Die Schletter-Gruppe (Hersteller von Photovoltaik-Montagesystemen) hat mit ihren Hausbanken ein umfassendes Zukunftskonzept vereinbart. Damit ist der Weg frei für die Fortsetzung der internationalen Wachstumsstrategie der Unternehmensgruppe.

Die Vereinbarung beinhaltet ein Finanzierungspaket, das die Finanzierung des Unternehmens einschließlich der anstehenden Restrukturierung auf Jahre hinaus sichert. „Die Einigung mit den Banken ist ein klarer Vertrauensbeweis für das Konzept der strategischen Neuaufstellung der Gruppe, das wir in den letzten Monaten entwickelt haben“, betonte Tom Graf, der im Dezember 2015 als CEO und CRO die Geschäftsführung der Schletter-Gruppe übernommen hatte. „Zugleich bekräftigen die Banken damit ihr Vertrauen in die Zukunftsaussichten der Schletter-Gruppe, in ihre Innovationskraft und in die Fähigkeiten unserer Mitarbeiter. Damit haben wir, unsere Kunden und unsere Lieferanten eine verlässliche Perspektive für die Zukunft.“

Geführt wird die Unternehmensgruppe von Tom Graf als CEO und Oliver Renzow als neuem kaufmännischen Geschäftsführer (CFO). Beide verfügen über langjährige Führungserfahrung bei mittelständischen Industrieunternehmen in schwierigen Marktsituationen.

Kernpunkt der Neuaufstellung bei Schletter ist die Konzentration auf das Kerngeschäft Photovoltaik-Montagesysteme inklusive Auslegung von Solaranlagen, Konzeption und Montage sowie die Konsolidierung des Deutschlandgeschäfts. Wie viele andere deutsche Solar-Unternehmen ist auch Schletter Deutschland vom starken Einbruch des heimischen Solarmarkts seit 2012 betroffen. So sank der Umsatz auf dem Heimatmarkt in den vergangenen Jahren um gut zwei Drittel. Als Reaktion darauf hatte die alte Geschäftsführung mit der neuen Leichtmetallbau(LMB)-Sparte versucht, ein zweites Standbein aufzubauen, wodurch die Verluste aber nur noch stiegen.

„Trotz der anhaltenden Schwäche der Solarbranche in Deutschland bleibt Photovoltaik international ein wichtiger Zukunftsmarkt mit ausgezeichneten Wachstumsaussichten“, ergänzte Graf. „Für diese Entwicklung ist die Schletter-Gruppe mit ihrem internationalen Produktions- und Vertriebsnetz hervorragend aufgestellt, um davon nachhaltig zu profitieren.“

Schletter-Gruppe startet Restrukturierung

Die Restrukturierung der Schletter-Gruppe hat begonnen. Schletter-CEO Tom Graf informierte die Belegschaft am Stammsitz in Kirchdorf über die erforderlichen Maßnahmen: Aufgrund der anhaltenden Defizite außerhalb des Kerngeschäfts Solar muss die Belegschaft in Deutschland um rund die Hälfte reduziert werden. Die Produktion in Kirchdorf bleibt jedoch erhalten.

„Ich bedauere den bevorstehenden Arbeitsplatzabbau außerordentlich“, sagte Graf. „Er ist jedoch unvermeidlich, um die Gruppe als Ganzes aus der Verlustzone zu führen und ihre Existenz langfristig zu sichern.“ In den Jahren 2013 bis 2015 hat die Schletter-Gruppe bei einem Umsatz von knapp 300 Mio. Euro in Deutschland zweistellige Millionenverluste angehäuft. Die Liquiditätsreserven waren aufgebraucht.

Die Vereinbarung beinhaltet ein Finanzierungspaket, das die Finanzierung des Unternehmens einschließlich der anstehenden Restrukturierung auf Jahre hinaus sichert. Graf und Renzow wollen die Gruppe bis 2018 zurück in die Gewinnzone führen.

Kernpunkt der Neuaufstellung bei Schletter ist die Konzentration auf Photovoltaik sowie die Konsolidierung des Deutschlandgeschäfts. Zwar erwirtschaftet Schletter im Geschäftsbereich Solar leichte Überschüsse. Dennoch gibt es hier Überkapazitäten, die reduziert werden müssen, damit die Gruppe international wettbewerbsfähiger wird. Die hochdefizitäre Leichtmetallbau(LMB)-Sparte wird hingegen zum Jahresende geschlossen, außerdem werden die internen Prozesse verschlankt und die Wertschöpfungstiefe reduziert. Insgesamt müssen voraussichtlich bis Anfang nächsten Jahres rund 300 Arbeitsplätze abgebaut werden. Zurzeit beschäftigt die Schletter-Gruppe weltweit rund 1.300 Mitarbeiter.

Graf und Renzow haben bereits Verhandlungen mit dem Schletter-Betriebsrat aufgenommen, um die Modalitäten des Arbeitsplatzabbaus zu verhandeln. Graf und Renzow wollen den Abbau so sozialverträglich wie möglich gestalten; die für einen Sozialplan nötigen Mittel waren Bestandteil der Einigung mit den Hausbanken.

Die Gruppe ist weltweit aktiv und als einziger deutscher Anbieter von Photovoltaik-Montagesystemen auf fast allen internationalen Schlüsselmärkten vertreten. Sämtliche ausländische Gesellschaften sind profitabel. Die Gruppe ist gut in das Jahr gestartet und hat vor allem in China und Nordamerika deutlich an Umsatz zugelegt und Marktanteile gewonnen.

Quelle: Schletter

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