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Berlin, 28. September 2010, Der Himmel schien ein passendes Zeichen setzen zu wollen: Kräftig schien die Sonne auf die Dächer der Rinderzuchtanlage im sachsen-anhaltinischen Salzfurtkapelle bei Halle/Saale, als die Parabel AG dort im September eine neue Photovoltaikanlage in Betrieb nahm – mit 1.007 kWp installierter Leistung das bisher größte Projekt auf landwirtschaftlichen Gebäuden des Berliner Solaranbieters. Für die Agrargenossenschaft Löberitz eG, Betreiber des Rinderzucht, ein lohnendes Geschäft: 400.000 Euro hätte sie demnächst für die Sanierung ihrer asbestverseuchten Stallbedachung aufbringen müssen – dies übernahm jetzt komplett die Parabel AG und darf die Dachfläche dafür kostenlos nutzen – eine Win-Win-Situation, wie sie inzwischen immer mehr Landwirte wahrnehmen.

„Auch für eine größere Genossenschaft wie unsere mit 2.600 Hektar Fläche sind solche Aufwendungen für die Asbestsanierung eigentlich unbezahlbar“, erklärt Thomas Külz, Vorstandsvorsitzender der Agrargenossenschaft Löberitz. Für den 48jährigen kam das Geschäftsmodell der Parabel AG daher gerade richtig: Als Investor saniert das Solar-Unternehmen das Dach kostenlos, entsorgt die Asbestplatten und ersetzt sie durch eine hochwertige Dacheindeckung und Solar-Module. Im Gegenzug darf Parabel die Fläche 20 Jahre lang kostenlos für die Energiegewinnung nutzen und speist die gewonnene Sonnenenergie zum festen Tarif nach EEG in das öffentliche Stromnetz ein.

Asbestrückbau ist für den Betrieb kostenlos

Drei Millionen Euro kostet die Parabel das Gesamtprojekt, die von der DKB finanziert wurden. Darin enthalten sind der Asbestrückbau, die gesamte Statik, Ingenieur- und Handwerkerleistung, die Sonnenmodule und sogar ein neuer Trafo, der für die Anbindung an das Mittelspannungsnetz notwendig ist – allein dieser kostet 60.000 Euro. Dafür erwirtschaftet Parabel mit der neuen Anlage in Salzfurtkapelle knapp 830.000 kWh pro Jahr bei einer Einspeisevergütung von 35,42 Cent/kWh.

Wie bei Thomas Külz bis zum Umbau, sind viele Dächer in landwirtschaftlichen Betrieben noch heute mit Wellasbestzement eingedeckt, der bis 1990 gängigen Bauweise. Vorteile sind die Feuerbeständigkeit, Resistenz gegen fast alle Chemikalien und ihre Langlebigkeit. Beim Bearbeiten des Stoffes werden jedoch verbotene krebserzeugende Mineralien freigesetzt und die Zeit hat mittlerweile auch an den Asbestdächern ihre Spuren hinterlassen. Ergo: Sie müssten dringend rückgebaut werden, doch die Kosten für die Sanierung sind für viele Betriebe schlicht zu hoch. Für sie ist die Dachverpachtung für Photovoltaikanlagen eine interessante Option: Ein Investor saniert dem Besitzer kostenlos das Dach und erhält im Gegenzug die kostenlose Nutzung für 20 Jahre. Ist keine Dachsanierung notwendig, kann alternativ eine Pacht von bis zu fünf Prozent an der Einspeisevergütung vereinbart werden.

Rentabilität ab 500 kWp

Der Umbau einer Anlage lohnt sich ab 4.000 – 5.000 Quadratmetern, was einer Leistung von 500 kWp entspricht, rechnet Jürgen Will, Vorstandsvorsitzender der Parabel AG, vor. Bei der Standortwahl gilt die Faustregel: Je südlicher in Deutschland, desto größer sind die Chancen eines rentablen Betriebs. „Trotzdem sind pauschale Einordnungen schwierig“, so der Firmengründer, „bei jedem interessierten Landwirt führen wir daher eine Einzelstandortbetrachtung durch, im Rahmen derer wir die Anlage im Grobaufmaß durchsimulieren.“

Parabel AG ist gleichzeitig Investor

Thomas Külz hat sich für die Parabel AG als Betreiber entschieden, da er dort Asbestsanierung und Dachumbau aus einer Hand bekam, ohne selbst mit den Arbeiten zu tun zu haben. „Uns hat außerdem gefallen, dass der Betreiber hier selbst Investor ist. So konnte Parabel die Anlage komplett nach ihren und unseren Vorstellungen errichten“, erklärt er. Bei der sonst üblichen Vorab-Hinzunahme eines Fremdinvestors muss sich der Solarbetreiber nicht selten all zu sehr in die eigenen Planungen hineinreden lassen.

Das Parabel-Modell ist im Übrigen nicht nur für Landwirte interessant: Auch produzierendes Gewerbe, Industrie oder Bürohäuser in Deutschland verfügen noch über ausreichend „nackte“ Dächer, die nur darauf warten, mit Solarmodulen bestückt zu werden.

Quelle: Parabel AG

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