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Mp-tec-Chef: Michael Preißel

Eberswalde, 25. Januar 2010 - Der Brandenburger Solarsystemhersteller Mp-tec GmbH & Co.KG fordert eine Nachbesserung der am Mittwoch von Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) vorgestellten Pläne zur Absenkung der Solarförderung. Diese beinhalten eine Absenkung der Subventionen für Dachanlagen um 15 Prozent zum 1. April dieses Jahres. Die Förderung für Freiflächenanlagen soll ab 1. Juli um bis zu 25 Prozent sinken.

Statement von Michael Preißel, Geschäftsführer von Mp-tec GmbH & Co.KG und seit 1996 in der Solarwirtschaft tätig:

"Die Pläne von Bundesminister Norbert Röttgen berücksichtigen nicht die Lage der Solarwirtschaft, die den Dialog zur Politik gesucht hat. Die bisher positive, wirtschaftliche Entwicklung der Branche und die Annäherung an die Netzparität dürfen nicht durch eine zu abrupte Absenkung der Förderung zum Erliegen gebracht werden.

Erst zum Jahreswechsel sank die Förderung um neun Prozent. Eine erneute Kürzung nach nur einem Quartal bringt die deutsche Solarwirtschaft in starke Bedrängnis, daher befürworte ich eine moderate Absenkung zur Jahresmitte.

Durch die hohen Subventionskürzungen reduziert sich die Rendite für die Anlagenbetreiber. Dadurch müssen auch die Modulpreise weiter sinken, um genügend Investitionsanreize zu bieten. Doch schon jetzt besteht ein enormer Preisdruck. Allein in 2009 sind die Preise für schlüsselfertige Anlage um 26 Prozent gefallen. Gründe dafür sind die Senkung der Produktionskosten durch technologischen Fortschritt und die Steigerung der Produktionsmenge.

Die Spielräume für Hersteller, Großhändler und Handwerker werden durch den radikalen Einschnitt immer geringer. Drastische Absenkungen gehen langfristig zu Lasten der Innovationskraft der Hersteller, da sie stärker denn je gezwungen sind, dem Preisdruck asiatischer Hersteller standzuhalten. Solarenergie ist auf dem besten Weg, wettbewerbsfähig zu werden. Doch dieser abrupte Einschnitt der Förderung beraubt die deutschen Hersteller ihrer eigenen Wettbewerbsfähigkeit.“

Mp-tec vertreibt Eigen- und Fremdprodukte über ein bundesweites Netz an Solarhandwerker und befragte nach Bekanntwerden der Pläne Röttgens mehr als 3.000 Handwerkspartner bundesweit zur geplanten Subventionskürzung.

Das Gros der Betriebe bemängelte die Kurzfristigkeit der bevorstehenden Absenkung, so dass eine Personal- und Ressourcenplanung für das kommende Jahr fast unmöglich sei. Hier ein Auszug an Zitaten:

 „Diese Entscheidung, wenn sie so kommt, trifft uns hart. Als kleiner Handwerksbetrieb gehen uns dadurch mehrere Aufträge verloren. Wir werden 90 Prozent der Arbeitskräfte abbauen, weil wir uns auf Photovoltaik ausgerichtet haben. Eine Absenkung ab Juli, wenn es überhaupt dazukommen sollte und wirtschaftlichen Sinn machen würde, wäre noch akzeptabel. Dann könnten wir anstehende Aufträge noch etwas kompensieren.“ EKK Elektro-Kluge GmbH, Gotthard Kluge, 09306 Königshain

„Für mich ist es absolut nicht nachvollziehbar, warum eine Branche, die Wachstumsraten an den Tag legt, die ihres Gleichen suchen in Deutschland, die absolut umweltschonend ist, die zukunftsträchtig ist, die Arbeitsplätze schafft und somit den Staat entlastet, Steuereinnahmen verursacht, so verunsichert und ausgebremst werden soll.“ Firma Bill, Sascha Bill, 55758 Mörschied

„Die vom Bundesumweltminister vorgeschlagene zusätzliche drastische und kurzfristige Änderung der Einspeisevergütung von Photovoltaikanlagen ist eine falsche Aktion zur falschen Zeit. Wenn Deutschland jetzt seine Führungsrolle in diesem Sektor leichtfertig aufs Spiel setzt, vergeben wir uns damit viele Chancen am weltweiten Wachstum auch weiterhin teilzuhaben.“ Solarion AG, Stefan Nitzsche, 04288 Leipzig

Quelle: Mp-tec

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