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Frankfurt, 16. November 2010, Seit Jahren macht die Solarbranche glänzende Geschäfte. Doch leider merken die Beschäftigten nichts davon. Ihre Entgelte sind deutlich niedriger und ihre Arbeitszeiten wesentlich höher als in der Metall- und Elektrobranche. Das wollen die Arbeitnehmer der Q-Cells Tochter Solibro in Bitterfeld-Wolfen nicht länger hinnnehmen. Jetzt hat die IG Metall das Managment aufgefordert, mit ihr Tarifverhandlungen aufzunehmen.

Bisher hat das Management von Solibro noch nicht auf die Gesprächseinladung der IG Metall vom 25. Oktober reagiert. Hartmut Meine, Bezirksleiter der IG Metall Niedersachsen-Sachsen-Anhalt, kritisierte die ignorante Haltung der Geschäftsführung und forderte sie auf, "die ausgestreckte Hand der IG Metall nicht auszuschlagen." Die gut ausgebildeten Solibro-Beschäftigten seien nicht länger bereit, einen tariflosen Zustand zu akzeptieren. Nur im Gespräch können gute Kompromisse gefunden werden. Eine Verweigerungshaltung führe in die Sackgasse, provoziere Konflikte und den ersten Warnstreik in der Solarbranche.

Gute Geschäfte - schlechte Löhne

Seit Jahren profitiert die Solarbranche von öffentlichen Fördergeldern. Doch die Arbeits- und Leistungsbedingungen sind dort wesentlich schlechter als in der Metall- und Elektroindustrie. Dort verdienen die Beschäftigten deutlich weniger, während ihre Arbeitszeiten wesentlich höher sind.

Hartmut Meine erinnerte das Solibro-Management an die "Erklärung zur Stärkung der Tarifpartnerschaft". Darin haben sich Arbeitgeberverbände, Gewerkschaften und die Landesregierung von Sachsen-Anhalt verständigt, die Tarifbindung von Betrieben mit guten Tariflöhnen zu erhöhen. Alle drei Parteien sind sich einig, dass dem Fachkräftemangel nur mir guten Arbeits- und Tarifbedingungen begegnet werden kann.

Billiglohnstrategie schadet dem Unternehmen

"Mit derartigen Bedingungen schadet sich das Unternehmen. Die so dringend benötigten Fachkräfte wandern in die westlichen Bundesländer ab, wo die Tarifbedingungen besser sind. Die Billiglohnstrategie in Ostdeutschland ist gescheitert", konstatiert Hartmut Meine. Dem pflichtet sein Kollege Manfred Pettche, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Dessau, ebenfalls bei und ist überzeugt, dass Betriebe, die Tarifverträge ablehnen und Mitbestimmungsrechte verweigern, zu den Verlierern gehören werden.

Quelle: IG Metall

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