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Marktentwicklung

Heidelberg, 18.11.2009 - Das unabhängige Verbraucherportal Verivox.de hat ermittelt, dass mindestens 40 Stromanbieter die Preise zum Jahreswechsel um durchschnittlich 5 Prozent erhöhen. Diese neuerlichen Preissteigerungen bedeuten für einen Haushalt mit einem durchschnittlichen Verbrauch von 4000 kWh pro Jahr eine Mehrbelastung von 46 Euro. Damit setzt sich ein nun zehnjähriger Trend fort: Seit dem Jahr 2000 sind die Strompreise für Privatkunden jedes Jahr gestiegen - in der Zwischenzeit sind es insgesamt rund 40 Prozent.

Zu den Energieversorgern mit Preiserhöhungen gehören mit Vattenfall und EnBW auch zwei der vier größten Energiekonzerne in Deutschland. Die hauptsächlich in Baden-Württemberg aktive EnBW hat eine Strompreiserhöhung von 7,5 Prozent für Privatkunden mit Sonderverträgen angekündigt. Der Energiekonzern Vattenfall erhöht die Strompreise für private Verbraucher in Berlin um 5,9 Prozent und in Hamburg um 4,4 Prozent. Damit sind bereits jetzt mehrere Millionen Verbraucher von den Strompreiserhöhungen betroffen. Die Experten von Verivox.de gehen davon aus, dass noch eine bedeutende Anzahl kleinerer Versorger ebenfalls Preiserhöhungen zum Jahreswechsel ankündigen werden.

Als Gründe für die Preiserhöhungen werden entweder gestiegenen Beschaffungskosten oder die erhöhten Kosten im Rahmen des Erneuerbare Energien Gesetzes (EEG) angegeben. Das Argument der erhöhten Beschaffungskosten stößt bei Verbraucherschützern auf Kritik, denn die Großhandelspreise für Stromverkäufer und Großkunden sind im vergangenen Jahr deutlich günstiger geworden. Die Energieversorger wiederum verweisen darauf, dass der Strom in der Regel für mehrere Jahre im Voraus eingekauft wird.

"Sowohl die Beschaffungsstrategie als auch die erhöhten EEG-Kosten können für die Energieversorger ein Problem darstellen", sagt Peter Reese, Leiter Energiewirtschaft bei Verivox.de. "Eine Möglichkeit ist, dieses Problem in Form von Preissteigerungen an die Verbraucher weiterzugeben. Doch die Verbraucher müssen das nicht hinnehmen und können zu Stromanbietern mit anderen Strategien und günstigeren Preisen wechseln."

Angesichts der steigenden Preise rät der Experte von Verivox.de zum kostenlosen Preisvergleich im Internet. Da die Preisschere zwischen den Versorgern immer größer wird, können Verbraucher durch einen Anbieterwechsel häufig mehrere hundert Euro jährlich eingespart werden.

"Der Wechsel des Strom- und Gasanbieters ist einfach und völlig risikofrei. Da die Belieferung gesetzlich geregelt ist, kann es bei einem Anbieterwechsel niemals zu einer Unterbrechung der Versorgung kommen", so Reese weiter. "Für den Wechsel des Stromanbieters müssen Verbraucher lediglich einen Antrag ausfüllen. Die Anmeldung ist einfach und braucht nur wenig Zeit. Alles Weitere, beispielsweise die Kündigung beim alten Versorger, erledigt der neue Anbieter."

Quelle: Verivox GmbH

Berlin, 17. November 2009 - Das Erneuerbare-Energien-Gesetz hat nur einen geringen Klimanutzen. So lautet die Kernaussage eines am Montag im Spiegel veröffentlichten Berichts unter Bezug auf eine Studie des DIW Berlin. Hintergrund sei, dass der steigende Anteil erneuerbare Energien im europäischen Emissionshandel den Preis für CO2-Emissionen sinken lasse. Europäische Konkurrenten könnten sich daher billig mit Verschmutzungsrechten eindecken. Fazit des Artikels: Die Klimawirkung des EEG verpufft.

