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Die Hersteller von Komponenten, Maschinen und Anlagen für die Photovoltaik in Deutschland fordern die Mindestimportpreise für chinesische Photovoltaik-Produkte auslaufen zu lassen und zu einem freien Handel zurückzukehren. „Alle Handelsbarrieren für die Photovoltaik sollten wegfallen. Barrieren jeglicher Art verteuern die Photovoltaik nur unnötig und führen zu Verunsicherung und Investitionszurückhaltung auf allen Wertschöpfungsstufen“, erklärt Dr. Peter Fath, Geschäftsführer der RCT Solutions GmbH und Vorsitzender des Vorstands von VDMA Photovoltaik-Produktionsmittel.

Offiziell gilt das Undertaking zwischen EU-Kommission und China, in dem die Mindestimportpreisregelung und die Einfuhrvolumen festgelegt sind, bis zum 6. Dezember 2015. EU Prosun hat für den Herbst bereits angekündigt, eine Auslaufprüfung zu beantragen. Der VDMA befürchtet, dass sich die Mindestimportpreise und Einfuhrbegrenzungen zumindest für den Zeitraum der Untersuchung verlängern, sollte die EU-Kommission diesem Antrag nachkommen. „Eine Verlängerung der Mindestimportpreise würde den Photovoltaikmarkt in der Europäischen Union weiter erheblich bremsen. Wir müssen dafür Sorge tragen, dass wir den Anschluss an die boomenden globalen Photovoltaikmärkte nicht verlieren. Sonst fahren andere Länder die Ernte ein. Statt nach protektionistischen Maßnahmen zu rufen, sollten wir uns lieber auf unsere Stärken konzentrieren und wichtige Weichen für die Wettbewerbsfähigkeit der Photovoltaik in Europa stellen“, ergänzt Dr. Florian Wessendorf, Geschäftsführer von VDMA Photovoltaik-Produktionsmittel.

Die aktuellen Mindestimportpreise halten die Modulpreise künstlich hoch und verhindern damit eine weitere Kostenreduktion in allen Bereichen der Wertschöpfungskette. Bei freiem Handel können die Photovoltaik-Systempreise in den kommenden fünf bis sieben Jahren nochmals halbiert werden und damit die Photovoltaik endgültig wettbewerbsfähig gegenüber konventionellen  Energieträgern machen.

Handelsbarrieren schaden dem Maschinenbau

„Selbstverständlich ist es Aufgabe der europäischen Politik sich für die Wettbewerbsposition der in Europa angesiedelten Unternehmen einzusetzen. Dies darf aber nur durch die Setzung von unternehmensfreundlichen allgemeinen Rahmenbedingungen, die Stärkung des Freihandels und die Bekämpfung von protektionistischen Entwicklungen geschehen. Protektionismus schadet dem Maschinenbau“, bekräftigt Thilo Brodtmann, Hauptgeschäftsführer des VDMA. Nach wie vor können heimischen Photovoltaik-Herstellern über gezielte Forschungs- und Entwicklungsarbeit Vorteile gegenüber der chinesischen Konkurrenz erreichen. Nur wer auf hocheffiziente Technologie und Produktionsanlagen setzt, kann wirtschaftlich am Markt agieren. Das gilt unabhängig davon, ob PV-Produkte in Europa oder Fernost gefertigt werden. An ihrem Leitbild der subventionsfreien Photovoltaik halten die Photovoltaik-Zulieferer fest.

Bekenntnis zum Produktionsstandort Deutschland

Trotz des traditionell starken Asiengeschäfts ist das Bekenntnis zum Produktionsstandort Deutschland in der Branche tief verwurzelt. „Die Kernkompetenzen der Photovoltaik-Zuliefererindustrie werden auch in Zukunft in ihren Heimatstandorten in Deutschland bleiben. Die Branche profitiert in Deutschland in hohem Maß von der hier gewährleisteten Investitions- und Rechtssicherheit. Die hervorragende Infrastruktur sowie der hohe Ausbildungsstand von Facharbeitern und innovativen Ingenieuren sind weitere starke Argumente für eine inländische Produktion von Fertigungstechnik“, erklärt Wessendorf. Auch was die Photovoltaik-Produktion in Deutschland selbst anbetrifft sind die Perspektiven besser als der gegenwärtige Ruf. „ Wir sind starke Verfechter des Produktionsstandortes Europa – auch für die Zell- und Modulproduktion. Wenn die richtigen Hebel in Bewegung gesetzt werden, kann in Deutschland konkurrenzfähig gegenüber chinesischen Wettbewerbern gefertigt werden“, unterstreicht Wessendorf.

Quelle: VDMA

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