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Baar/Hohenstein-Ernstthal, 09. Februar 2012, Meyer Burger Technology AG veröffentlichte gemeinsam mit dem von Meyer Burger übernommenen Unternehmen Roth & Rau AG, die vorläufigen Geschäftszahlen aus dem Jahr 2011.  

Meyer Burger Technology AG - Die Zahlen

Die Gruppe bestätigt, dass sie ihre angekündigten Umsatzziele von rund CHF 1.2 Milliarden (ohne Einbezug anteiliger Resultate der Roth & Rau AG – vgl. auch Halbjahresbericht 2011) erreicht hat. Auf konsolidierter Basis (inkl. Roth & Rau) wurde einen Umsatz von CHF 1.3 Milliarden erzielt.
 
Die in Deutschland separat kotierte Roth & Rau AG hat gestern ihrerseits vorläufige (ungeprüfte) Zahlen zum Geschäftsjahr 2011 veröffentlicht. Demnach lag das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) bei EUR -107 Millionen und war durch Sondereffekte in Höhe von EUR 93 Millionen belastet.
 
Auf den absoluten Werten des EBITDA hat das anteilig zu berücksichtigende Ergebnis der Roth & Rau AG in der konsolidierten Konzernrechnung der Meyer Burger Gruppe nur einen geringfügigen Einfluss. Meyer Burger rechnet aus heutiger Sicht mit einem EBITDA auf konsolidierter Basis in der Grössenordnung von rund CHF 275 Millionen und hat damit auch in Bezug auf die EBITDA Marge ihre Guidance erreicht.
 
Auf Stufe EBIT dürften sich die Konsolidierungseffekte von Roth & Rau auf rund CHF  -110 Millionen belaufen. Dieser negative Einfluss auf den EBIT resultiert grösstenteils aus den vorgenommenen ordentlichen Abschreibungen auf den im Rahmen der Kaufpreisallokation identifizierten immateriellen Vermögenswerten und wie bereits am 8. November 2011 veröffentlicht auf einem einmaligen Impairment auf der Goodwillposition der Roth & Rau von rund EUR 60 Millionen (CHF 74 Millionen). Die Gesellschaft erwartet auch auf Stufe Konzernergebnis einen deutlich tieferen Gewinn als im Vorjahr. 
 
Restrukturierung und Vereinfachung der Strukturen bei Roth & Rau

Roth & Rau hat zusätzliche Restrukturierungsmassnahmen beschlossen, um die Kostenstrukturen an die veränderte Marktlage anzupassen und so rasch und nachhaltig eine Verbesserung ihrer Ertrags- und Finanzkraft sicherzustellen. Geplant sind die Zusammenlegung von Standorten (mit Vertriebs- und Servicegesellschaften der Meyer Burger Gruppe) und ein Personalabbau in Hohenstein-Ernstthal. Durch die Zusammenführung von Vertriebsaktivitäten können Kompetenzen gebündelt und Personal- und Verwaltungskosten reduziert werden. Mit den seit Herbst 2011 getroffenen Massnahmen wird Roth & Rau wieder auf ihre angestammten Kernkompetenzen fokussiert.
 
Aufgrund der Mehrheitsübernahme durch die Meyer Burger Technology AG (August 2011) wurden bestehende Konsortialkreditvereinbarungen der Roth & Rau AG über EUR 75 Millionen durch die Roth & Rau AG gekündigt. Seit dem 23. Dezember 2011 verfügt die Roth & Rau über bilaterale Avalkreditlinien in Höhe von EUR 42 Millionen, welche durch die Meyer Burger Technology AG über deutsche Banken zur Verfügung gestellt werden. Darüber hinaus hat die Meyer Burger Technology AG mit Wirkung vom 10. Januar 2012 eine Patronatserklärung zu Gunsten von Roth & Rau ausgestellt, mittels derer eine Liquiditätszuführung seitens der Meyer Burger Technology AG bis zu einem Höchstbetrag von EUR 50 Millionen im Bedarfsfall sichergestellt ist.

