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Marktentwicklung

Berlin/Heidelberg 21.10.2009 - Werden Großkraftwerke in Deutschland wie geplant vom Netz genommen, dann könnte es bis 2020 zu massiven Stromengpässen kommen. Aktuellen Zahlen der Deutschen Energieagentur (Dena) zufolge würden dannn Erzeugungskapazitäten im Umfang von rund einem Dutzend konventioneller Großkraftwerke fehlen.

In der Folge würden die Preise für die Verbraucher rapide ansteigen. Aktualisierten Daten aus dem Frühjahr 2008 folgend, fehlen bis 2020 zwischen 10.500 und 14.100 Megawatt leistende deutsche Kohle- und Gaskraftwerke.

Unsicherheitsfaktor schwingt mit

Mit den Zahlen schockiert die Dena, die zur Hälfte dem Bund und zur anderen der staatlichen KfW, der Allianz, der Deutschen Bank und der DZ Bank gehört, die Stromkunden. Mit ihren veröffentlichten Ergebnissen hatte die Agentur bereits vor einem Jahr eine breite Debatte über die Energiezukunft Deutschlands ausgelöst. Neben Umweltschutzgruppen hatte zuletzt auch das Umweltbundesamt kritisiert, dass die Dena gezielt den Befürwortern längerer Laufzeiten und dem Verfechtern eines Neubaus von Kohlekraftwerken in die Hände argumentiere.

"Das Datenmaterial und daraus gezogene Schlüsse sind seriös, wenngleich immer auch ein Unsicherheitsfaktor mitschwingt. Um diese Daten interpretieren zu können, wäre es wichtig zu wissen, auf welche Grundannahmen man sich beim Neubau von Kraftwerken bezieht", so Verivox-Experte Thorsten Storck gegenüber pressetext. Die Dena verweist bei den beiden bekannt gegebenen Megawattangaben darauf, dass die beiden Werte davon abhängen, wie sich der Stromverbrauch in Deutschland langfristig entwickeln wird.

Dena-Zahlen konterkarieren Pläne von Schwarz-Gelb

Bei den Berechnungen unterstellt die Agentur das sukzessive Auslaufen alter Kraftwerke, die das Ende ihrer Betriebszeit erreichen. Parallel dazu werden neue Projekte in unterschiedliche Kategorien eingeteilt. Der "Kategorie A" gehören Kraftwerke an, die erst kürzlich in Betrieb gegangen oder sich derzeit im Bau befinden.

Der "Kategorie B" werden Kraftwerke zugeteilt, für die Genehmigungen erteilt oder zumindest absehbar sind und für die Komponenten bereits bestellt sind. Zur "Kategorie C" zählen Kraftwerke, die noch nicht über das Projektstadium hinausreichen oder deren Planung zurückgestellt wurde.

"Die aktuellen Zahlen klingen angesichts der beabsichtigen Laufzeitverlängerung der Politik auf den ersten Blick jedenfalls leicht widersprüchlich", so Storck im Gespräch mit pressetext. Die Dena geht vergleichen mit den Zahlen von 2008 davon aus, dass in der Kategorie A heute ein Minus von 2.000 Megawatt besteht.

Diese Schätzung fällt jedoch noch optimistisch aus. Denn das umstrittene Vattenfall-Projekt in Hamburg-Moorburg wird noch immer in der Kategorie A geführt, das  Kraftwerksprojekt Datteln in der Kategorie B. Durch Probleme bei Genehmigungen würden zudem ältere CO2-ausstoßreichere Kraftwerke länger betrieben.

Redakteur: Florian Fügemann

Quelle: pressetext

Berlin, 18. Oktober 2009. Der aufgrund der Regelungen des Erneuerbare Energien Gesetzes (EEG) wachsende Anteil von Strom aus Wind, Sonne, Wasser und Bioenergie führt auch in Zukunft nicht zu unkalkulierbaren Mehrkosten für private Haushalte und Industrie.

