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Aachen, 03. Mai 2010 - Philippe Welter, Herausgeber der PHOTON, hat einen offenen Brief an Frau Dr. Merkel zum Thema Freiflächen-Solaranlagen auf Ackerflächen geschrieben. Der Brief ging gleichzeitig auch an alle anderen Mitglieder des Deutschen Bundestages.

Offener Brief: Photovoltaikanlagen auf Ackerflächen weiterhin vergüten

Sehr geehrte Frau Dr. Merkel,

in der anstehenden Anpassung des Gesetzes für den Vorrang Erneuerbare Energien (EEG) soll die Vergütung für Photovoltaikanlagen auf Ackerflächen gestrichen werden. Ich war am 21. April im Umweltausschuss des Bundestages einer der Sachverständigen und habe mich - genau wie alle anderen Sachverständigen - mit Nachdruck für eine Beibehaltung der Vergütung ausgesprochen.

Photovoltaikanlagen auf Ackerflächen sind die Billigmacher der Solarenergie und liefern Strom nach der ursprünglich geplanten Vergütungssenkung ab 2011 billiger als die mit Boni geförderte Biomasse (18,55 statt 20,25 Cent pro Kilowattstunde). Auch vermeidet eine Photovoltaikanlage je Hektar die Emission von 180 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr, die Biomasse dagegen nur 10 bis 20 Tonnen.

Hintergrund ist der Konflikt um landwirtschaftliche Nutzfläche zwischen den Nahrungsmittelproduzenten (ca 15,5 Millionen Hektar) und den Produzenten energetisch genutzter Biomasse (ca. 1,5 Millionen Hektar). Dass die Photovoltaik (0,01 Millionen Hektar) jetzt zum Sündenbock gemacht wird, ist energiepolitisch unverantwortlich. Falls eine ernsthafte Sorge um die Verfügbarkeit landwirtschaftlicher Nutzfläche besteht, so ist die Begrenzung von Photovoltaikanlagen auf ein Prozent der Nutzfläche die sachgerechte Lösung. Hingegen ist der angebotene Ersatz - Randstreifen an Verkehrswegen - abschattungsbedingt weitgehend unbrauchbar.

Ich möchte Sie bitten, sich vor der kommenden 2. und 3. Lesung des Gesetzes mit der Faktenlage vertraut zu machen und sich für das wissenschaftlich und energiepolitisch Gebotene einzusetzen: Den Beibehalt der Vergütung für Photovoltaikanlagen auf Ackerflächen.

Mit freundlichen Grüßen

Philippe Welter

Kommentare   

#2 photovoltaik-guide.de / Michael Ziegler 2010-05-05 09:15
Sehr geehrter Herr Herrler,

der offene Brief wurde nicht von mir, sondern von Herrn Welter (PHOTON) an die Bundesregierung gesendet.

Mit sonnigen Grüßen
Michael Ziegler
#1 Franz Herrler 2010-05-05 07:36
Sehr geehrter Herr Ziegler,

tausend mal Dank für Ihre Initiative. Ich möchte noch hinzufügen, dass aus Sicht der Wasserwirtschaft die PV Freiflächenanlagen ein großer Segen sind. Mindestens 20 Jahre kein Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, keine Ausbringung von Nitrat, mit der Folge das die Biodiversität enorm verbessert wird (Steht als Ziel im Regierungsprogramm).

mfg
Franz Herrler

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