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Solar Millennium AG

Erlangen/München, 23.02.2010 - Prof. Dr. Utz Claassen, Vorstandsvorsitzender der Solar Millennium AG, sprach sich anlässlich der heutigen Bilanzpressekonferenz des Unternehmens in München für einen Strukturwandel der globalen Energieversorgung aus:

„Als ausgewiesener Freund der Kernenergie bin ich fest davon überzeugt, dass solarthermische Kraftwerke in Zukunft an die Stelle der Kernkraftwerke treten können, müssen und werden. Ich kenne kaum jemanden, der ernsthaft bestreitet, dass es unser langfristiges Ziel sein muss, vom fossilen über das nukleare ins solare Energiezeitalter zu kommen. Die Zeit ist reif für eine globale solare Energiewirtschaft. Solarthermische Stromerzeugung ist nach meiner festen Überzeugung die bevorzugte Energieversorgung von morgen, da sie nicht nur fossile Energievorräte schont, sondern auch mit überwältigendem Rückhalt gesellschaftlich akzeptiert ist.“

Vor diesem Hintergrund unterstützte Claassen auch die jüngsten energiepolitischen Aussagen von Bundesumweltminister Dr. Norbert Röttgen. Claassen verwies darauf, dass die Zukunft der Menschheit untrennbar mit dem Themenkomplex Energie, Klimaschutz und Ressourcenknappheit verknüpft sei. „Der weltweit dramatisch steigende Energiebedarf macht Klimawandel und knapper werdende Rohstoffe zu zentralen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts.“ Die Lösungen ausschließlich in der Politik zu suchen, reicht nach Ansicht von Claassen jedoch nicht aus.

Er sieht es als Aufgabe der Energiewirtschaft und Industrie, diesen Wandel hin zu einer nachhaltigen Energieerzeugung zu fördern: „Der Klimagipfel in Kopenhagen hat gezeigt, dass Klimaschutz nicht allein politisch zu erreichen ist. Nur mit Innovation können wir Lösungen für diesen zentralen Themenkomplex des 21. Jahrhunderts finden. Solarthermische Kraftwerke sind ein wesentlicher Schlüssel zur nachhaltigen Lösung, denn sie können effizient Solarstrom in großen Mengen planbar und rund um die Uhr erzeugen und so Großstädte und Industrie mit umweltfreundlichem Strom versorgen. Wann genau der Übergang von der Kernenergie zur solarthermischen Stromerzeugung gelingt, liegt in unseren Händen."

Auch die Idee des Desertec-Konzepts unterstützte Claassen auf der Bilanzpressekonferenz von Solar Millennium und erneuerte damit eine Forderung, die er ähnlich bereits auf dem 1. Deutschen Klimakongress im September 2006 in Berlin in seiner damaligen Funktion als Vorstandsvorsitzender der EnBW Energie Baden-Württemberg AG bildhaft gefordert hatte:

„Wir müssen den Strom, der in Berlin, London oder Moskau verbraucht wird, in der Sahara oder der Kalahari gewinnen.“ Solarthermische Kraftwerke sind dabei aber nicht nur eine Lösung für Europa, Nordafrika und den Nahen Osten, so Claassen: „Wir müssen unsere chinesischen Freunde dafür gewinnen, dass nicht mehr alle 56 Stunden 500 Megawatt Kohlekraftwerkskapazität ans Netz gehen, sondern zukünftig alle zwei Tage ein großes Solarkraftwerk in Betrieb genommen wird.“ Der Markt solarthermischer Stromerzeugung sei daher einer der interessantesten und spannendsten Wachstumsmärkte überhaupt.

Claassen nahm in München auch zur aktuellen bundespolitischen Energiepolitik Stellung. Bundesumweltminister Dr. Norbert Röttgen hatte mit zwei Themen die energiepolitische Debatte der letzten Wochen wesentlich geprägt. So hatte er sowohl eine Kürzung der Solarenergieförderung in Deutschland angekündigt als auch den zeitigen Ausstieg aus der Atomkraft thematisiert. Gemäß Claassen sei dem Bundesumweltminister aus einer europäischen und globalen Sichtweise in beiden Punkten beizupflichten: „Eine Förderung der Solarenergie ist tendenziell dort am sinnvollsten, wo die Sonne intensiv und hinreichend oft scheint.

Eine intelligente und wirksame Exportförderung deutscher Spitzentechnologie bringt mehr für die heimische Wirtschaft und hiesige Arbeitsplätze als eine Übersubventionierung der Solarenergie im Inland. Deutsche Energiepolitik muss in der Tat grenzübergreifend angelegt sein und auf diese Weise die Innovationskraft der Industrie und Energiewirtschaft fördern.“ Aufgrund besserer natürlicher Voraussetzungen für Solarenergie in anderen Ländern könne beim Ausbau der Exportförderung mit denselben Steuergeldern ein deutlich größerer Effekt für Klimaschutz und deutsche Arbeitsplätze erreicht werden.

Auch die Äußerungen des Bundesumweltministers zur Kernenergie seien, so Claassen weiter, im internationalen Zusammenhang zu sehen. Ein zeitnaher Ausstieg aus der Kernenergie sei jedenfalls nur bei Verfügbarkeit entsprechender regenerativer Ersatzkapazitäten möglich: „Unter den erneuerbaren Energien hat die Sonne dabei unstreitig das mit Abstand größte Potenzial. Dieses gilt es intelligent zu nutzen!“ Claassen betonte, dass es bei der Neuausrichtung der Energiepolitik nicht darum gehen dürfe, eine Energieerzeugungsform gegen die andere auszuspielen. Auch andere Technologien wie die Photovoltaik könnten von der Exportförderung profitieren, denn etwa für dezentrale Anwendungen hätte diese Technologie Vorteile, die es ebenfalls zu nutzen gelte, während solarthermische Kraftwerke aufgrund ihrer planbaren Stromproduktion und der kostengünstigeren Speicherbarkeit der Energie hervorragend in die heutigen Stromnetze zu integrieren seien.

Quelle: Solar Millennium AG

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