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Schaffhausen/München/Bonn, 06. September 2012, Im solaren Handelsstreit zwischen Deutschland und China spitzt sich die Lage zu, denn die EU-Kommission hat die Vorwürfe hinsichtlich des Preisdumpings chinesischer Photovoltaikproduzenten überprüft und nun das Anti-Dumping-Verfahren eingeleitet. Die Initiative EU ProSun hatte Ende Juli 2012 eine Handelsbeschwerde eingereicht, worauf die EU-Kommission nun 45 Tage Zeit hatte, die dargelegten Tatbestände zu überprüfen und über die Einleitung einer Untersuchung zu entscheiden.

Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) hingegen plädiert im Handelsstreit für eine einvernehmliche Lösung zwischen den Parteien. Noch vor wenigen Wochen sicherte Altmaier eine Unterstützung durch die Bundesregierung im Streit gegen die Chinesen zu. Nun rudert er wieder zurück. Wie Altmaier weiter sagt, hindert die Einleitung des Verfahrens kein Unternehmen daran, zwischenzeitlich nach einer anderen Lösung zu suchen, um den Streit beilegen zu können. Auf ihrer Cinareise ließ Bundeskanzlerin Merkel in Peking verlauten, dass die momentane Situation durch Verhandlungen gelöst werden sollte und es nicht zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung kommen zu lassen.

Suntechs Antwort auf die Einleitung des Anti-Dumping-Verfahrens durch die EU-Kommission

Dr. Zhengrong Shi, Vorstand und CSO von Suntech: „Die Mission unserer Branche ist es, Solarenergie für alle Menschen erschwinglich und wirtschaftlich sinnvoll zu machen. Wir sind besorgt, dass Handelsschranken diesen Prozess verlangsamen werden. Als global agierendes Solarunternehmen, das an der New Yorker Börse gelistet ist, können wir unser striktes Befolgen fairer internationaler Handelspraktiken nachweisen. Aktuell überprüfen wir die Einleitung des Verfahrens und werden mit der EU-Kommission auf ganzer Ebene bei ihren Nachforschungen kooperieren."

„Protektionistische Maßnahmen würden die Kosten der Solarenergie in Europa erhöhen und europäische Arbeitsplätze in der Solarindustrie gefährden. Wir sind uns mit der Mehrheit der europäischen und globalen Firmen aus der Branche einig, freien Handel zu unterstützen. Bis diese Angelegenheit gelöst ist, werden wir weiter mit unseren Kunden und Partner zusammenarbeiten, um einen reibungslosen Ablauf der Geschäfte sicherzustellen."

Canadian Solar ruft die Europäische Kommission zur Unterstützung des freien Handels auf

Canadian Solar Inc. nennt die von einigen europäischen Solarherstellern im Juli dieses Jahres bei der Europäischen Kommission eingereichte Dumping-Beschwerde haltlos. Die EU-Kommission gab heute die Eröffnung einer Dumping-Untersuchung von chinesischen Solarprodukten bekannt. Canadian Solar wird vollumfänglich mit der Behörde zusammenarbeiten, um zu belegen, dass die Voraussetzungen für das Auferlegen von Strafzöllen nicht erfüllt sind.

Gregory E. Spanoudakis, President of European Operations bei Canadian Solar: „Wir betreiben kein Dumping und als ein weltweit präsentes Unternehmen werden wir auch in Zukunft die Einhaltung fairer, internationaler Handelspraktiken hochhalten. Wir sind an der NASDAQ börsennotiert und somit vollständig transparent im Hinblick auf unsere Produktionskosten, die von einer der größten Wirtschaftsprüfungsgesellschaften  geprüft und jedes Quartal veröffentlicht werden. Wir hoffen, dass die Europäische Kommission erkennt, dass Strafzölle weder den Interessen der europäischen Solarindustrie noch der Europäischen Union dienen. Durch diese Initiative wird die Mehrheit der Branche verlieren, da sie lediglich von wenigen Vertretern der Industrie vorangetrieben wird und vor allem deren persönlichen Zielen dient.“

Von den Strafzöllen wären vor allem tausende kleine und mittelständische Unternehmen betroffen, wie Installateure, Systementwickler, Ingenieure und Service-Techniker – das Rückgrat der europäischen Solarindustrie. Das Überleben der gesamten nachgeschalteten Industriezweige ist in Gefahr im Falle der Einführung protektionistischer Maßnahmen.

Im Kampf gegen den Klimawandel hat sich die Europäische Union das klare politische Ziel gesetzt, die Nutzung der Solarenergie auszuweiten und plant, bis 2020 den Anteil erneuerbarer Energien im Energie-Mix auf 20 Prozent zu erhöhen. Dumping-Strafzölle hingegen würden den Preis für Solarmodule erhöhen, mit direkten Auswirkungen auf die Nachfrage. Gerade private Hausbesitzer würden weniger Module auf ihren Dächern installieren und im Ergebnis würde weniger Solarenergie produziert. Dies steht eindeutig nicht im Einklang mit der Energiepolitik der Europäischen Union.

Canadian Solar wird auch weiterhin die Interessen einer globalen Industrie verteidigen, die darauf angewiesen ist, dass sich Unternehmen in einem innovationsfreundlichen Klima im Wettbewerb gegenüberstehen, um qualitativ hochwertige und bezahlbare Produkte zu entwickeln. „Auch während des derzeitigen wirtschaftlichen Konjunkturabschwungs bleiben wir dem europäischen Markt treu, schaffen weiter Arbeitsplätze und fördern Innovationen“, bekräftigt Spanoudakis.

SolarWorld hingegen begrüßt die Antidumping-Untersuchung der Europäischen Kommission

Die SolarWorld AG begrüßt die heute veröffentlichte Entscheidung der Europäischen Kommission, das Preisdumping chinesischer Photovoltaikproduzenten zu untersuchen. Als einer der weltweit führenden Hersteller von Solartechnologie und Solarstromanwendungen unterstützt SolarWorld die Industrieinitiative EU ProSun, welche die Mehrheit der europäischen PV-Industrie vertritt. Die Initiative setzt sich für einen nachhaltigen Ausbau der Solarenergie in Europa und fairen Wettbewerb ein.
 
Die Europäische Kommission hat nun neun Monate Zeit über vorläufige Antidumping-Zölle zu entscheiden, kann diese aber auch früher verhängen. Die amerikanische Tochter der SolarWorld AG hat bereits Ende des Jahres 2011 eine vergleichbare Initiative in den USA gestartet. Im Mai legte das US-Handelsministerium vorläufige Antidumpingzölle von über 30 Prozent fest. Eine endgültige Entscheidung über die US-Zölle wird im Herbst erwartet.

Quelle: Suntech Power International Ltd. / Canadian Solar / SolarWorld AG

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