Roth & Rau AG - Die Zahlen

Die schwierigen Marktbedingungen in der Solarindustrie haben sich im Geschäftsjahr 2011 spürbar auf die Umsatz- und Ertragslage der Roth & Rau AG ausgewirkt. Nach vorläufigen Zahlen fiel der Konzern-Umsatz im Vergleich zum Vorjahr von 285 Mio. EUR auf  208 Mio. EUR. Der um Stornierungen bereinigte Auftragseingang betrug 153 Mio. EUR (2010: 537 Mio. EUR). Der Auftragsbestand zum 31. Dezember 2011 belief sich auf 141 Mio. EUR (31.12.2010: 336,5 Mio. EUR). Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) lag mit -107 Mio. EUR deutlich unter dem Vorjahreswert von -27,3 Mio. EUR. Hauptursache für das hohe negative Ergebnis im Geschäftsjahr 2011 waren Sondereffekte in Höhe von 93 Mio. EUR. Darin sind außerplanmäßige Abschreibungen auf den Goodwill von Tochtergesellschaften in Höhe von 18 Mio. EUR enthalten. Wertberichtungen auf Forderungen belasteten das Ergebnis mit 19 Mio. EUR.

Darüber hinaus wurden Wertberichtigungen auf Vorräte sowie Sonderabschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände in Höhe von 39 Mio. EUR vorgenommen. Ferner wurden aus Gründen der Risikovorsorge Rückstellungen für vertragliche Risiken in Höhe von 12 Mio. EUR bilanziert. Für das Kosten- und Strukturoptimierungsprogramm CRiSP und für die Rechtsberatung im Rahmen der Übernahme durch die Meyer Burger Technology AG fielen Einmalaufwendungen in Höhe von 5 Mio. EUR an. Auf entsprechend bereinigter Basis ergibt sich ein EBIT in Höhe von -14 Mio. EUR. Das Konzernergebnis ging auf -123 Mio. EUR zurück (2010: -25,8 Mio. EUR).

Aufgrund des negativen Ergebnisses reduzierte sich das Eigenkapital von 251 Mio. EUR auf 127 Mio. EUR. Die Eigenkapitalquote lag zum 31.12.2011 bei soliden 53% (31.12.2010: 58%) – auch weil die Bereinigung der Sondereffekte zu einer deutlichen Bilanzverkürzung geführt hat. Zum Bilanzstichtag verfügte der Konzern über liquide Mittel in Höhe von 30 Mio. EUR (31.12.2010: 108 Mio. EUR).

Weitreichendes Restrukturierungsprogramm verabschiedet

In seiner heutigen Sitzung hat der Aufsichtsrat der Roth & Rau AG dem Vorschlag des Vorstands zugestimmt, die im Rahmen des Kosten- und Strukturoptimierungsprogramms CRiSP bereits umgesetzten Aktionen um zusätzliche Maßnahmen zu erweitern. Ziel ist die kurzfristige Anpassung der Kostenstrukturen an die veränderte Marktlage, um eine schnelle und nachhaltige Verbesserung der Ertrags- und Finanzkraft des Unternehmens sicherzustellen. Geplant werden Standortschließungen und ein deutlicher Personalabbau. Nach Umsetzung aller Maßnahmen sollen von den derzeit 26 Tochtergesellschaften nur noch 12 Gesellschaften im Konzern verbleiben. Die Belegschaft soll von 1.350 Mitarbeiter auf unter 1.150 Mitarbeiter reduziert werden.

