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Aachen, 27. Mai 2011, Die von der Bundesregierung geplanten Einschnitte in die Vergütung für Solarstrom werden für die meisten Unternehmen der Photovoltaikbranche voraussichtlich nicht zu verschmerzen sein. Die Photovoltaik wird beim Ausstieg aus der Atomenergie damit kaum eine Rolle spielen. Zudem sind in Deutschland zigtausende Arbeitsplätzen im Handwerk, in der Maschinenbauindustrie und bei Herstellern von Solarmodulen und Wechselrichtern in Gefahr. "Die geplante Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) ist ein Solarstromabwürgungsgesetz. So ist die Energiewende nicht zu schaffen", warnt Philippe Welter, Herausgeber des Solastrommagazins PHOTON.

Dem Entwurf des künftigen Erneuerbaren-Energien-Gesetzes zufolge sollen von 2012 an insbesondere die Vergütungen für kleinere Solarstromanlagen ab 30 Kilowatt Leistung sowie für mittelgroße ab 100 Kilowatt Leistung nochmals deutlich gekürzt werden. Eine detaillierte Aufstellung der Vergütungssätze findet sich in der kommenden Ausgabe des Solarstrommagazins PHOTON-Profi. Demnach könnte die Solarstromförderung in den kommenden 24 Monaten beinahe halbiert werden. Der letzte Einschnitt liegt jedoch erst wenige Monate zurück. "Lange Zeit hatte die Regierung Strom aus Solaranlagen wider besseres Wissen viel zu üppig gefördert. Dann hat sie die Vergütung auf ein sinnvolles Maß gekürzt. Doch jetzt schüttet sie das Kind mit dem Bade aus", sagt Welter.

Diese Bedrohung wird durch aktuelle Pläne der Koalition noch verschärft. Demnach wollen CDU/CSU und FDP die Einspeisevergütung sogar noch stärker senken als der EEG-Entwurf vorsieht. Absehbar ist, dass der bislang ausgesprochen erfolgreiche Ausbau der Photovoltaik ab Mitte 2013 beinahe vollständig zum Erliegen kommt. Welter: "Dies ist umso fataler, als dass die Bundesregierung einen im bisherigen EEG eingebauten Korrekturmechanismus abschaffen will. So kann ein einmal zusammengebrochener Markt auch nicht mehr wiederbelebt werden."

Das Prinzip des Erneuerbare-Energien-Gesetzes war immer, Solarstrom so zu vergüten, dass sich die Kosten zur Errichtung einer Photovoltaikanlage damit tragen lassen. "Das wird mit den aktuellen Plänen ins Gegenteil verkehrt: Selbst wenn Hersteller und die Installateure der Anlagen komplett auf ihren Gewinn verzichten, werden die Einnahmen der Anlagenbetreiber nicht einmal ausreichen, um die Herstellungskosten zu decken", warnt Philippe Welter. Erschwerend kommt hinzu, dass steigende Zinsen die Finanzierung von Solarstromanlagen derzeit verteuern.

 

"Offenbar meint es die Regierung nicht ernst mit dem Umstieg auf erneuerbare Energien. Andernfalls sollte sie sich die Installations- und Herstellungskosten für Solarstrom nochmals genau anschauen und die Vergütungssätze für Solarstrom daran ausrichten", fordert Welter.

Quelle: PHOTON

Kommentare   

#4 photorobi 2011-05-29 17:05
Für mich schaut diese Energierpolitik unserer derzeitigen Regierung nach reinen Pöstchen sichern aus, was dabei mit dem Einzelnen Kleinkraftbetreiber passiert wird ganz schnell mal unter den Teppich gekehrt.
Das alles ist sehr Skandalöse und strotzt vor Übervorteilung eigener Interessen.
#3 Byron 2011-05-29 05:47
Es ist einfach unglaublich wie durch Fukushima urplötzlich selbst Frau Merkel ihre Meinung ändert um auf Stimmenfang zu gehen und man dann trotzdem noch solche Meldungen lesen muss.

Sicherlich gibt es im Bereich erneuerbare Energien Alternativen zur Solar-Energie, aber alle bisherigen Erfolge praktisch zunichte zu machen kann doch nicht deren Ernst sein...
#2 A. Parbel 2011-05-28 13:17
Das Ziel der Regierung ist durch diesen Entwurf deutlicher als je zuvor: Mit jeden Mitteln, die derzeitigen Machtstrukturen der Energieerzeugung verteidigen, Bürger und Mittelständler sollen auf keinen Fall in die Lage versetzt werden in nennenswertem Maße Energie dezentral zu erzeugen.
Eine Demokratisierung und ein echter Wettbewerb auf der Erzeugerebene wird verhindert, die Milliarden-Gewinne bleiben in Händen der großen Ernergiekonzerne.
Eine unglaublich scheinheilige und bürgerfeindliche Politik wird hier fortgesetzt. Die Regierung weiss, dass Sie 2013 keine Chancen mehr haben wird und stellt nun noch rasch die Weichen. Sicher sind bereits einige Vorstand-Sessel für die - dann ehemaligen - Ministerinnen und Minister vorgewärmt. Diese Regierung muss sofort weg, um schlimmeres zu vermeiden, nicht nur in der Energie-Politik !
#1 Jens 2011-05-27 13:24
Die jetztige Regierung ist das letzte was Deutschland braucht. Dummschwätzer hoch drei und Verarschungen am laufenden Band.

Bei einem bin ich mir sicher, diese Regierung wird bei der nächsten Wahl dumm aus der Wäsche klotzen. Diese Versager!

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