Wer die von den Netzbetreibern am vergangenen Donnerstag veröffentlichte Prognose der EEG-Umlage für 2010 zum Anlass für eine neue Strompreisdiskussion gegen die Erneuerbaren Energien nutze, führe die Öffentlichkeit bewusst oder unbewusst in die Irre, erklärte die Deutsche Umwelthilfe e. V. (DUH) in Berlin. Den steigenden Kosten für die EEG-Umlage stünden in Wirklichkeit Entlastungseffekte in vergleichbarer Größenordnung gegenüber. „Wer die steigenden Belastungen beklagt und die Entlastungen verschweigt, sagt nur die halbe Wahrheit“, sagte DUH-Bundesgeschäftsführer Rainer Baake.

Die rechnerische Steigerung der EEG-Umlage auf rund 2 Cent pro Kilowattstunde (Cent/kWh) Strom setze sich aus mehreren Faktoren zusammen. Zwar wachsen die Vergütungen insgesamt wegen der erwünschten starken Zunahme von Strom aus Erneuerbaren Energien. Die prognostizierte erhebliche Steigerung der Umlage für 2010 (gegenüber 2008 und gegenüber den Erwartungen für 2009) ist aber zuallererst eine Folge des in der Wirtschaftskrise generell gesunkenen Börsenpreises von Strom.

Damit wird auch dem EEG-Strom ein geringerer Wert zugemessen, mithin steigt die Differenz zwischen den gesetzlich festgelegten Vergütungszahlungen und den Vermarktungserlösen an der Börse. Hinzu kommt, dass die EEG-Umlage auf den in der Krise geringeren Stromabsatz aufgeteilt werden muss. Schließlich wird wegen des kürzlich veränderten Ausgleichsmechanismus dem Strom aus Erneuerbaren Energien insgesamt ein um 400 Millionen Euro geringerer Marktwert zugerechnet, was die rechnerische Umlage ebenfalls entsprechend erhöht.

Baake beklagte, dass in der öffentlichen Debatte zum wiederholten Mal „volkswirtschaftlich oder direkt beim Stromkunden Kosten senkende Effekte des Ausbaus der Erneuerbaren Energien in Milliardenhöhe unterschlagen werden“. So führe der wachsende Anteil Erneuerbarer Energien an der Strombörse insgesamt zu einer Senkung der Preise, weil die am teuersten produzierenden konventionellen Kraftwerke nicht mehr oder seltener hochgefahren werden müssen.

Dieser so genannte „Merit-Order-Effekt“ belief sich nach wissenschaftlichen Untersuchungen 2006 auf etwa drei bis fünf Milliarden Euro, für 2007 und 2008 ergäben Schätzungen einen Preissenkungseffekt von drei bis etwas mehr als vier Milliarden Euro. Das allein entspricht etwa der Hälfte der für 2010 errechneten Mehrkosten durch Erneuerbare Energien von 8,2 Milliarden Euro. Auf 1,2 Milliarden Euro werde sich 2010 der Wert der durch Strom aus Erneuerbaren Energien eingesparten CO2-Zertifikate summieren.

Steigen die derzeit sehr niedrigen Preise für die Verschmutzungsrechte, erhöhe sich dieser Entlastungseffekt entsprechend. Hinzu kämen heute für das Jahr 2010 noch nicht abschätzbare Nettoersparnisse, weil wegen des Ausbaus der Erneuerbaren Energien weniger Energierohstoffe nach Deutschland importiert werden müssen. Für das Jahr 2008 wurden die Importersparnisse im Stromsektor auf 2,7 Milliarden geschätzt.

Der mit Abstand größte Nutzen des Einsatzes von Erneuerbaren Energien ergebe sich jedoch aus den wegen der CO2-Einsparung vermiedenen Schäden durch den Klimawandel. Diese liegen nach wissenschaftlichen Abschätzungen mit 70 Euro pro Tonne CO2 fünfmal höher als die Preise, die derzeit für CO2-Emissionszertifikate bezahlt werden müssen.