Diese Interpretation ist aus Sicht der beiden Autoren der Studie allerdings zu stark verkürzt. Zwar ist es richtig, dass mehr Strom aus Erneuerbaren Energien den Preis der Emissionsrechte sinken lässt und sich CO2-Emissionen somit für große Unternehmen also stärker lohnen. „Dieser simple Zusammenhang gilt allerdings nur theoretisch und bei rein statischer Betrachtung,“ so Professor Claudia Kemfert, neben Thure Traber eine der beiden Autoren der zitierten DIW-Studie.

„Das blendet jedoch aus, dass beide Instrumente – das EEG und der Emissionshandel – politisch im Zusammenhang gesehen werden müssen und auch gesehen werden“, so Kemfert, die seit 2004 die Abteilung Energie, Verkehr, Umwelt des DIW Berlin leitet. Sie spricht sich deshalb ausdrücklich dafür aus, beide Instrumente parallel einzusetzen: „Wir brauchen beides - einen funktionierenden Emissionshandel und eine gezielte Förderung erneuerbarer Energien. Und beide Instrumente müssen dabei gut aufeinander abgestimmt werden.“

DIW-Expertin Kemfert hält daher an der politischen Gesamtbewertung des EEG fest: „Das EEG ist ein äußerst wirksames Instrument zur Förderung der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien. Es leistet einen wesentlichen Beitrag zur deutschen und europäischen Energie- und Klimapolitik. Dieses Förderinstrument ist deshalb zu Recht von vielen anderen Staaten kopiert worden.“

Hintergrund: So untersuchte die DIW-Studie den Klimaeffekt des EEG

Die jetzt im Energy Journal veröffentlichte Studie analysiert komplexe Wechselwirkungen erneuerbarer Energien auf oligopolistischen Strommärkten mit einem Gleichgewichtsmodell. Sie berücksichtigt dabei auch den Emissionshandel. Ein wesentliches Ergebnis der Analyse besteht darin, dass die energie- und umweltpolitischen Instrumente auf europäischer Ebene möglichst gut aufeinander abgestimmt werden sollten.

„Solche Modellrechungen beruhen aber immer auf bestimmten Annahmen, die wir in der Studie deutlich genannt haben,“ betonte Claudia Kemfert. Es handelt sich um eine statische Analyse, die dynamische Aspekte noch nicht einbezieht. Die Wirkungen der nationalen Förderpolitik werden isoliert betrachtet, das heißt es wird von entsprechenden Maßnahmen in anderen Ländern abstrahiert. Die Obergrenze des Emissionshandels wird dem Modell unabhängig von der Förderpolitik vorgegeben. „Es ist nicht seriös, Einzelergebnisse aus dem Zusammenhang des Analyserahmens herauszulösen und daraus unmittelbar politische Empfehlungen abzuleiten. Die angebliche Unwirksamkeit des EEG ist ein Mythos,“ so Claudia Kemfert.

Quelle: DIW Berlin

Berlin, 12. November 2009 – „Die MENA-Region, also der Nahe Osten und Nordafrika, entdecken zunehmend das wirtschaftliches Potenzial, das ihnen durch die naturgegeben hohe Sonneneinstrahlung zur Verfügung steht, heute aber noch größtenteils ungenutzt bleibt“, erklärt Nikolai Dobrott, Geschäftsführer der Berliner Apricum GmbH. Die international tätige Unternehmensberatung mit Fokus auf Cleantech und Erneuerbare Energien kann gerade auch in der MENA-Region auf erfolgreiche Beratungsprojekte zurückblicken.

Anfang November 2009 sprach Dobrott auf einer vom Bundeswirtschaftsministerium organisierten Konferenz im Oman über die Chancen, die sich dem Sultanat mit der Nutzung der Solartechnologie bieten. Die Konferenz machte einmal mehr deutlich, dass die Länder der MENA Region das Thema Solar als konkretes Handlungsfeld begreifen.

Anfang November veranstaltete das deutsche  Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie gemeinsam mit dem Germany Industry & Commerce Office in Oman (AHK) in Muskat, Oman, eine Konferenz über Solartechnologie. Das Sultanat Oman stellt aufgrund seines fortschrittlichen Energiesektors einen der vielversprechendsten Märkte der Region dar.

