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Berlin, 22. Juni 2012, Als angeblich wichtiger Baustein in der Energiewende wird die bis zum Jahr 2018 gebaute Seekabelverbindung von Norwegen nach Deutschland bezeichnet. Der überschüssige Strom aus erneuerbaren Energien (Photovoltaik, Windkraft etc.) soll über das Seekabel nach Norwegen transportiert und dort über Pumpspeicherkraftwerke gespeichert werden. D.h. der überschüssige Strom pumpt in Norwegen Wasser in höhergelegene Becken und benötigt Deutschland Strom, wird das Wasser in darunterliegende Becken abgelassen. Dadurch wird Strom erzeugt und dieser wird wieder nach Deutschland geschickt.

Wie Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) sagt, Würde durch den Austausch die Versorgungssicherheit in Deutschland gestärkt werden. Zugleich würde der Strompreis für Verbraucher und Unternehmen entlastet. Wie auch immer Rösler rechnet, es kann nicht wirtschaftlich und ökologisch vorteilhaft sein, Strom von Deutschland nach Norwegen zu schicken und bei Bedarf wieder anzufordern. Wäre es nicht sinnvoller, in Deutschland die Energiespeicherung zu fördern und voran zu bringen?

Richtig ist, dass überschüssiger Strom unbedingt gespeichert werden muss. Nur so kann die Energiewende gelingen. In Deutschland gibt es zwar schon Energiespeicher, aber noch lange nicht genug. Die Verhandlungen zwischen Deutschland und Norwegen, hinsichtlich einer Stromverbindung, müssen schon im Jahr 2009 oder vorher begonnen haben. Also lange vor Fukushima, der Abschaltung der Atomkraftwerke und der eigentlichen Energiewende. Da bleibt doch die Frage offen, ob nicht andere Interessen im Vordergrund stehen als den überschüssigen Strom aus erneuerbaren Energien in Norwegen zu speichern. Wer garantiert denn, dass nicht auch Strom aus Kernkraft und fossilen Kraftwerken in Norwegen gespeichert werden sollen? So wären die Gewinne der großen Energiekonzerne weiterhin gesichert.

Der wirtschaftspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Joachim Pfeiffer, nimmt zu diesem Thema ebenfalls Stellung.

„Der lange und intensive Einsatz der Koalition für eine Stromkabelverbindung zwischen Norwegen und Deutschland trägt Früchte. Nach langwierigen Verhandlungen hat der norwegische Stromnetzbetreiber Statnett sich entschieden, bereits bis zum Jahr 2018 eine Kabelverbindung nach Deutschland zu bauen. Damit gab das Unternehmen Deutschland den Vorrang vor Großbritannien.

Das ist eine erfreuliche Nachricht für den Energiestandort Deutschland und ein gutes Signal für den geplanten Umbau der Energieversorgung. Die Speicherpotenziale in Norwegen sind immens. Im Hinblick auf die Zunahme der fluktuierenden Energieerzeugung aus Sonne und Wind in Deutschland können die norwegischen Wasserkraftwerkspeicher erhebliche Ausgleichskapazitäten schaffen. Dies wird zwar nicht alle deutschen Speicherprobleme beheben, ist jedoch ein wichtiges Element.

Mit dem geplanten Umstieg auf erneuerbare Energien steigt der Bedarf an Speicherkapazitäten in Deutschland gewaltig. Heute decken Speicher in Deutschland den Bedarf für weniger als eine Stunde. Künftig wird das 250- bis tausendfache gebraucht. Die Erschließung der Speicherpotenziale in Norwegen ist daher essenziell. Sie ergänzt mittel- bis langfristig den notwendigen Speicherausbau in Deutschland und die bereits bestehenden Kooperationen, beispielsweise mit Österreich. Hierfür sind aber entsprechende Kabelverbindungen zwingend notwendig.“

Norwegen? Von wegen!

Quelle: photovoltaik-guide.de - Michael Ziegler

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