photovoltaik-guide.de verwendet Cookies um Ihnen den bestmöglichen Service bereitzustellen. Indem Sie den Button "akzeptieren" klicken, stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Hohenstein-Ernstthal/Frankfurt, 08. April 2011, Der Roth & Rau-Konzern hat den Umsatz im Geschäftsjahr 2010 um 44,2 Prozent auf 285.357.000 Euro (2009: 197.903.000 Euro) gesteigert und damit seine Prognose erfüllt. Der Exportanteil ist im vergangenen Jahr weiter auf 90,1 Prozent (2009: 82,8 Prozent) gestiegen, wobei der Schwerpunkt erneut mit 77,3 Prozent (2009: 51,3 Prozent) auf Asien lag. Der Auftragseingang erreichte im abgelaufenen Geschäftsjahr mit 417.072.00 Euro (2009: 195.687.000 Euro) einen neuen Rekordwert in der Unternehmensgeschichte.

Heutige Bilanzpressekonferenz in Frankfurt am Main

Dr. Dietmar Roth, Vorstandsvorsitzender der Roth & Rau AG: „In Bezug auf den Umsatz und die Auftragsentwicklung können wir von einem guten Geschäftsjahr sprechen. Auch auf der Produktseite waren wir erfolgreich. Wir haben mit der zweiten Generation unserer Antireflexbeschichtungsanlage SiNA ein extrem wettbewerbsfähiges Produkt in den Markt eingeführt, was sich im aktuellen Auftragsbestand widerspiegelt. Mit der Gesamtentwicklung können wir natürlich nicht zufrieden sein. Die hohen einmaligen Wertkorrekturen, die zum großen Teil das Turnkey-Geschäft betrafen, haben die Ertragslage maßgeblich beeinflusst – das war operativ nicht auszugleichen.“

Die bereits im Rahmen der vorläufigen Zahlen ausführlich erläuterten Sondereffekte beliefen sich auf insgesamt -52.983.000 Euro (davon 44.170.000 Euro zu Lasten des EBIT und 8.273.000 Euro zu Lasten des Finanzergebnisses). Darin enthalten sind Wertberichtigungen auf alte Turnkey-Projekte, außerplanmäßige Rückstellungen für rechtliche und steuerliche Risiken aus noch laufenden Großprojekten sowie Einmaleffekte aus der Umstellung des Bilanzierungsansatzes bei den SiNA-2-Anlagen und der Bereinigung des Produktportfolios. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) lag vor diesem Hintergrund bei -27.290.000 Euro. Das EBIT vor Sondereffekten betrug 17.420.000 Euro (2009: 16.100.000 Euro). Das Konzernergebnis belief sich auf -25.809.000 Euro (2009: 12.929.000 Euro).

Kosten- und Strukturoptimierungsprogramm CRiSP zeigt erste Erfolge

Zur nachhaltigen Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit hat Roth & Rau im dritten Quartal 2010 unter dem Namen CRiSP ein Kosten- und Strukturoptimierungsprogramm zur Profitabilitätssteigerung gestartet.

Dabei sind insbesondere Bereinigungen im Produktportfolio vorgesehen. Produkte, die nicht mehr profitabel am Markt umgesetzt werden können, werden aus dem Portfolio genommen und begleitende Entwicklungsprojekte eingestellt. Das Turnkey-Geschäft wird an die geänderten Markterfordernisse angepasst und in einer modifizierten Form weitergeführt. Das umfangreiche Know-how im Roth & Rau-Konzern von der Projektplanung bis zum Hochfahren der Produktion soll künftig als separate Beratungs- und Technologietransferleistungen angeboten werden. Damit sollen die Risiken, die sich in der Vergangenheit aus der Übernahme der Generalunternehmerschaft für Turnkey-Projekte ergeben haben, zukünftig minimiert werden. Einen ersten Auftrag auf Basis des neuen Turnkey-Modells in Höhe von rund 6 Mio. Euro konnte das Unternehmen bereits im März 2011 gewinnen.

Ein weiterer Schwerpunkt wird auf der Verringerung der Komplexität der Konzernstruktur liegen. Durch die Reduzierung der Anzahl der Konzerngesellschaften sollen die Strukturkosten verringert und Synergien durch die stärkere Integration der verbleibenden Konzerngesellschaften genutzt werden.

Die ersten wesentlichen Maßnahmen wurden im ersten Quartal 2011 eingeleitet. Dabei sind Kostensenkungsmaßnahmen in den Bereichen Fertigung und Verwaltung geplant, die auch mit dem Abbau von Personal einhergehen. Darüber hinaus hat sich das Unternehmen zum Ziel gesetzt, das Working Capital durch kürzere Fertigungs- und Beschaffungszeiten zu verbessern. Auch die künftige Konzentration der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten am Hauptsitz in Hohenstein-Ernstthal soll durch eine effizientere Vernetzung und Integration der beteiligten Konzernbereiche zur Kostensenkung beitragen.

Ausblick

„Wir haben mit der Straffung unseres Produktportfolios und dem umfangreichen Kosten- und Strukturoptimierungsprogramms die richtigen Maßnahmen eingeleitet, um die führende Marktposition von Roth & Rau zu sichern und die Ertragskraft langfristig zu steigern. Vor diesem Hintergrund beurteilen wir die künftigen operativen und wirtschaftlichen Entwicklungschancen des Konzerns positiv.“

Für das Geschäftsjahr 2011 geht der Vorstand von einer Umsatzsteigerung auf 300 Mio. Euro bis 325 Mio. Euro aus. Im ersten Halbjahr werden die Auswirkungen der Bilanzierungsumstellung bei den SiNA-2-Anlagen noch die Umsatz- und Ertragslage belasten. Zunächst wird es zu einer Bestandserhöhung im Vorratsvermögen kommen, was sich in einem Anstieg der Gesamtleistung widerspiegeln wird. Die Umsatz- und Ertragsrealisierung erfolgt dann zum größten Teil erst im zweiten Halbjahr 2011. Dies wird sich aber im Jahr 2012 normalisieren, so dass dann von einer stabilen Entwicklung der Gesamtleistung und des Umsatzes auszugehen ist. Die Ertragskennzahlen sollen deutlich gesteigert werden. Der Vorstand hält eine EBIT-Marge im Bereich von 4 Prozent bis 7 Prozent im Jahr 2011 für realistisch. Für 2012 rechnet die Gesellschaft aufgrund der stärker greifenden Effekte in den Kostenverbesserungen mit einem positiven zweistelligen Prozentwert.

Der positive Ausblick wird auch durch die Auftragsentwicklung im ersten Quartal 2011 bekräftigt. Von Januar bis März gingen neue Aufträge im Gesamtwert von rund 83,1 Mio. Euro ein. Damit bildet der aktuelle Auftragsbestand bereits etwa 75 Prozent des prognostizierten Umsatzes des Gesamtjahres 2011 ab.

Quelle: Roth & Rau AG

You have no rights to post comments