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Berlin, 05. März 2012, Ob die Protestaktion der Solarwirtschaft erfolgreich war, wird sich noch zeigen. Zumindest war sie in Berlin nicht zu überhören. Der Bundesverband Solarwirtschaft spricht von über 11.000 Menschen, andere Medien hingegen von über 20.000. Die Demonstration am Brandenburger Tor gegen den „Solar-Ausstieg“ war ein eindrucksvolles Signal an die Bundesregierung, auf radikale Kürzungen beim Ausbau der Solarenergie und der Solarförderung zu verzichten.

BSW-Solar/Upmann - Solardemo

Bild: Ohne Sonne keine Wende - Kein Solarausstieg (Quelle: BSW-Solar/Upmann)

Zahlreiche Mitarbeiter von Solarunternehmen haben sich an der Protestaktion beteiligt. Darunter Mp-tec, IBC Solar, SCHOTT Solar, MHH Solartechnik, SMA Solar, Conergy, Centrosolar, Frankensolar, Trade Solar, Aigner Solar, Energiebau, Wagner & Co, juwi, Danfoss, Krannich Solar, KACO new energy, K2 Systems und viele weitere mehr...

Der Blogger Andreas Kühl von energynet.de war live dabei und hat für die Menschen, die nicht teilnehmen konnten, einen kleinen akustischen Eindruck der Solardemo mitgebracht.

Zu der Großkundgebung am Brandenburger Tor hatten der Bundesverband Solarwirtschaft e.V. (BSW-Solar) gemeinsam mit dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB), der IG Metall, der IG Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) und der Deutschen Umwelthilfe (DUH) geladen. Auf der Demonstration bekundeten Spitzenpolitiker wie Sigmar Gabriel, Jürgen Trittin und Gregor Gysi ihre Solidarität mit den Mitarbeitern der Solarbranche.

Die Veranstalter appellierten an die Mitglieder des Deutschen Bundestages und die Bundeskanzlerin, auf zusätzliche Kürzungen der ohnehin stark rückläufigen Solarförderung weitestgehend zu verzichten. Die Solarbranche befürchtet einen Markteinbruch von bis zu 75 Prozent für den Fall, dass die Gesetzesinitiative nicht gestoppt oder erheblich nachgebessert wird. Der Betrieb neuer Solarstromanlagen sei ansonsten überwiegend nicht mehr rentabel, eine Insolvenzwelle unvermeidbar und 100.000 Arbeitsplätze in Gefahr. Die Energiewende sei ohne einen weiteren kraftvollen Ausbau der Solarstrom-Nutzung nicht zu schaffen.
 
Rainer Baake, Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe: „Statt zu beschleunigen bremst die Regierung bei der Energiewende. Es ist absurd, dass der Photovoltaik-Ausbau ausgerechnet in dem Moment massiv eingeschränkt werden soll, in dem die Kosten für neue Solarstrom-Anlagen deutlich sinken und die Förderung der Solarenergie kaum noch nennenswerte Effekte auf die Stromtarife hat.“

Sigmar Gabriel von der SPD: "Es geht nicht nur um die Solarenergie, es geht um die Energiewende als ganzes Projekt."

Prof. Dr. Eicke Weber, Direktor des Fraunhofer Instituts für Solare Energiesysteme: „Diese Hau-ruck-Aktion entbehrt jeglicher wissenschaftlicher Basis. Kurz vor dem Durchbruch laufen wir nun ernsthaft Gefahr, die Früchte einer jahrelangen technologischen Vorreiterrolle leichtfertig zu verspielen. Deutschland muss schnellstens zu einer berechenbaren Wirtschafts- und Energiepolitik zurückkehren.“

Günther Cramer, Präsident des Bundesverbandes Solarwirtschaft, hält die Gründe für die Zubau- und Förderkürzungen für vorgeschoben: „Die technischen Herausforderungen der Energiewende sind lösbar. Die Anschubkosten für den weiteren kraftvollen Ausbau der Solarenergie halten sich im Rahmen und zahlen sich aus. Mit Hilfe eigener Solarstromanlagen oder Beteiligungen an Solarfonds nehmen bereits über eine Million Bürger die Energiewende selbst in die Hand. Das ist den Energiekonzernen ein Dorn im Auge, da sie so zunehmend Marktanteile verlieren und für die Photovoltaik kein Geschäftsmodell haben.“ Die Politik müsse jedoch erkennen, dass sich die Energiewende nicht mehr aufhalten lasse und zum Wohle der Allgemeinheit, nicht weniger Konzerne gestaltet werden müsse. „Wir benötigen endlich zuverlässige Rahmenbedingungen für einen beschleunigten Ausbau der Erneuerbaren Energien und der Photovoltaik“, so Cramer.

BSW-Solar/Upmann - Protestaktion

 

Bild: Über 20.000 Menschen protestieren gegen den geplanten Solarausstieg (Quelle: BSW-Solar/Upmann)

Herzlichen Dank an alle, die an der Live-Berichterstattung mitgewirkt haben. Dies waren u.a. Andreas Kühl (energynet.de), SMA Solar, SCHOTT Solar, Antje Radcke (ehochk.de), IBC Solar und BSW-Solar.

Quelle: photovoltaik-guide.de - Michael Ziegler

Kommentare   

-1 #1 Andreas Kühl 2012-03-05 18:56
Das Tondokument war ein Test, hätte nicht gedacht, dass es so gut ankommt. Und interessant,. wen ich alles nicht gesehen habe.

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