Berlin, 8. März 2011, Zu den Behauptungen, das Abschalten der AKWs führe zu Strompreissteigerungen für Verbraucher, erklärt Ingrid Nestle, Sprecherin für Energiewirtschaft:

Erneuerbare Energien machen Strompreise stabil – im Gegensatz zur Atomkraft. Mittelfristig führt der Umstieg auf Erneuerbare Energien nicht zu höheren Strompreisen. Denn die Erneuerbaren Energien senken die Preise an der Strombörse. Sie liefern schon 17 Prozent des Stroms. Die acht jetzt sofort abgeschalteten Atomkraftwerke haben 2009 lediglich 5,4 Prozent zur deutschen Stromversorgung beigetragen. Wenn jetzt kurzfristig die Preise an der Strombörse steigen, werden die wahren Kosten der Atomkraft teilweise sichtbar. Das Risiko von Großunfällen wird fast vollständig auf die Bevölkerung abgewälzt – inklusive des Risikos von Preissprüngen, wenn nun hektisch auf Erkenntnisse aus den Katastrophen in Japan reagiert wird. Ein geregelter Ausstieg ermöglicht langfristige Planung und Preisstabilität.

Strompreiserhöhungen für die Endverbraucher wären jetzt unverschämt. Zahlreiche Preissenkungen an der Strombörse wurden nicht voll an die Verbraucher weitergegeben. Insbesondere die großen Atomkonzerne streichen seit Jahren Milliardengewinne ein. Sie profitierten von dem nicht funktionierenden Wettbewerb auf dem Strommarkt. Abgeschriebene Atomkraftwerke machten den Strom nicht billiger, sondern haben die Gewinnmargen der Atomkonzerne erhöht.

Quelle:  Bündnis 90/Die Grünen

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