Seine Hoheit Sayyid Tarik bin Shabib bin Taimur Al Said, Schirmherr der Environment Society of Oman sowie der Konferenz, kommentierte: „Derzeit haben wir hier eine grüne Party, was wir aber brauchen, ist eine grüne Revolution. Länder des Nahen Ostens wie Oman müssen ihren Fokus zukünftig viel stärker auf Erneuerbare Energien und vor allem die Solarenergie richten und Ressourcen landesweit aufbauen.“

Ähnliche Aussagen ließen sich zuletzt auch von anderen Regierungschefs  aus der  MENA Region vernehmen und immer mehr dieser Länder verstärken ihre  Aktivitäten in Sachen Solarenergie. So gestaltet beispielsweise die Türkei momentan politische Steuerungsmechanismen zur Erhöhung des Anteils von Solarstrom am Energiemix. In Marokko sind große Concentrating Solar Power (CSP)-Projekte, also Sonnenwärmekraftwerke mit einer Gesamtleistung von rund 2000 MW geplant.

Und sogar der größte Ölproduzent der Welt - Saudi-Arabien kündigte nicht nur staatliche Förderprogramme zum Aufbau einer eigenen Solarindustrie an, sondern hat an der King Abdullah University of Science and Technology (KAUST) auch einen speziellen Forschungsschwerpunkt Solar eingerichtet. Wegweisende Cleantech-Projekte wie die schon im Bau befindliche Masdar City in  Abu Dhabi werden zukünftig keine Einzelaktionen bleiben.

„Die Solartechnologie kann der Region helfen, die nationalen Herausforderungen der Zukunft zu meistern: den steigenden Energiebedarf zu decken, Alternativen zu den zur Neige gehenden nationalen Öl- und Gasreserven zu schaffen, oder aber unabhängiger von Importen fossiler Energieträger zu werden, eine verlässliche Stromversorgung zu installieren, Industrien aufzubauen, Arbeitsplätze zu schaffen und - ganz nebenbei - das Weltklima zu schonen“, zählt Dobrott die Vorteile auf.

„Durch die hohe Sonneneinstrahlung in der Region sowie durch große verfügbare Flächen können die Länder Energie über ihren Eigenbedarf hinaus produzieren und Solarstrom exportieren. Darauf baut ja auch beispielsweise das Desertec Konzept auf.“

Quelle: Apricum – The Cleantech Advisory

Neu-Delhi, 16.11.2009 - Indien will die Förderungen für die Solarindustrie ausbauen. Noch vor dem Klimagipfel in Kopenhagen im Dezember haben Regierungssprecher angekündigt, die bereits ausgeschöpften Mittel des derzeit bestehenden Hilfsprogramms auszuweiten.

Die Branche soll dadurch zu einem Ausbau der Produktion ermutigt werden. Einzelheiten zu dem neuen Förderprogramm würden zwar erst in den kommenden Wochen bekannt gegeben. Staatliche Unterstützung werde damit aber mehr Projekten zukommen als bislang. Oberstes Gebot sei, den Preis für Solarstrom zu reduzieren.

Die angekündigten Solarförderungen sollen zu einer höheren Produktion und zu geringeren Kosten pro Einheit führen. So will Indiens Regierung den nach wie vor hohen Preis für Sonnenstrom drosseln. Aktuell ist Strom aus fossilen Brennstoffen bis zu fünf Mal billiger als Solarenergie. "Wenn die Kosten nicht reduziert werden, kann die Förderungspolitik nicht langfristig aufrecht erhalten werden", wird ein Direktor des Indischen Ministeriums für Neue und Erneuerbare Energien vom Wall Street Journal zitiert. Aktuell wird nur ein kleiner Teil der in Indien verbrauchten Energie aus regenerativen Quellen gewonnen.

Grenzenloses Potenzial

Mit über der Hälfte gewinnt Indien den überwiegenden Teil der Stromkapazitäten aus Kohle. Windkraft stellt derzeit den größten Beitrag aus Erneuerbaren Energien. Insgesamt liegt der Anteil regenerativer Energie an Indiens Stromverbrauch momentan aber nur bei 7,5 Prozent. Dabei stehen gerade Schwellenländer wie Indien oder China seitens der internationalen Staatengemeinschaft unter Druck, sich stärker zu Kontrollen ihrer CO2-Emissionen zu verpflichten. Bis 2020 will die indische Regierung die aus Solarenergie erzeugte Leistung von drei auf 20.000 Megawatt ausbauen.

