 Mio. € auf 22,2 Mio. €. Hauptursache hierfür war die schwache Marktnachfrage, gepaart mit hohen Lagerbeständen auf verschiedenen Handelsstufen. Nach der stürmischen Marktentwicklung im Jahr 2010, die auch von erheblichen Vorzieheffekten geprägt war, hatten Großhändler und Installateure Vorräte aufgebaut, die in den ersten Monaten dieses Jahres nicht abgebaut werden konnten. „Der Absatzstau war massiv“, sagt Michael Wilhelm, Vorstandsvorsitzender der Sunways AG.

 

Die Gründe für den Absatzstau liegen auch in der erneuten Absenkung der Einspeisevergütung für Solarstrom in Deutschland zum 1. Januar 2011 sowie in der anhaltenden öffentlichen Debatte um die angebliche Überlastung von Stromnetzen bei einer stärkeren Nutzung erneuerbarer Energien, die Investoren in Photovoltaik-Anlagen verunsicherte. In Italien, dem wichtigsten Auslandsmarkt der Sunways AG, führte die monatelange Diskussion über die weitere Entwicklung der staatlichen Förderung ebenfalls zu einer Verunsicherung der Investoren.

Im Berichtszeitraum kam es auch zu einer deutlichen Umsatzverringerung im Geschäftsbereich Solarzellen aufgrund einer Umstellung auf das neue Geschäftsmodell mit dem Geschäftspartner LDK Solar. Im Zusammenhang mit der Ende 2010 begonnenen Herstellkooperation mit LDK Solar wurden erhebliche Mengen an Solarzellen an den chinesischen Partner geliefert. Diese Lieferungen, die nicht im Quartalsumsatz verbucht werden können, sondern in der Gesamtleistung berücksichtigt werden müssen, stellten den wesentlichen Teil einer Bestandsveränderung von 22,1 Mio. € im Berichtszeitraum dar. „Die Produktion von Sunways Solarmodulen durch LDK Solar ist eine wesentliche Grundlage für unser neues Geschäftsmodell“, konstatiert der Sunways-Vorstandschef Wilhelm. Aufgrund der dann günstigeren Kostenstruktur werde sich die Wettbewerbsfähigkeit im Segment Solarmodule verbessern.

In der Quartalsbilanz von Sunways spiegeln sich die schwache Nachfrage zum Jahresauftakt und die Lieferungen von Solarzellen an LDK Solar in einem Anstieg des Umlaufvermögens wieder: Die Vorräte verdoppelten sich von 31,3 Mio. € (31.12.10) auf 64,2 Mio. € (31.3.11). Die liquiden Mittel nahmen hingegen von 13,8 Mio. € auf 3,9 Mio. € ab. Im Zuge einer Ausweitung des Working Capital erhöhten sich auch die kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten und die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. Das Eigenkapital der Sunways AG belief sich zum Ende des ersten Quartals auf 65,6 Mio. € (31.12.2010: 68,2 Mio. €). Dies entspricht einer guten Eigenkapitalquote von 47,8 Prozent.

 

In Kenntnis der Umsätze und Auftragseingänge im April hat der Vorstand der Sunways AG am 4. Mai 2011 die Umsatzprognose für das Gesamtjahr bewusst zurückgenommen. An dem avisierten Margenziel hält der Vorstand jedoch unverändert fest: Für das Gesamtjahr wird weiterhin mit einer EBIT-Marge im niedrigen einstelligen Prozentbereich gerechnet. „Wir werden auf der Absatz- und Kostenseite alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, um das Ergebnisziel zu erreichen“, stellt Wilhelm fest.

Für das zweite Quartal 2011 erkennt der Vorstand erste positive Impulse in den zentralen Märkten. Das Unternehmen geht davon aus, dass im wichtigsten Auslandsmarkt Italien die auf dem Markt lastende Unsicherheit durch eine Entscheidung über die Entwicklung der staatlichen Förderung überwunden wird. Für Deutschland rechnet Sunways damit, dass das hohe Angebotsvolumen mit Aussicht auf verbesserte Renditen beim Endverbraucher die Nachfrage stimulieren wird. Einen weiteren Impuls dürfte die nächste Absenkung der Einspeisevergütung setzen, die am 1. Juli 2011 in Kraft tritt. Zudem hat sich Sunways vorgenommen, über den Ausbau des OEM-Geschäfts mit Wechselrichtern die internationalen Vertriebskanäle auszuweiten und neue Märkte und Kundengruppen zu erschließen.

Der Vorstand geht auch für den restlichen Verlauf des Gesamtjahres von einer tendenziell positiven Entwicklung aus. Er wird dabei unterstützt durch die Ergebnisse von Umfragen bei Marktteilnehmern. Sie zeigen, dass sich die Geschäftserwartungen für die nächsten Monate deutlich verbessert haben. So ergab der jüngste Geschäftsklimaindex des Bonner Forschungsinstituts EUPD Research, dass nach einem generell sehr negativen ersten Quartal 56 Prozent der befragten Installateure, Großhändler und Hersteller eine positive Prognose abgaben und eine Verbesserung der Geschäftslage für die kommenden sechs Monate erwarten.

Der von EUPD ermittelte Geschäftsklimaindex Photovoltaik repräsentiert die Wertschöpfungsstufen der Photovoltaikbranche, bezogen auf Produktion, Distribution und Installation. Die Befragung wurde vom 22. März bis 6. April 2011 durchgeführt.

Wichtige Kennzahlen Q1/2011

Konzern

Umsatzerlöse: 22,2 Mio. € (Q1/2010: 44,3 Mio. €)

EBITDA: -1,9 Mio. € (Q1/2010: 6,2 Mio. €)

EBIT: -3,5 Mio. € (Q1/2010: 4,7 Mio. €)

Konzernüberschuss: -2,7 Mio. € (Q1/2010: 2,1 Mio. €)

Ergebnis je Aktie: -0,23 € (Q1/2010: 0,18€)

Umsatzerlöse Deutschland: 9,4 Mio. € (Q1/2010: 37,2 Mio. €)

Umsatzerlöse Restl. Europa: 12,8 Mio. € (Q1/2010: 7,1 Mio. €)

Mitarbeiter (31.03.2011): 348 (31.03.2010: 313)

Segment Solarzellen

Umsatzerlöse: 7,5 Mio. € (Q1/2010: 21,7 Mio. €)

EBIT: -0,8 Mio. € (Q1/2010: 2,8 Mio. €)

Absatz: 6,8 MWp (Q1/2010: 17,8 MWp)

Segment Solarmodule

Umsatzerlöse: 16,4 Mio. € (Q1/2010: 18,7 Mio. €)

EBIT: -1,1 Mio. € (Q1/2010: 0,8 Mio. €)

Absatz: 11,7 MWp (Q1/2010: 10,0 MWp)

Segment Solarinverter

Umsatzerlöse: 3,1 Mio. € (Q1/2010: 9,1 Mio. €)

EBIT: -1,6 Mio. € (Q1/2010: 1,1 Mio. €)

Absatz: 12,8 MWp (Q1/2010: 37,7 MWp)

Quelle: Sunways AG

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