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Köln, 26. April 2012, Die Leistung ist ein entscheidendes Kriterium für den Ertrag, der sich mit einer Photovoltaikanlage erwirtschaften lässt. Doch wie zuverlässig sind die Leistungsangaben für Photovoltaikmodule auf den Datenblättern der Hersteller? Kunden können dies nicht beurteilen. Beim Autokauf geben Praxistests von Zeitschriften einen Hinweis, wie viel ein Fahrzeug tatsächlich leistet – und nicht nur nach der Norm. Aber auch für die echte Leistung von Photovoltaikmodulen gibt es eine verlässliche Antwort auf diese Frage: „Power Controlled“ von TÜV Rheinland.

Seit zwei Jahren bietet TÜV Rheinland als Weltmarktführer in der Prüfung von Photovoltaikmodulen ein spezielles Überwachungsprogramm, dem sich namhafte Modulhersteller wie Solarworld und Yingli Solar bereits unterziehen. In einem aufwändigen und permanenten Prüfprozess werden die Produktion und die Produkte neutral von TÜV Rheinland im Hinblick darauf kontrolliert, ob bei den hergestellten Modulen in punkto Leistung auch drin ist, was der Hersteller verspricht. Wilhelm Vaaßen, Geschäftsfeldleiter Solare Energien bei TÜV Rheinland: „Investitionen in Solarenergie lohnen sich immer noch, auch wenn die Fördermittel gesunken sind. Aber egal ob für Hausbesitzer oder Großinvestor: Die Frage, welchen Ertrag meine Anlage bringen kann, wird immer wichtiger – und das über Jahrzehnte. Deshalb lohnt es sich, nicht nur auf die billigsten Module zu setzen. Power Controlled bietet hier für Käufer eine Extraportion Verlässlichkeit.“

Kontinuierlich und umfassend: Anspruchsvolles Prüfprozedere

Wie funktioniert Power Controlled in der Praxis? Im ersten Schritt überprüfen die Fachleute von TÜV Rheinland direkt beim jeweiligen Hersteller, ob die Qualitätsanforderungen innerhalb der Produktion bei der Leistungsmessung der Module erfüllt werden. Diese umfassenden und technisch sehr komplexen Kontrollen erfolgen einmal jährlich. Im zweiten Schritt wird dann die Leistung der produzierten Module selbst geprüft. Dazu nehmen die Experten von TÜV Rheinland zufällig ausgewählte Solarmodule direkt aus der Produktion – und zwar einmal im Quartal. Die Anzahl der Prüfmuster richtet sich dabei nach der Anzahl der Produktionslinien und Anzahl der verschiedenen Modultypen, bei Solarworld kommen so beispielsweise über 200 Prüfmodule jährlich zusammen.

So wird gewährleistet, dass die Leistung der Produkte tatsächlich stimmt und die Hersteller keinen Einfluss auf die Testmuster nehmen können. TÜV Rheinland-Fachmann Wilhelm Vaaßen, der seit über 20 Jahren die Entwicklung der Branche als Prüfingenieur begleitet: „Kleine Leistungsabweichungen sind nie auszuschließen, aber sie dürfen im Mittel maximal minus 1,5 Prozent im Vergleich zu den Typenangaben betragen.“ In der Praxis habe sich das Prüfprogramm bewährt. „Seit zwei Jahren prüfen wir Module nach diesem Testprozedere. Bestehen können hier nur Hersteller, die eine gleichbleibend gute Qualität in der Produktion umsetzen können“, so Vaaßen.

Voraussetzung für die Power Controlled-Zertifizierung von TÜV Rheinland sind gültige IEC 61215 bzw. IEC 61730 Zertifikate. Wichtigstes Kriterium ist dann die absolute Verlässlichkeit der Nennleistung eines Moduls, das von TÜV Rheinland Power Controlled-zertifiziert werden soll. Um zu gewährleisten, dass die Flashermessungen beim Hersteller während der Produktion rückführbar und korrekt sind, gehen die Fachleute von TÜV Rheinland folgendermaßen vor: Zunächst werden von TÜV Rheinland Refrenzmodule präzise kalibriert, auf die der Hersteller seine Sonnensimulatoren einstellt. Zudem werden alle Sonnensimulatoren in der Produktion den Anforderungen für Simulatoren nach IEC 60904-9 folgend qualifiziert. Diese Klassifizierung wird für jeden Sonnensimulator an jeder Produktionslinie vorgenommen.

Sind diese Anforderungen erfüllt, überprüft TÜV Rheinland die Flashermessung der Herstellerproduktion durch Vergleichsmessungen ausgewählter Module, die an verschiedenen Tagen gefertigt wurden. Nach diesem Testverfahren lässt sich eine sichere Aussage treffen, ob die vom Hersteller gemessene Leistung mit der Messung von TÜV Rheinland übereinstimmt. Die Anforderungen für Power Controlled gelten nur als erfüllt, wenn die Abweichungen bei den jeweiligen Messungen im Mittel insgesamt maximal 2 Prozent betragen. Noch wichtiger: Die Abweichungen der Leistungsmessungen bei TÜV Rheinland im Vergleich zu der Typenschildleistungsangabe des Herstellers dürfen im Durchschnitt höchstens minus 1,5 Prozent betragen.

Um das Zertifikat aufrecht zu erhalten, werden zusätzlich quartalsweise Module von TÜV Rheinland direkt aus der Produktion ausgewählt und Vergleichsmessungen wiederholt. Diese Vergleichsmessungen finden in einem der weltweit sechs akkreditierten Prüfzentren von TÜV Rheinland statt. Die Messergebnisse werden mit den Resultaten aus der Flasherliste des Herstellers und mit der Typschildangabe abgeglichen. Auch hierbei gelten die gleichen Leistungstoleranzen. Zudem findet jährlich eine Neuqualifizierung der Sonnensimulatoren statt, um die Einhaltung der Anforderungen nach IEC 60904-9 sicherzustellen.

Durch seine Vielschichtigkeit ist Power Controlled von TÜV Rheinland einzigartig in der Solarbranche weltweit. Denn das kontinuierliche Prüfverfahren stellt unabhängig geprüft sicher, dass die Leistungsangaben von Photovoltaik-Modulen, die im Datenblatt oder auf dem Typenschild angegeben sind, nachverfolgbar zu dem internationalen Standard „World PV Scale (WPVS)“ sind und innerhalb der spezifischen Produktionstoleranz liegen.

Quelle: TÜV Rheinland

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