photovoltaik-guide.de verwendet Cookies um Ihnen den bestmöglichen Service bereitzustellen. Indem Sie unsere Website weiter nutzen, stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Erlangen, 13. September 2010, Die Solar Millennium AG (ISIN DE0007218406) hat die Zwischenberichtsperiode zum 30.06.2010 mit einem Konzern-Umsatz nach IFRS von € 37,1 Millionen (Vorjahr: € 48,5 Millionen) und einem EBIT von € -26,7 Millionen (Vorjahr: € 20,9 Millionen) abgeschlossen. Trotz des im Vergleich zum Vorjahr schlechteren Zwischenergebnisses hat Solar Millennium im laufenden Geschäftsjahr wichtige Meilensteine erreicht.

Solar Millennium AG

Insbesondere die Genehmigungsverfahren der Kraftwerksprojekte in den USA verlaufen plangemäß. Allerdings können diese Erfolge nicht im vorliegenden Zwischenabschluss, sondern frühestens nach erfolgreicher Beendigung der Genehmigungsphase abgebildet werden. Der Vorstand strebt weiterhin an, sowohl mit den amerikanischen Projekten als auch mit dem Projekt Ibersol im laufenden Geschäftsjahr entsprechende Umsatz- und Ergebniseffekte zu erzielen und so den Wachstumskurs fortzusetzen.

Die Umsatzerlöse in den ersten acht Monaten des laufenden Geschäftsjahres wurden im Wesentlichen in den Bereichen Technologie und Anlagenbau beim südspanischen Parabolrinnen-Kraftwerk Andasol 3 und durch die abschließenden Arbeiten für das ägyptische Hybridkraftwerk in Kuraymat sowie im Bereich Projektentwicklung erwirtschaftet. Das negative Zwischenergebnis ist auf einmalige Belastungen im Zusammenhang mit der Antrittsprämie des ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Prof. Dr. Utz Claassen sowie auf weiterhin hohe Vorinvestitionen in Projekte und das Wachstum des Unternehmens, insbesondere in den USA, zurückzuführen. Außerdem kam es bei der Umsetzung von Ibersol, dem vierten Solarkraftwerksprojekt von Solar Millennium in Südspanien, aufgrund der zwischenzeitlichen Unsicherheiten bei den spanischen Regelungen zur Einspeisevergütung für regenerativ erzeugten Strom zu Verzögerungen.

Der Vorstand hält am Ziel fest, im laufenden Geschäftsjahr einen Umsatz von € 350 Millionen auf Konzernebene zu erreichen. Das ursprünglich angestrebte EBIT von € 45 Millionen wird sich aufgrund der bereits genannten außergewöhnlichen Belastung sowie einer geplanten Änderung der Finanzierungsstruktur des spanischen Kraftwerksprojekts Ibersol voraussichtlich um etwa € 15 Millionen auf rund € 30 Millionen vermindern. Voraussetzung für das Erreichen der Umsatz- und EBIT-Prognose sind die plangemäßen Abschlüsse der Projektfinanzierung für Ibersol sowie für den US-amerikanischen Projektstandort Blythe bis zum Bilanzstichtag, dem 31.10.2010. Sollten geplante Geschäftsereignisse erst nach dem Stichtag eintreten, würde dies zu deutlichen Abweichungen von der Prognose führen.

Der Sprecher des Vorstands von Solar Millennium, Thomas Mayer, betont: „Das Zwischenergebnis ist eine Momentaufnahme, die nicht die deutlichen Fortschritte unserer Projekte widerspiegelt.“ Die Umsatz- und Ertragsstruktur von Solar Millennium ist aufgrund der außerordentlich großen Projektvolumina von wenigen singulären Ereignissen pro Geschäftsjahr geprägt, die in diesem Jahr nicht in den ersten Monaten eingetreten sind, sondern frühestens nach erfolgreicher Beendigung der Genehmigungsphase in der Bilanz abgebildet werden können. „Unsere Teams haben in dieser Zeit die notwendige Vorarbeit geleistet, um die anstehende Finanzierung der geplanten Solarkraftwerke zum Abschluss zu bringen,“ so Mayer weiter.