Diese so genannten vermiedenen externen Kosten steigen im Jahr 2010 voraussichtlich auf rund sechs Milliarden Euro, wobei die Schäden durch andere Schadstoffe der konventionellen Stromerzeugung wie Schwermetalle, Stickoxide oder Feinstaub noch nicht berücksichtigt seien. „Bei einer ehrlichen Rechnung, die die Entlastungseffekte einbezieht, kommen wir eher auf eine dämpfende Wirkung der Erneuerbaren Energien als eine den Preis treibende“, sagte Baake.

Die Leiterin Klimaschutz und Energiewende der DUH, Cornelia Ziehm, forderte die Stromversorger auf, „die Mär von der Kostenexplosion durch Erneuerbare Energien nicht noch einmal aufzutischen“. Nachweislich seien es nicht die Erneuerbaren gewesen, die für die Preissteigerungen der vergangenen Jahre verantwortlich gewesen seien. „Bevor die Stromversorger nun eine neue Preisrunde einläuten und die Erneuerbaren Energien dafür verantwortlich machen, sollten sie erst einmal die in der Wirtschaftskrise gesunkenen Börsenpreise angemessen an ihre Kunden weitergeben“, forderte Ziehm.

Sie wies darauf hin, dass die EEG-Umlage nach allen Prognosen nur noch wenige Jahre ansteige, weil insbesondere im Bereich der Fotovoltaik, große Kostensenkungen zu erwarten seien, während Strom aus fossilen Brennstoffen tendenziell teurer werde.

Darüber hinaus verfolge das EEG neben klima- und energiepolitischen, auch industrie- und arbeitsmarktpolitische Ziele. Ziehm wies auch darauf hin, dass gerade die stromintensive Industrie in Deutschland seit Jahren vom EEG profitiere. Ihr Anteil an der Umlage sei auf symbolische 0,05 Cent/kWh begrenzt, während sie gleichzeitig vom Strompreis senkenden Merit-Order-Effekt profitiere.

Ziehm: „Was wir derzeit erleben, ist ein neuer Auftakt im Kampf der traditionellen Energiewirtschaft mit ihren Atom- und Kohlekraftwerken gegen den Ausbau der Erneuerbaren, die ihnen jedes Jahr ein Prozent Marktanteil abnehmen. Er ist die Begleitmusik zu den Plänen der zukünftigen Bundesregierung zum Ausstieg aus dem Atomausstieg.“

Quelle: Deutsch Umwelthilfe

Berlin, 16.10.09 – Derzeit wird wieder heftig kritisiert, dass die deutsche Förderpolitik für die Solarbranche wenig zielführend sei und jährlich gigantische Kosten in Milliardenhöhe verursache. Dem widerspricht Nikolai Dobrott, Geschäftsführer der Apricum GmbH, einer international tätigen Unternehmensberatung mit Fokus auf Cleantech und Erneuerbare Energien.

Die Förderung über das Erneuerbare-Energien-Gesetz sei richtig gewesen und werde heute von anderen Ländern nachgeahmt, doch jetzt sei der Zeitpunkt gekommen, die Förderpolitik an die Entwicklung des Marktes anzupassen. Dobrott war unter anderem als Director Renewable Energies and Resources bei Invest in Germany, der Wirtschaftsförderungsgesellschaft der Bundesrepublik Deutschland, wesentlich am Auf- und Ausbau des Erneuerbare Energien Standortes Deutschlands beteiligt. 

Unter dem Titel „Gabriels Solarpolitik hinterlässt Milliarden-Schuldenberg“ berichtete Spiegel Online Ende letzter Woche, dass die Solar-Subventionen der Großen Koalition die deutschen Steuerzahler langfristig etwa 27 Milliarden Euro kosten werden. Die Kosten tragen die Verbraucher, und das noch über die nächsten 20 Jahre, denn so lange wird die Solarvergütung gesetzlich garantiert. Dabei sei der Nutzen minimal - Sonnenenergie trage mit unter einem Prozent fast nichts zur Stromerzeugung in Deutschland bei.