Vereinfachung der Konzernstruktur

Durch die Zugehörigkeit zur Meyer Burger-Gruppe seit 2011 ergeben sich für Roth & Rau vor allem im asiatischen Markt Synergiepotentiale sowohl markt- also auch kostenseitig. Die lokale Kundenbetreuung in Asien soll zukünftig über die Vertriebs- und Servicegesellschaften von Meyer Burger erfolgen. Die Roth & Rau-Tochtergesellschaften und Niederlassungen in China, Taiwan, Indien, Korea und Singapur werden daher geschlossen. Zur Sicherstellung der Marktpräsenz werden die Vertriebs- und Service-Mitarbeiter von Meyer Burger übernommen. Durch die Zusammenführung der Vertriebsaktivitäten können Kompetenzen gebündelt und Personal- und Verwaltungskosten gespart werden. Zur weiteren Stärkung der Ertragskraft des Konzerns sollen defizitäre Tochtergesellschaften stillgelegt werden. Betroffen davon sind die Produktionsgesellschaft in Italien sowie die Vertriebsgesellschaften in Australien und den USA. Im Inland soll die Komplexität der Konzernstruktur durch Unternehmensverschmelzungen weiter vereinfacht werden.

Schaffung wettbewerbsfähiger Kostenstrukturen

Dem Ziel, die Kosten im Roth & Rau-Konzern wieder auf ein wettbewerbsfähiges Niveau zu bringen, dienen weitere Bestandteile des Restrukturierungspakets. Am Standort Hohenstein-Ernstthal, wo heute ca. 420 Mitarbeiter beschäftigt werden, sollen aufgrund der andauernden Krise in der Solarindustrie ca. 15% der Stellen gestrichen werden. Der Vorstand bedauert diese Maßnahmen außerordentlich, hält diese aber für unausweichlich, um die Wettbewerbsfähigkeit in einem immer härteren Marktumfeld sicherzustellen. Darüber hinaus werden in allen Produktionsgesellschaften die Material- und Sachkosten auf den Prüfstand gestellt, um daraus weitere Kosteneinsparungen zu realisieren.

Die vollständige Umsetzung aller Maßnahmen ist bis zum Ende des ersten Halbjahres 2012 geplant. Ab 2013 werden jährliche Einsparungen in Höhe von 18 Mio. EUR erwartet. Die einmaligen Restrukturierungskosten werden das Ergebnis 2012 voraussichtlich mit 3 Mio. EUR belasten. Vorausgesetzt, dass sich die Rahmenbedingungen nicht noch weiter verschlechtern, sind mit den initiierten Maßnahmen die notwendigen Bedingungen geschaffen, um die Gewinnschwelle der Gruppe deutlich herabzusetzen und zu einem nachhaltigen, profitablen Ergebnis zurückkehren zu können.

Finanzierung  
 
Auf Grund des Change of Controls bedingt durch die Mehrheitsübernahme durch die Meyer Burger Technology AG wurde eine bedarfsgerechte Neustrukturierung der vorhandenen Avalkreditlinien notwendig. Dementsprechend wurde die bestehende Konsortialkreditvereinbarung über 75 Mio. EUR mit Wirkung zum 22. Dezember 2011 durch die Roth & Rau AG fristgerecht gekündigt. Seit dem 23. Dezember 2011 verfügt der Roth & Rau-Konzern über bilaterale Avalkreditlinien in Höhe von 42 Mio. EUR, welche durch die Meyer Burger Technology AG über deutsche Banken zu attraktiven Konditionen zur Verfügung gestellt werden. Darüber hinaus hat die Meyer Burger Technology AG mit Wirkung zum 10. Januar 2012 eine harte Patronatserklärung zu Gunsten des Roth & Rau-Konzerns ausgestellt, mittels derer eine Liquiditätszuführung seitens der Meyer Burger Technology AG bis zu einem Höchstbetrag von 50 Mio. EUR im Bedarfsfall entsprechend sichergestellt ist.  

Weitere Zahlen und Details beider Unternehmen werden mit dem Geschäftsbericht 2011 am 22. März 2012 veröffentlicht.

 

Quelle:Meyer Burger Technology AG / Roth & Rau AG

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