photovoltaik-guide.de verwendet Cookies um Ihnen den bestmöglichen Service bereitzustellen. Indem Sie den Button "akzeptieren" klicken, stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Baar, 11. November 2011, Der Maschinebauer Roth & Rau AG hat im dritten Quartal 2011 Ergebnisse erzielt, die erneut von Sondereffekten und dem aktuell schwierigen Marktumfeld in der Solarindustrie stark betroffen sind. Roth & Rau veröffentlichte eine Gewinnwarnung und erlitt nach vorläufigen Zahlen im dritten Quartal 2011 einen Verlust auf Stufe EBIT von EUR 52 Millionen. Im Verlust enthalten sind einmalige Abschreibungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Warenvorräten und immateriellen Anlagen sowie Rückstellungen für vertragliche Risiken und durchzuführende Strukturmassnahmen im Gesamtwert von rund EUR 45 Millionen.

Das schwierige Marktumfeld bei den Zell- und Modulherstellern während des dritten Quartals 2011 hatte bei Roth & Rau zur Folge, dass ein Grossteil der laufenden Projekte nicht planmässig abgeschlossen werden konnte, da einige Kunden die Endabnahmen verzögerten. Dies hat sich entsprechend auf Umsatz und Ertragskraft ausgewirkt. Roth & Rau erzielte im dritten Quartal 2011 insgesamt einen Umsatz von EUR 54 Millionen, bzw. für die ersten neun Monate 2011 EUR 146 Millionen (Vorjahr EUR 189 Millionen).

Massnahmen sind bereits in Umsetzung

Roth & Rau hat bereits auf den starken Nachfragerückgang reagiert und in der Produktion Kurzarbeit eingeführt, die zunächst auf ein halbes Jahr befristet wurde. Damit ist das Unternehmen in der Lage, auch kurzfristig auf eine mögliche Erholung der Investitionsbereitschaft ihrer Kunden flexibel reagieren zu können. Das laufende Kosten- und Strukturoptimierungsprogramm wird vom neuen Vorstand der Roth & Rau AG überprüft und in seinen wesentlichen Teilen fortgeführt und beschleunigt. Das Programm hat zum Ziel, langfristig flexiblere Kosten- und Organisationsstrukturen zu schaffen, um damit Nachfrageschwankungen bei den Kunden besser abfedern zu können.  

Den detaillierten Zwischenbericht zum 30. September 2011 wird die Roth & Rau AG am 15. November 2011 veröffentlichen. Jedoch weist das Unternehmen heute schon darauf hin, dass allfällige zusätzliche Sondereffekte von rund EUR 15 Millionen im vierten Quartal 2011 nicht auszuschliessen sind.

Einfluss auf konsolidierte Erfolgsrechnung 2011 der Meyer Burger Gruppe

In der konsolidierten Konzernrechnung 2011 der Meyer Burger Gruppe wird die Roth & Rau AG ab dem Datum des Vollzugs der Übernahme Anfang August 2011 vollständig in die Eröffnungsbilanz einbezogen und vollkonsolidiert. Die Beteiligung, die Meyer Burger vor diesem Zeitpunkt hielt, wurde als Beteiligung an assoziierten Gesellschaften bilanziert.

Sämtliche Vermögenswerte der Roth & Rau AG werden in der Eröffnungsbilanz der Meyer Burger Gruppe per Stichtag 9. August 2011 zu Marktwerten bewertet. Die in der Gewinnwarnung der Roth & Rau AG erwähnten Abschreibungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Warenvorräten und immateriellen Anlagen wurden wesentlich durch das veränderte Marktumfeld beeinflusst. Der Ansatz für Abwertungen der betreffenden Aktiva ergab sich bereits bei Kontrollübernahme und daher werden die Abwertungen und Rückstellungen in der Eröffnungsbilanz berücksichtigt.

Der Anteil am Gesamtverlust der Roth & Rau AG per 30. September 2011, der in der konsolidierten Konzernrechnung der Meyer Burger Gruppe zu berücksichtigen ist, wird den Gewinn der Gruppe auf Stufe EBITDA aus heutiger Sicht nur geringfügig beeinflussen. Hingegen hat die Meyer Burger Gruppe auf Stufe des Ergebnisses aus Beteiligungen an assoziierten Gesellschaften anteilmässig für die Zeitperiode Juli bis 8. August 2011 einen Verlustanteil von rund EUR 14 Millionen zu tragen. Zudem werden allfällige negative Ergebniseffekte der Roth & Rau AG im vierten Quartal 2011 vollkonsolidiert.

Aufgrund der veränderten Marktsituation bei den Solarzell- und Solarmodulherstellern in den vergangenen Monaten seit der Lancierung des Übernahmeangebots muss im Rahmen der durchzuführenden Kaufpreisallokation zudem auch eine Neubeurteilung der Werthaltigkeit der Beteiligung an Roth & Rau AG durchgeführt werden. Insbesondere wird die Meyer Burger Gruppe im Rahmen des Jahresabschlusses 2011 auch einen Impairment Test auf der Goodwill Position der Roth & Rau AG durchführen. Es zeichnet sich ab, dass aus heutiger Sicht auf diesem Goodwill ein Impairment in der Grössenordnung von EUR 40 bis 60 Millionen notwendig sein könnte und der Erfolgsrechnung 2011 als einmaliger Aufwand belastet würde.

Starke Bilanz

Meyer Burger weist per 30. Juni 2011 ein Eigenkapital von CHF 760.5 Millionen und eine Eigenkapitalquote von 58.4% aus. Die flüssigen Mittel der Gruppe betragen auch nach dem Barerwerb der Beteiligung an Roth & Rau AG aktuell über CHF 250 Millionen. Die Gruppe hat zudem kein verzinsliches Fremdkapital und kann jederzeit auf eine gewährte Kreditlimite von CHF 180 Millionen zurückgreifen. Damit weist das Unternehmen weiterhin eine sehr gute finanzielle Basis auf. Die kombinierte Gruppe verfügt heute zudem über ein in der Industrie einmaliges Technologieportfolio und kann bei einer Erholung der aktuellen Marktsituation die vorhandenen grossen Marktchancen nutzen.

Vom geplanten Beherrschungs- und/oder Gewinnabführungsvertrag wird abgesehen

Im aktuell äusserst schwierigen und hochvolatilen Marktumfeld in der Photovoltaik konzentrieren der seit dem 3. Oktober 2011 amtierende neue Vorstand sowie der Aufsichtsrat der Roth & Rau AG ihre Kräfte vollumfänglich auf eine rasche und nachhaltige Verbesserung der operativen Leistung und der Finanzkraft des Unternehmens.

Die Gewinnsituation der Roth & Rau AG liegt deutlich unter den bisherigen Erwartungen der Meyer Burger Technology AG. Daher haben sich der Verwaltungsrat und die Geschäftsleitung der Meyer Burger Technology AG entschlossen, in dem aktuellen Markt- und Börsenumfeld von einem Beherrschungs- und/oder Gewinnabführungsvertrag mit der Roth & Rau AG abzusehen. Der Vorstand der Roth & Rau AG wurde von Meyer Burger Technology AG (durch ihre Tochtergesellschaft MBT Systems GmbH) entsprechend informiert. Die Vorbereitungsarbeiten werden eingestellt.    

Quelle: Meyer Burger Technology AG

You have no rights to post comments