„Ich kann mich der Argumentation des Spiegel-Artikels nicht anschließen und warne auch vor einer vorschnellen Verurteilung der deutschen Subventionspolitik“, so Nikolai Dobrott, Geschäftsführer von Apricum - The Cleantech Advisory. „Volkswirtschaftliches Ziel Mitte der 90er Jahre war es, in einem exportorientierten Hochlohnland ohne eigene nennenswerte Energiereserven und in der strukturschwachen Region Ostdeutschland eine international wettbewerbsfähige Zukunftsindustrie aufzubauen. Dieses Ziel wurde bis heute sehr erfolgreich umgesetzt.“ Deutschland sei mit der Subventionierung nach EEG den richtigen Weg gegangen, es habe damit eine Industrie mit guten Startvoraussetzungen und mittel- und langfristig hohem Wachstumspotenzial gefördert. Jeder Unternehmer agiere so: Er investiert in Märkte mit hohem Wachstumspotenzial.

Cleantech, also die Entwicklung und Herstellung neuer Produkte und Technologien mit dem Anspruch auf ökologische und ökonomische Nachhaltigkeit, und der Solarmarkt haben heute weltweit eine hohe Attraktivität und Deutschland eine ausgezeichnete Wettbewerbsposition.

Mit der Subventionspolitik wurden zudem etwa 80.000 direkte und nochmals die drei- bis vierfache Zahl indirekter Arbeitsplätze im Solarbereich geschaffen, und das größtenteils in den strukturschwachen Regionen Ostdeutschlands. „Dies ist ein beachtlicher Erfolg. Heute ist Deutschland mit höchstem technologischen Know-how und innovativen Entwicklungen der führende Anbieter in der Solarbranche neben China, das im Übrigen ebenfalls die Solarbranche massiv subventioniert“, so Dobrott weiter.

Subventionspolitik sollte angepasst werden

Die berechtigte Frage lautet, inwieweit die deutsche Subventionspolitik in die Solarindustrie überdacht und an die Marktgegebenheiten angepasst werden sollte. Denn die Preise für Solarmodule sind seit gut einem Jahr stark gefallen, d.h. Betreiber verdienen heute viel früher an ihren Investitionen. Eine Anschubfinanzierung in der bisherigen Höhe ist also nicht mehr notwendig.

Nach Meinung von Apricum ist deshalb jetzt der Zeitpunkt für eine Nachjustierung gekommen. Richtig ist auch, dass sich noch zeigen muss, ob in Deutschland die Solarenergie einen substanziellen Beitrag zur sauberen Energieversorgung wird leisten können. Es wäre also sicher der falsche Weg, der Solarenergie in Deutschland durch Überförderung eine nicht wirtschaftliche, zentrale Rolle im Energiemix zuzuschreiben.

Wichtiger sei es, jetzt die Internationalisierung des Geschäfts voranzutreiben. In einigen Märkten, wie beispielsweise Regionen in den USA,  Italien oder auch im Nahen Osten, ist schon fast Netzparität erreicht, d.h. Solarstrom ist dort ohne Subventionen wirtschaftlich wettbewerbsfähig mit eingekauftem Strom vom Netzbetreiber.

Hier müsse Deutschlands Solarindustrie präsent sein, um die Weichen für den Absatz zu stellen. „Da ist zum einen unternehmerisches Geschick gefragt. Aber auch von der Politik sollte dies unterstützt werden, indem man - mit Fingerspitzengefühl - die Anreize in Deutschland schrittweise zurückfährt und die frei werdenden Mittel hier investiert“, sagt Dobrott. 

Bei der Erschließung neuer Märkte im Ausland können auch Kooperationen mit ausländischen Partnern der richtige Weg sein. Skaleneffekte zu nutzen, sollte stärker in den Vordergrund rücken.

