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Bitterfeld-Wolfen, 04. April 2012, Am gestrigen Tag wurde durch den Vorstand des Solarmodulherstellers Q.Cells SE beim zuständigen Amtsgericht Dessau ein Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens gestellt. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Henning Schorisch (hww wienberg wilhelm Insolvenzverwalter) bestellt.

Q-Cells SE

Die Insolvenz wurde durch das Photovoltaik-Unternehmen bereits einige Tage vorher angekündigt (Wir berichteten: Q.Cells SE - Solarmodulhersteller Q.Cells stellt Insolvenzantrag). Zunächst sind die Stellen von über 1.300 Beschäftigten am Standort Deutschland in Bitterfeld-Wolfen betroffen. Weltweit beschäftigt das Solarunternehmen insgesamt 2.200 Mitarbeiter, darunter auch Mitarbeiter beim Dünnschicht-Hersteller Solibro aus Deutschland. Das Unternehmen besitzt u.a. ein Werk in Malaysia. Für die Beschäftigten des Unternehmens ist die Lage ungewiss. Jedoch wären die Gehälter über das Insolvenzgeld für die nächsten drei Monate gesichert.

Die Insolvenz war notwendig geworden, weil das Management von Q.Cells SE nach intensiver Prüfung von alternativen Konzepten zur Umsetzung der Finanzrestrukturierung zu der Einschätzung gelangt war, dass die Fortführungsprognose für das Unternehmen nicht mit hinreichender rechtlicher Sicherheit wiederhergestellt werden kann. Diese war nach der letztinstanzlichen Entscheidung des Oberlandesgerichts Frankfurt vom 27. März 2012 im Fall Pfleiderer nicht mehr gegeben.
 
Die Q.Cells SE hatte in den letzten Monaten eine grundlegende Einigung mit den wesentlichen Anleihegläubigern der ausstehenden Wandelschuldverschreibungen erzielt. Außerdem hatten die zuständigen malaysischen und deutschen Behörden die Lösung unterstützt. Damit war das Unternehmen auf gutem Wege, die weitgehende Entschuldung und den mittelfristigen Geschäftsplan erfolgreich umzusetzen und damit mittelfristig wieder in die Gewinnzone zurückzukehren.
 
Dr. Nedim Cen, Vorstandsvorsitzender der Q.Cells SE: "Es ist leider die brutale Realität, dass die geplante Finanzrestrukturierung trotz eines schlüssigen und mit allen Beteiligten verhandelten Restrukturierungskonzepts nun an Berufsklägern und einer offensichtlich falschen Entscheidung des Gerichts scheitert. Jetzt heißt es für uns, den Insolvenzverwalter nach besten Kräften bei der Erarbeitung eines neuen Konzeptes zu unterstützen, um das Unternehmen und die Arbeitsplätze zu sichern."
 
Der vorläufige Insolvenzverwalter Schorisch wird sich nun einen Überblick über die Lage des Unternehmens verschaffen und im Rahmen des sogenannten vorläufigen Insolvenzverfahrens weitere Verfahrensschritte prüfen. Schorisch wird auch die Möglichkeiten nach dem neuen Insolvenzrecht prüfen.

Quelle: Q.Cells SE

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