Ein wichtiger Meilenstein für die Finanzierung und den Baubeginn von Ibersol ist der Ende August, also nach der Berichtsperiode, abgeschlossene Anteilsverkauf von 50% an Ferrostaal. Es ist vorgesehen, nach dem Modell von Andasol 3 weitere Anteile an institutionelle Investoren bzw. die Genussrechte verbleibender Anteile an einen Fonds zu veräußern.

Um das Solarkraftwerk gemäß dem ursprünglich vorgesehenen Zeitplan bis spätestens Mitte 2013 fertigstellen zu können, plant der Vorstand die Finanzierung von Ibersol dahingehend umzustrukturieren, dass der ursprünglich für den Verkauf an einen Fonds vorgesehene Anteil zugunsten eines Einstiegs institutioneller Investoren verkleinert wird. Dies soll den zügigen Baubeginn und damit die Einhaltung des Zeitplans sichern. Hieraus würde jedoch auch eine Verminderung des ursprünglich geplanten Ergebnisses resultieren, die bei erfolgreichem Abschluss der US-Projekte nur teilweise kompensiert werden kann.

Bei den geplanten Projekten in den USA liegt der aktuelle Fokus der Solar Millennium Gruppe auf dem Standort Blythe in Kalifornien. Dort soll der Baubeginn von zwei solarthermischen Kraftwerken mit einer Leistung von jeweils 242 Megawatt und einem Investitionsvolumen von jeweils über einer Milliarde Euro noch 2010 erfolgen. Im laufenden Geschäftsjahr wurden alle geplanten Genehmigungsstufen für diesen Standort erfolgreich innerhalb der vorgesehenen Zeit erreicht. Die endgültige Baugenehmigung seitens der zuständigen US-Behörden wird noch im Herbst 2010 erwartet. Ziel ist es außerdem, den Finanzierungsabschluss bis Ende Oktober 2010 zu realisieren.

Oliver Blamberger, Finanzvorstand von Solar Millennium, verdeutlicht in Hinblick auf die geplanten Solarkraftwerke in den USA: „Bei Großprojekten im Milliardenbereich können wir uns nicht primär von Berichtsperioden leiten lassen, da die hohe Komplexität der Genehmigungsverfahren bei verschiedenen US-Behörden, vor allem bei den in Aussicht gestellten Kreditgarantien, die zeitliche Planbarkeit des Projektabschlusses deutlich einschränkt. Eine erfolgreiche Umsetzung der geplanten Kraftwerke in Blythe, immerhin eines der größten Infrastrukturprojekte in den USA, würde in den nächsten Jahren einen bedeutenden Teil des operativen Geschäfts mit kontinuierlichen und stabilen Umsatzerlösen sichern.“

Die genannten Vergleichszahlen des Vorjahres wurden als Ergebnis der im Juni von Deloitte abgeschlossenen Sonderprüfung sowie der vereinbarten Prüfungshandlungen im Zuge der Erstellung des diesjährigen Zwischenberichts gegenüber den im letzten Jahr veröffentlichten Zahlen korrigiert. So erhöhte sich rückwirkend zum 30.06.2009 der Umsatz von € 42,4 auf 48,5 Millionen und das EBIT von € 5,9 auf 20,9 Millionen. Im März 2010 hatte der Aufsichtsrat von Solar Millennium auf Ersuchen des Vorstands die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte mit einer Sonderuntersuchung nach § 111 Abs. 2 Satz 2 AktG beauftragt, um alle Zweifel oder etwaige Fragestellungen zu Konsolidierungssachverhalten in den Geschäftsjahren 2005/2006 bis 2008/2009 auszuräumen.

Quelle: Solar Millennium AG

You have no rights to post comments