Quelle: Apricum

Berlin, 15. Oktober 2009 - Die vier großen deutschen Übertragungs-Netzbetreiber haben heute die Erneuerbare-Energien-Gesetzes-Umlage (EEG-Umlage) für 2010 bekanntgegeben. Künftig zahlen Kunden ihrem Stromversorger 2,047 Cent als EEG Umlage pro gelieferter Kilowattstunde Strom. In diesem Betrag sind zum Teil Kosten enthalten, die bislang über die Netzentgelte umgelegt wurden.

Die Stromversorgungsunternehmen reichen den Betrag dann an die Übertragungs-Netzbetreiber weiter. Anders als bisher ist diese Umlage ab 2010 bundesweit einheitlich. Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) begrüßt diese Neuerung ausdrücklich.

"Mit einer bundesweit einheitlichen EEG-Umlage können die Kosten der EEG-Förderung gegenüber den Stromkunden wesentlich transparenter dargestellt werden", sagte VKU-Hauptgeschäftsführer Hans-Joachim Reck. "Die EEG-Umlage schließt die finanzielle Lücke zwischen Einnahmen und Ausgaben der Übertragungsnetzbetreiber bei der Vermarktung der erneuerbaren Energien im neuen Ausgleichsmechanismus", so Reck weiter. "Der VKU appelliert an die Übertragungs-Netzbetreiber, den EEG-Strom effizient zu vermarkten, um die EEG-Umlage in den darauffolgenden Jahren für die Kunden möglichst gering zu halten."

Neu ist auch, dass die Stromversorger zum 1. Januar 2010 nicht mehr verpflichtet sind, EEG-Strom direkt von den Übertragungs-Netzbetreibern abzunehmen. Stattdessen vermarkten die Übertragungs-Netzbetreiber diesen Strom an der Börse. Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) vertritt 1.350 kommunalwirtschaftliche Unternehmen in den Bereichen Energie, Wasser und Entsorgung. Mit über 220.000 Beschäftigten wurden 2008 Umsatzerlöse von rund 72 Milliarden Euro erwirtschaftet.

Die VKU-Mitgliedsunternehmen haben im Endkundensegment einen Marktanteil von 56,9 Prozent in der Strom-, 52,1 Prozent in der Erdgas-, 75,5 Prozent in der Trinkwasser-, 50,3 Prozent in der Wärmeversorgung und 11,2 Prozent in der Abwasserentsorgung.

Quelle: Verband kommunaler Unternehmen e.V.

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Triefenstein, 15. Oktober 2009 - Es gibt im Moment kein brisanteres Thema, als die von der Regierung für das nächste Jahr geplante Kürzung der Einspeisevergütung für Solarstrom. Die Parteien CDU/CSU und FDP planen die Einspeisevergütung für Solarstrom drastisch zu senken und spielen mit dem Gedanken, die Gesamtleistung mit einer Deckelung zu versehen.

Im Jahr 2009 sind die Preise für Solarstromanlagen prozentual stärker gefallen, als die Erhöhung der Degression gemäß des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG) ausfiel. Anlagenbetreiber, die 2009 ihre Dach-Solaranlage ans Netz gebracht haben, profitieren zum Teil von bis zu 10% Rendite jährlich auf das Gesamtkapital. Das ist bei Anlagenpreisen zwischen 3.000 Euro und 3.600 Euro netto pro Kilowatt und bei einer Einspeisevergütung von bis zu 43,01 Cent pro eingespeister Kilowattstunde eine beachtliche Rendite.

Die im Jahr 2009 eingeführte Kürzung des spanischen Einspeisetarifs und die Deckelung der Gesamtleistung durch die spanische Regierung, sorgten für den Zusammenbruch des dortigen Photovoltaik-Marktes. Dieses Szenario würde in Deutschland viele Insolvenzen hervorrufen und tausende Arbeitsplätze kosten.

