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Wien, 28. Oktober 2010,  Photovoltaik boomt weltweit. Die Wachstumsraten betragen 40 Prozent pro Jahr, für 2020 steht eine Verfünfzehnfachung in Aussicht. Wie sich die heimische Forschung und Wirtschaft an dieser Entwicklung beteiligen sollen, diskutiert die achte Österreichische Photovoltaik Tagung. Im Vorfeld präsentierten Experten am heutigen Mittwoch die Schwerpunkte. "Die Frage der Zukunft lautet nicht, was erneuerbare Energien kosten, sondern was es Volkswirtschaften kosten wird, hier nicht rechtzeitig mitzumachen", betont Hans Kronberger, Präsident des Bundesverbandes Photovoltaic.

Blühender Wirtschaftszweig

Hinter diesem Boom stecken vor allem die Kostensenkungen bei Siliziumplatten, andererseits die Preisschwankungen beim Öl. "In Süditalien ist die Kostenparität bereits erreicht und auch in Mitteleuropa wird sie in wenigen Jahren Realität sein", sagt Hubert Fechner, Leiter des Instituts für Erneuerbare Energie an der FH Technikum Wien. Aktuell sieht der Experte daher eine Chance, die es zu nutzen gelte. "Staaten, die diesen Moment passiv abwarten, könnten technologisch den Anschluss versäumen und auch wirtschaftliche Nachteile erleiden."

Fechner rechnet vor, wie dies am Beispiel Österreich aussieht, würde die Alpenrepublik 2020 fünf Prozent seines Strombedarfs aus Photovoltaik beziehen - was derzeit bereits Bayern gelingt. "Das brächte 13.000 Beschäftigte in der Installation von Photovoltaik-Anlagen und einen Investitionsschub von zwölf Mrd. Euro. Gelingt es den derzeit führenden Unternehmen - wie etwa jene für Wechselrichter - ihre Marktposition zu behalten, würde dies weitere 21.000 neue Arbeitsplätze bringen", so der Experte. Notwendig seien dafür jedoch bessere Marktmaßnahmen und engagiertere Forschungsausgaben seitens des Staates.

Erneuerbare ziehen an einem Strang

Als "beispielhaft für andere Länder" sehen die Experten hingegen, dass sich Österreichs Verbände für erneuerbare Energien auf ein gemeinsames Gesamtkonzept einigen konnten. "Mit entsprechenden Anstrengungen könnte Österreich schon 2020 als erstes EU-Mitgliedsland eine 100 Prozent-Versorgung durch erneuerbare Energien erreichen", so Kronberger gegenüber pressetext. Beteiligt sind an diesem Konzept neben Photovoltaik auch Wasserkraft, Biogas, feste Biomasse, Windkraft und die Geothermie. Kronberger hält als Zielvorgabe nicht fünf, sondern acht Prozent Photovoltaik-Strom im Jahr 2020 für realistisch.

Fertigteilhäuser mit Sonnenstrom

Aktuelle Schwerpunkte der Photovoltaik-Forschung sind einerseits die weitere Kostensenkung bei den Materialien, jedoch auch die gebäudeintegrierte Photovoltaik. "Auf letzterem Gebiet hat die heimische Industrie international gute Wettbewerbschancen", berichtet Ingmar Höbarth, Geschäftsführer des Energie- und Klimafonds. Als zukunftsträchtig sieht der Experte etwa Fertigteilhäuser mit integrierten Photovoltaik-Anlagen, die aufgrund von Serienproduktion besonders kostengünstig ausfallen. Vorteile verspricht auch die Nutzung von Elektroauto-Akkus als Sonnenstrom-Speichermedium.

Für die Praxis des Einsatzes in Gebäuden muss die Verträglichkeit der Anlagen stärker in den Vordergrund rücken, rät die Düsseldorfer Architektin Dagmar Everding. Zudem sollte die Energetik gleich zu Beginn einer Planung oder Sanierung mitbedacht werden. "Nachhaltig planen heißt, Räume und Flächen, die neue Energieträger brauchen, mitzudenken. Das beginnt schon bei der Frage, auf welcher Dachseite ein Kamin positioniert wird, und führt bis zur Reservierung von Stadtflächen für Speicherstrukturen", so die Expertin gegenüber pressetext.

Redakteur: Johannes Pernsteiner

Aussender: pressetext

Kommentare   

#1 Cornelia Daniel 2010-11-19 17:19
Wäre nur wichtig, dass unsere Bundesregierung was von dem abfahrenden Zug erfährt...

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