Nach Einschätzung des Ministeriums ist das Potenzial der Sonnenenergie in Indien "grenzenlos". Anders als Wind- oder Wasserkraft, die nur in gewissen Regionen genutzt werden könnten, sei die solare Energie im Überfluss vorhanden. Derzeit unterstützt die Regierung Kapazitäten von 50 Megawatt mit bis zu 25 Cent pro Kilowattstunde. Das Programm sei bereits ausgeschöpft und solle daher substanziell ausgeweitet werden. Darüber hinaus habe Indien einen nationalen Aktionsplan zum Klimawandel entworfen, um eine Reihe weiterer Maßnahmen wie etwa effizientere Fahrzeuge durchzusetzen.

Redakteur: Manuel Haglmüller

Quelle: Pressetext

Hamburg, 10. November 2009 - Die IHK Nord, die Vereinigung von 13 Industrie- und Handelskammern, hat vor dem Hintergrund des "Erneuerbare-Energien-Gesetzes 2009" der neuen Bundesregierung in einem Positionspapier zu Maßnahmen für einen beschleunigten und marktgerechten Ausbau regenerativer Energien in den fünf norddeutschen Bundesländern aufgerufen.

Uwe Möser, Präsident der IHK Nord und der IHK Flensburg, appellierte an Politik und Verwaltung im Norden und in Berlin, den land- und seeseitigen Anschluss der geplanten Off-Shore-Windenergieparks sicherzustellen, die notwendigen Netzkapazitäten auszubauen, die erforderliche Infrastruktur in den norddeutschen Häfen zu schaffen und die Forschungsaktivitäten vor allem in den notwendigen Speichertechnologien zu verstärken. Er mahnte außerdem an, marktgerechte Preise für regenerative Energieträger einzuführen und die direkten und indirekten Kosten für den technischen Aufwand bei der Einspeisung Erneuerbarer Energien in die Netze wettbewerbsgerecht auf alle deutschen Netzbetreiber zu verteilen.

Frank Horch, Präses der Handelskammer Hamburg, betonte, aus Sicht der Kammern sei "ein ausgewogener Mix von regenerativen und grundlastfähigen Energien" die ideale Energieform.

Aufgrund der Endlichkeit und abnehmenden Versorgungssicherheit fossiler Energieträger sowie den Folgen des Klimawandels werde aber die Bedeutung der regenerativen Energien stetig steigen. Dabei komme den norddeutschen Bundesländern eine besondere Rolle zu: Der Anteil des mit Windenergie erzeugten Stroms am Nettostromverbrauch liege hier mit rund 19,1 Prozent weit über dem Bundesdurchschnitt von 8,25 Prozent. Horch wies überdies auf die mit den Erneuerbaren Energien verbundenen Wachstumschancen für den Industriestandort Norddeutschland hin.

Vor allem wegen der zahlreichen Off- und Onshore-Windparks hätten sich viele Weltmarktführer unter den Windkraftanlagenherstellern in Norddeutschland angesiedelt. Dazu kämen zahlreiche Zulieferer, Projektentwickler, Finanz- und andere Dienstleister.

Insgesamt, so Horch weiter, könne derzeit von rund 20.000 Arbeitsplätzen ausgegangen werden, die direkt den Erneuerbaren Energien in Norddeutschland zuzurechnen seien. Hinzu käme ein dichtes Netzwerk von Forschungs- und Wissenschaftseinrichtungen, die Norddeutschland zum "Deutschen Kompetenzzentrum für Erneuerbare Energien" machten.

IHK Nord-Präsident Möser forderte Politik und Verwaltung außerdem auf, Planungs- und Genehmigungsverfahren für regenerative Energien deutlich zu vereinfachen und zu beschleunigen. Um einem Fachkräftemangel vorzubeugen, müssten bestehende Ausbildungs- und Wissenschaftseinrichtungen in diesem Bereich ausgebaut und zusätzliche Qualifikations- möglichkeiten geschaffen werden. Die Energieforschung sollte intensiviert, entsprechende norddeutsche Unternehmensnetzwerke bzw. Cluster besser koordiniert und der Mix aus Instrumenten zur Reduktion des CO2-Ausstoßes wie das Erneuerbare-Energien-Gesetz und der CO2-Zertifikatehandel besser aufeinander abgestimmt sowie optimiert werden.

Quelle: IHK Industrie- und Handelskammer Rostock