Weitere Folgen daraus wären, dass deutsche Solarunternehmen ihre Produktion ins Ausland verlegen und deutsche Investoren in andere Länder wie Italien, Frankreich, USA oder der Türkei investieren. Dies wäre nicht nur schadhaft für die deutsche Wirtschaft, sondern würde auch die Vorreiterrolle im Bereich Erneuerbarer Energien, die Deutschland inne hat, zerstören. Ganz zu schweigen von den ausbleibenden Steuereinnahmen durch Solar-Anlagen.

Die Diskussion um die geplante Einschneidung des Einspeisegesetzes ist im Internet, insbesondere in Online-Foren, ein Dauerthema. Bei Anlagenbetreibern herrscht große Verunsicherung und börsennotierte Solarunternehmen leiden unter fallenden Kursen.

Doch um wie viel Prozent dürfte die Einspeisevergütung im nächstem Jahr für Dachanlagen maximal gesenkt werden und was dürfen Solaranlagen im nächsten Jahr kosten, um noch immer eine Gesamtkapitalrendite von bis zu 8% vor Steuern und Finanzierung zu erwirtschaften?

Unter Berücksichtigung folgender Basisdaten wurden die Berechnungen (konservativ) mit einer jeweiligen Senkung von 15%, 20% und 30% durchgeführt.

Basisdaten:

Anlagenleistung: 15 kWp

Spez. Anlagenertrag: 900 kWh/kW

Degradation: 0,2%

Inbetriebnahme: jeweils Mitte des Jahres

Sonstige Berücksichtigungen: Verwaltungskosten, Zählermiete, Versicherung, Wartung, Inflation

Als Basis dient eine im Juni 2009 in Betrieb genommene 15 kWp-Solaranlage bei einer Einspeisevergütung von 43,01 Cent/kWh. Zu einem Bezugspreis von 3.500 Euro/kWp netto, erhält der Anlagenbetreiber eine Gesamtkapitalrendite von 8,1% vor Finanzierung und Steuern.

Würde die Einspeisevergütung im nächsten Jahr um 15% (entspricht: 36,56 Cent/kWh) gesenkt werden, so dürfte die Solaranlage nicht mehr als 2.900 Euro/kWp netto kosten. Die Gesamtkapitalrendite würde dann 8,2% betragen.

Eine Senkung der Einpeisevergütung um 20% (entspricht: 34,41 Cent/kWh) reduziert den Anlagenpreis auf 2.700 Euro/kWp netto und lässt den Anlagenbetreiber eine Gesamtkapitalrendite von 8,2% erwirtschaften.

Eine Senkung um 30% (entspricht: 30,11 Cent/kWh) reduziert den Anlagenpreis auf 2.350 Euro/kWp netto. Die Gesamtkapitalrendite beträgt in diesem Fall 8% vor Steuern und Finanzierung.

Wird für das nächste Jahr von einer Senkung der Einspeisevergütung von 30% ausgegangen, entspräche dies einem Rückgang der Anlagenpreise von bis zu 32% und mehr. Ob diesen drastischen Preisverfall deutsche Solarunternehmen auffangen können, bleibt fraglich. Zumindest leiden die Solarteure darunter, denen für dieselbe Arbeit weniger Marge bleibt.

Eine Senkung der Einspeisevergütung von bis zu 15%, für auf dem Dach montierte Solaranlagen, wäre vertretbar. Im Zuge einer Gesetzesänderung sollte der Bonus für Fassadenanlagen wieder eingeführt werden. Der Netzbetreiber müsste verpflichtet werden, die Mehrkosten zum Anschluss einer Solaranlage mit bis zu 50 kW-Leistung, anstatt der 30 kW-Leistung, zu übernehmen. Des Weiteren sollten die Kosten für eine Netzverträglichkeitsprüfung durch den Netzbetreiber auf maximal 250 Euro begrenzt werden.

Anmerkung: Die Berechnungen wurden mit dem Tool PV-Kalk durchgeführt. Zum Nachvollziehen der Berechnungen können diese kostenfrei unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! angefordert werden.

Quelle: Michael Ziegler, freier Berater

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