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Frankfurt, 08. August 2012, Die Hersteller von Komponenten, Maschinen und Anlagen für die Photovoltaik in Deutschland sehen die von der Initiative EU ProSun bei der Europäischen Kommission eingereichte Anti-Dumpingklage mit großer Sorge. „Statt nach protektionistischen Maßnahmen zu rufen, sollten wir uns lieber auf unsere Stärken konzentrieren und wichtige Weichen für die Wettbewerbsfähigkeit der Photovoltaik am Standort Deutschland stellen. Noch intensiver als in der Vergangenheit muss sich die Photovoltaik-Zuliefererbranche als Technologieführer und Lösungsgarant auf dem internationalen Parkett profilieren“, erklärt Dr. Eric Maiser, Geschäftsführer von VDMA Photovoltaik-Produktionsmittel. Eine Verhängung von Strafzöllen würde nach Einschätzung des Verbandes unmittelbare Gegenaktionen der chinesischen Behörden provozieren und den freien Zugang für europäische Unternehmen in China weiter erschweren.

Protektionismus schadet dem Maschinenbau

„Selbstverständlich ist es Aufgabe der europäischen Politik sich für die Wettbewerbsposition der in Europa angesiedelten Unternehmen einzusetzen. Dies kann aber nur durch die Stärkung des Freihandels und der Bekämpfung von protektionistischen Entwicklungen gelingen. Protektionismus schadet dem Maschinenbau“, bekräftigt Dr. Hannes Hesse, Hauptgeschäftsführer des VDMA. „Den chinesischen Solarherstellern wird vorgeworfen, ihre Produkte weltweit unter Herstellkosten zu verkaufen. Das ist auf Dauer zwar ruinös, aber nicht prinzipiell verboten. Das letzte was der deutsche Photovoltaik-Maschinenbau jetzt gebrauchen kann ist ein langwieriger und unnützer Handelskonflikt mit einem seiner Kernmärkte“, ergänzt Dr. Florian Wessendorf, Projektleiter im Team von VDMA Photovoltaik-Produktionsmittel.

Verunsicherung schadet dem Aufschwung – Kostensenkung als Chance

Konfrontiert mit den gegenwärtigen Bestrebungen der EU ProSun Initiative befürchten die PV-Maschinenbauer, dass Strafzölle auf chinesische Photovoltaik-Produkte auch die Investitionsbereitschaft der Zell- und Modulhersteller weltweit nachhaltig bremsen könnte. „Die Branche ächzt derzeit unter Überkapazitäten. Neue Fabriken werden vermehrt dann wieder gebaut, wenn die Nachfrage nach Photovoltaik weltweit weiter anzieht. Die Anti-Dumping-Klage schürt Verunsicherung im Markt und verzögert so den Aufschwung. Den gegenwärtigen Kostendruck in der Photovoltaik nehmen die Maschinenbauer weiterhin auch als Chance wahr. Denn PV-Hersteller müssen auf hocheffiziente Technologie und Produktionsanlagen setzen, damit sie weiter wirtschaftlich am Markt agieren können. Das gilt übrigens unabhängig davon, ob PV-Produkte in Europa oder Fernost gefertigt werden“, betont Maiser. An ihrem Leitbild der subventionsfreien Photovoltaik halten die PV-Zulieferer fest.

Bekenntnis zum Produktionsstandort Deutschland

Trotz des traditionell starken Asiengeschäfts ist das Bekenntnis zum Produktionsstandort Deutschland in der Branche tief verwurzelt. „Die Kernkompetenzen der Photovoltaik-Zuliefererindustrie werden auch in Zukunft bei ihren Heimatstandorten in Deutschland bleiben. Die Branche profitiert in Deutschland in hohem Maß von der hier gewährleisteten Investitions- und Rechtssicherheit. Die hervorragende Infrastruktur sowie der hohe Ausbildungsstand von Facharbeitern und innovativen Ingenieuren sind weitere starke Argumente für eine inländische Produktion von Fertigungstechnik“, erklärt Wessendorf. Auch was die Photovoltaik-Produktion in Deutschland selbst anbetrifft sind die Perspektiven besser als der gegenwärtige Ruf. „ Wir sind starke Verfechter des Produktionsstandortes Deutschland – auch für die Zell- und Modulproduktion. Wenn die richtigen Hebel in Bewegung gesetzt werden, kann in Deutschland konkurrenzfähig gegenüber chinesischen Wettbewerbern gefertigt werden“, unterstreicht Maiser.

Quelle: VDMA

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