photovoltaik-guide.de verwendet Cookies um Ihnen den bestmöglichen Service bereitzustellen. Indem Sie den Button "akzeptieren" klicken, stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.

London, 05. Januar 2010 - Die Energiezukunft Europas könnte in der Nordsee liegen. Regierungen von neun Anrainerstaaten planen ein gewaltiges 30 Mrd. Euro teures Energienetzwerk, das verschiedene erneuerbare Energiesysteme miteinander vereint. Formell soll das Projekt noch im Jänner 2010 beschlossen werden, berichtet der Guardian.

Mit dem Netzwerk, das Windturbinen an der Nordküste Schottlands mit Solarpanelen in Deutschland und Wellenkraftwerken vor Belgien und Dänemark verbindet, soll das Argument der "Unvorhersehbarkeit" bei der Energieherstellung aus erneuerbaren Quellen ausgehoben werden. Mit dem Netzwerk kann Strom über Unterseekabel quer über den Kontinent transportiert werden, egal ob er von Windrädern in Schottland oder in Dänemark kommt.

Mit Norwegens Wasserkraft verbunden

Mit der Einbindung der großen Wasserkraftwerke in Norwegen stehen dem Supernetzwerk dann "Batterien" von 30 Gigawatt zur Verfügung. Damit könnte man Energie speichern, wenn der Bedarf gering ist. Zudem könnte das Nordsee-Netzwerk in Zukunft auch mit den geplanten Solarkraftwerken in Nordafrika verbunden werden.

Obwohl Experten die Nordsee mit ihren Energieressourcen als zukunftsträchtig gilt, ist ein Zusammenschluss zu einem großen Netzwerk noch interessanter, meinte auch der britische Umweltminister Lord Hunt. Derzeit sind Windkraftprojekte mit mehr als 100 GW Leistung in Planung. Das entspricht in etwa 100 Kohlekraftwerken und etwa einem Zehntel des Strombedarfs der EU.

Energieproduktion weit vom Schuss

Erneuerbare Energiequellen - vor allem Offshore-Windkraftparks - befinden sich oft weit von den Orten entfernt, an denen Strom gebraucht wird. Ein Netzwerk könnte dabei Sinn machen, zeigen sich Experten wie John Wilkes von der European Wind Energy Association EWEA überzeugt.

Die Kosten eines solchen Netzwerks würden bis 2025 - so eine Studie der Umweltorganisation Greenpeace - zwischen 15 und 25 Mrd. Euro betragen. Darin enthalten wären 6.000 Kilometer Kabel. Nach Berechnungen der EWEA liegen die Kosten allerdings näher bei 30 Mrd. Euro.

Ohne Investitionen keine Chance

Um die ehrgeizigen Ziele eines Ausbaus erneuerbarer Energiequellen zu erreichen, sind jedenfalls Investitionen notwendig. Zu diesem Schluss kommt auch die Arbeitsgruppe der EU-Kommission von Georg Wilhelm Adamowitsch. Ohne zusätzliche Leitungen sei das nicht möglich. Die Erkenntnisse der Arbeitsgruppe werden jedenfalls in den Plänen berücksichtigt.

Redakteur: Wolfgang Weitlaner

Quelle: pressetext

You have no rights to post comments