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Der Multi-Milliardär und "Starinvestor" (was für eine verkorste Bezeichnung) Warren Buffett, investiert über seine Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway etwa 2,5 Milliarden Dollar (ca. 1,9 Milliarden Euro) in ein 579 MW (Megawatt) starkes Solarprojekt. Mit dem Bau des Antelope-Valley-Projekt des Solarmodulherstellers SunPower aus den USA soll noch in diesem Jahr begonnen werden. Die Fertigstellung des Solarparks in Kalifornien sei im Jahr 2015 geplant.

SunPower

Ein Händler aus Frankfurt sagte gegenüber der Zeitung "Die Welt", dass wenn ein "eher konservativ ausgerichteter Anleger wie Buffett in Solarprojekte einsteigt, das für die Branche ein gutes Zeichen ist". Ein gutes Zeichen wofür? Die Photovoltaik wollte doch vom Rendite-Image wegkommen? Anscheinend zählt wieder nur die Rendite und nicht der eigentliche Gedanke, der hinter der PV steht. Warren, das Buffet ist eröffnet.

Während zahlreiche Portale über das Mega-Investment von Warren Buffett berichteten, sträubten wir uns bislang aus dem einfachen Grund dagegen, da diese Investition kaum eine Bedeutung für den Solarmarkt hat. Schon gar nicht für den deutschen Markt. Dass die Investition von Buffet ein Lichtblick für die Solarbranche ist, war der einschlägige Tenor bei den vielen Berichten. Unverständlich hingegen ist auch, dass etliche und vor allem deutsche Aktien von börsennotierten Solarunternehmen, seit Bekanntwerden dieser Meldung, einen immensen Kurssprung nach oben vollzogen haben. Angeblich sei die Investition von Buffett ein Zeichen dafür, dass eine totgesagte Branche nun doch nicht tot sei. Fakt ist: Das Buffett-Invest beflügelt kurzfristig lediglich Solarwerte, mehr nicht.

Es ist jetzt schon das dritte Photovoltaik-Projekt, in das Buffett investiert. Erst im Dezember 2011 investierte Buffett in das 550 MW-Solarprojekt von First Solar (Wir berichteten: Milliardär Warren Buffet erwägt Kauf von 550 MW Solarprojekt von First Solar). Auch zu diesem Zeitpunkt gab es lediglich einen Kursprung bei den Aktien von First Solar und keine nennenswerten Änderungen oder Nachwirkungen auf dem Solarmarkt. Und dennoch hat First Solar die Pforten seiner Produktionslinie in Deutschland gegen Ende des letzten Jahres dicht gemacht.

Das Buffett in erneuerbare Energien, insbesondere in einen Mega-Solarpark, investiert, bedeutet nicht, dass er auch von dieser Energieform überzeugt ist oder die Branche retten möchte. Er investiert nur aus dem einen Grund; wegen den satten Gewinnen. Und genau deshalb steigen auch die Aktienkurse. Die Frage ist nur, wie lange der jeweilige Aktienkurs auf dieser Höhe gehalten werden kann. Nämlich nur solange, wie auch die Meldung noch aktuell ist. Wäre Buffett ernsthaft an der Solarenergie interessiert und von dessen Zukunft überzeugt, hätte er sicherlich ein Solarunternehmen gekauft und keinen gewinnträchtigen Solarpark.

Europäische und US-Solarunternehmen haben laut einer aktuellen Meldung von Süddeutsche.de vor allem mit der billigen Konkurrenz aus Asien zu kämpfen. Weiter schreibt die SZ: "Die chinesischen Unternehmen könnten ihre Produkte wegen staatlicher Subventionen billiger anbieten als die Konkurrenz aus dem Ausland." Selbstverständlich reagierte die USA entsprechend und verhängte gegenüber den asiatischen PV-Herstellern zum Teil hohe Strafzölle (Wir berichteten: China - SolarWorld AG erfreut über Antidumpingzölle von bis zu 250 Prozent). Wenn die Chinesen nun einen saftigen Aufschlag auf die Einfuhr ihrer Solarmodule in die USA zahlen müssen und daher die Geschäfte in den USA unlukrativ werden, ist dies natürlich ein Grund für Sunpower, den Preis eines Solarparks weit oben zu halten. Vielleicht sogar über den aktuellen Marktpreis? Oder wie ist sonst zu erklären, dass Buffett je Kilowatt über 3.281 Euro hinblättert. In Deutschland wäre dieser Preis für ein solches Projekt undenkbar.

Ein gutes Zeichen für die Solarbranche wäre es, wenn weitere Mulit-Milliardäre ihre Milliarden in deutsche Solarparks investieren würden. Sie würden dadurch den Standort Deutschland stärken und gleichzeitig für den Abbau der weltweiten Überkapazitäten bei Solarmodulen sorgen. Am Beispiel von Buffett hat dieser mit seiner Investition wenigstens die weltweiten Überkapazitäten in Höhe von 30 GW  um 1,93% verringert. Ein wirklich gutes Zeichen wäre es indes gewesen, wenn Buffett sich zahlreiche Solarhersteller einverleibt hätte. Billiger wie heute kann man diese nämlich nicht kaufen. Er wird aber einen Grund gehabt haben, der gegen diese Investition spricht.

Quelle: photovoltaik-guide.de - Michael Ziegler

Kommentare   

#2 photovoltaik-guide.de / Michael Ziegler 2013-01-09 06:54
Hallo Martin,

vielen Dank für Ihren Kommentar. Sicherlich ist der überhöhte Preis auf die hohe Einstrahlung in Kalifornien zurückzuführen. Jedoch verteuert dies auch unnötig die Stromgestehungskosten.

Viele Grüße
Michael Ziegler
#1 Martin 2013-01-08 23:04
Der "hohe Preis" spiegelt letztlich nur die vergleichbar hohe Stromausbeute von Solaranlagen in der Kalifornischen Wüste wieder. Da produziert Anlage nämlich fast 2000 kWh/kWp.

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