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Ichtershausen, 22. März 2010 – In der bisher diskutierten Form wird die Reduktion der Förderung von Solarstrom wohl nicht den Bundestag passieren. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass die Regierung weiterhin plant, Kürzungen vorzunehmen. Stellt sich also die Frage: Was kostet den Verbraucher eigentlich das EEG? Zwischen 2000 und 2009 sind die Stromkosten für Verbraucher um insgesamt 80% gestiegen. Preistreiber waren dabei in erster Linie die hohen Kosten für fossile Rohstoffe wie Erdgas, Öl und Kohle sowie das gestiegene Netzentgeld.

Ein Blick in die Details (Grafik 1): Wenn ein durchschnittlicher Strompreis von 23,2 ct/kWh für 2009 angenommen wird und ein durchschnittlicher 3 Personen-Haushalt pro Jahr rund 3.500 Kilowattstunden (kWh) an Strom verbraucht, so summieren sich die Kosten auf jährlich 812 Euro. Davon entfällt das Gros der Kosten in Höhe von 241,50 Euro/Jahr auf die Erzeugung des Stroms durch die Versorger sowie das so genannte Netzentgeld (206,50 Euro/Jahr). Vertrieb und Messung des Stroms, Konzessionsabgabe und Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz kosten die privaten Haushalte nochmals 126 Euro im Jahr.

Grafik 1

Der Staat erhält aus Mehrwertsteuer und Stromsteuer insgesamt 199,50 Euro. Und das von allen als Preistreiber identifizierte EEG? Auf ganze 1,1 ct/kWh setzt der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft die EEG-Kosten für das Jahr 2009 an. Bei einem Stromverbrauch von 3.500 kWh bedeutet das Mehrkosten von insgesamt 38,50 Euro pro Jahr. Die Experten rechnen weiterhin damit, dass 2013/2014 rund 1,4 ct/kWh bezahlt werden müssen. In den Jahren bis 2020 werden dann die EEG-Subventionen immer weiter reduziert, so dass am Ende lediglich noch 0,6 ct/kWh vom Verbraucher zu entrichten sind. Solarstrom hat dann längst die so genannte „Grid Parity“ erreicht und ist günstiger als herkömmlicher Strom aus Kohle oder Gas. Die diskutierte Reduzierung der Einspeisevergütung für die Solarindustrie, die wiederum nur einen Bruchteil der gesamten EEG-Kosten ausmacht, wird daher keinen Verbraucher spürbar entlasten.

„Was bei der ganzen Diskussion zudem außen vor geblieben ist, ist die Frage, was im Falle einer wieder anziehenden Konjunktur mit den Strompreisen passiert“, sagt Dr. Rainer Gegenwart, CEO von Masdar PV. „Wir haben vor der Krise Ölpreise von über 140 US-Dollar pro Barrel gesehen. China und Indien brauchen Kohle für ihre Industrie, weshalb die Rohstoffkosten mit Anspringen der Konjunktur in den nächsten Jahren wieder deutlich ansteigen werden. Diese Faktoren werden dafür sorgen, dass sich der Strom aus fossilen Ressourcen weiter verteuert und diese Preissteigerung werden die Versorger dann an die privaten Haushalte weiterberechnen. Aus diesem Grund werden die Strompreise immer weiter nach oben klettern“, erklärt der Experte. Nur mittels des Einsatzes von Erneuerbaren Energien kann diese Entwicklung eingedämmt und sogar umgekehrt werden.

So hat der Bundesverband Erneuerbare Energien errechnet, dass durch die Nutzung von Sonne, Wind und Biomasse im Jahr 2007 fossile Energieimporte für die Stromerzeugung in Höhe von 1 Milliarde Euro vermieden werden konnten. Bis 2020 wird diese Summe bei konsequenter Nutzung der Erneuerbaren Energien auf 23 Milliarden Euro ansteigen. Dies stellt somit eine erhebliche Entlastung für die Volkswirtschaft und damit für jeden einzelnen Verbraucher dar.

Hinzukommen weitere Einsparungen von 27 Milliarden Euro in den Bereichen Wärme und Verkehr (Grafik 2). „Seit der Gaskrise mit Russland ist es das erklärte Ziel der Bundesregierung, Deutschland von Energieimporten unabhängiger zu machen. Nur mit der konsequenten Förderung der Erneuerbaren Energien kann dieses Ziel erreicht werden! Stattdessen setzt die Bundesregierung noch immer lieber auf die herkömmlichen Rohstoffe Öl, Gas, Kohle und Uran, die in Deutschland nicht oder nur zu sehr teuren Preisen verfügbar sind“, sagt Dr. Gegenwart. „Die Sonne versorgt uns dagegen kostenlos mit Energie – tagtäglich!“

Grafik 2

Bei volkswirtschaftlicher Betrachtung sinken durch die effektive Integration der Solarenergie die Stromkosten für den Endverbraucher in den kommenden Jahren deutlich. Zusätzlich werden die so genannten externen Kosten drastisch reduziert – 2009 um insgesamt 8 Milliarden Euro. Diese Kosten beziffern Schäden an der Umwelt durch Luftverschmutzung, an der menschlichen Gesundheit, Kosten für Atomtransporte und die notwendigen Endlager oder auch Sanierungskosten für Häuser, die durch den Bergbau beschädigt wurden.

Das Bundesumweltministerium schätzt diese Kosten allein für den Treibhausgasausstoß auf 70 Euro/Tonne CO2. Hinzu kommen Umwelt- und Gesundheitsbelastungen durch den Ausstoß etwa von Schwefeldioxid bei der Kohleverstromung, die mit durchschnittlich 7.500 Euro/Tonne zu Buche schlagen. Diese Kosten trägt allein der Steuerzahler. Strom aus Solarenergie und anderen regenerativen Quellen hingegen wird gänzlich ohne schädliche Treibhausgase erzeugt – zum Schutz der Umwelt und der Gesundheit der Menschen.

„Die derzeitige Debatte um die Solarindustrie greift viel zu kurz. Der volkswirtschaftliche Nutzen ist bisher vollkommen unberücksichtigt. Neben den Einsparungen durch sinkende Rohstoffimporte und weniger Umweltschäden wären zudem über 60.000 Arbeitsplätze in Deutschland gefährdet, bei deren Verlust immense Folgekosten entstehen würden. Es würde zu Steuerausfällen in Milliardenhöhe führen, wenn dieser boomende Technologiesektor wieder verschwinden würde“, sagt Dr. Rainer Gegenwart und ergänzt: „Die Bundesregierung hat ihr Energiekonzept für den Herbst 2010 angekündigt. Wir als Solarmodulhersteller sind sehr gespannt, ob es denn diesmal ein Beweis für weitsichtige und verantwortungsbewusste Politik sein wird oder wieder nur Aktionismus.“

Quelle: Masdar PV

Kommentare   

#2 Masdar PV 2010-03-23 11:31
zur kurzen Klarstellung als Unternehmenssprecher von Masdar PV: Masdar City ist nur einer von vielen Kunden von Masdar PV. Wie andere Anbieter auch, müssen wir unsere Module zu wettbewerbsfähigen Preisen dem Gesamtmarkt anbieten. Dafür sind die richtigen Rahmenbedingungen auch in Deutschland eine wichtige Voraussetzung.
#1 Gruß-an-Ölmilliardäre 2010-03-22 16:20
Wollte Masdar PV nicht die Module in Deutschland produzieren und dann nach Masdar in die Ökostadt schicken?

Warum argumentiert Masdar PV jetzt mit komischen Argumenten mit "volkswirtschaftlichem Nutzen"? Dieser wäre für Deutschland höher, wenn die Module nach Masdar kommen.

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