photovoltaik-guide.de verwendet Cookies um Ihnen den bestmöglichen Service bereitzustellen. Indem Sie unsere Website weiter nutzen, stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.

 

Laupheim, 12. März 2012, Verantwortlich für den Leserbrief ist Ralf Stegmaier

Unter www.heute.de findet sich am 10. März, am Vortag des Jahrestags der Atomkatastrophe von Fukushima, ein Interview mit dem im September 2012 scheidenden EnBW-Chef Villis. Die Aussagen von Herrn Villis sind unglaublich!

Zu Beginn steht ein ehrliches Zitat von Herrn Villis, das Hoffnung macht:
„Zur Redlichkeit gehört aber auch zu sagen, dass die Gesellschaft mit der Kernenergie ein rechnerisches Restrisiko eingeht.“
Später kommt dann eine unglaubliche Passage:

heute.de: Hat der 11. März bei Ihnen etwas verändert?

Villis: Ja! Als ich die Bilder aus Fukushima gesehen habe, da war mir klar, dass großer Druck auf uns zu kommt und das Thema Laufzeit wieder das Thema Nummer 1 in Deutschland wird. Wir haben ja 24 Stunden am Tag immer nur das Venting, die Druckentlastung, gesehen, also die Bilder die suggerieren, dass ein Kernkraftwerk in die Luft fliegt. Ein erfahrener Techniker weiß, dass dies eine "Maßnahme" war, um den Reaktorkern zu sichern. Aber auf die Öffentlichkeit wirkte es oft anders, fast so, als ob das Kraftwerk in die Luft fliegt.

Ein Jahr nach dem Atom-GAU mit Kernschmelzen in den Blöcken 1 bis 3, einem Trümmerhaufen, einer nur behelfsmäßig funktionierenden Kühlung und einer Situation, die bei einem weiteren Erdbeben, das bereits vorhergesagt ist, zu einer noch größeren Freisetzung von Radioaktivität führen kann, macht Herr Villis uns klar, dass die unwissende Allgemeinheit einen technischen Zustand fälschlich als Explosionsgefahr definierte!!!

Im Weiteren verweist Herr Villis, dass er praktizierender Katholik sei und als solcher keinesfalls das Leben von Menschen aufs Spiel setzen würde. Auch meint er im Artikel: „Ja, unsere Anlagen sind sicher.“

Bei der Recherche (z. B. Archiv von www.greenpeace-aachen.de) kommt man im Hinblick auf die Atomkraftwerke in Deutschland zu einem anderen Schluss. Nachdem unter Umweltministerin Tanja Gönner meldepflichtige Unfälle im AKW Philippsburg nicht nach Berlin gemeldet wurden, hat für mich auch die Aussage: „... wir haben nichts zu verstecken.“ keinen Gehalt.

Zum Betrieb von Atomkraftwerken der üblichen Bauform, bei denen eine Kernschmelze möglich ist (es gibt auch andere Bauformen), wird aus der mehrseitigen Europa-Solar-Information des Autors vom 25.1.2012 zitiert:

Der Verfasser ist als Ingenieur technisch interessiert und hat während seines Studiums eine Strahlenschutzbescheinigung erworben, die ihn zur Tätigkeit als Strahlenschutzbeauftragter befähigt. Er handelt demzufolge nicht allein aus ideologischen Gründen. Die Erkenntnisse basieren vielmehr auf ingenieurwissenschaftlicher Grundlage. Wenn man beispielsweise Atomkraftwerke mit der in der Automobilindustrie bewährten Methode FMEA bewertet, kommt man (durch die extremen Auswirkungen von Katastrophen in Verbindung mit der Tatsache, dass das Risiko eben nicht Null ist) zum Ergebnis, dass ein Betrieb von Atomkraftwerken, bei denen einen Kernschmelze technisch möglich ist, allein deshalb unverantwortlich ist!

Herr Villis führt an: „Wir sind ja nicht nur Atomkonzern sondern ein breit aufgestellter Energiedienstleister.“ Ja, der Ursprung der EnBW bzw. deren Vorgängern (ich wuchs mit der UJAG auf) war ohne Atomstrom und die Zukunft wird es auch wieder sein. Ich wünsche mir, dass die EnBW als Ersatz für Atomkraft mit Sonne sowie Wind und Wasser (die mit der Sonne zusammenhängen) aus den roten Zahlen kommt und gemeinsam mit der Bevölkerung und den Kunden einen Zustand der Zufriedenheit erreicht. In Kenntnis des zitierten Interviews mit Herrn Villis bin ich der festen Überzeugung, dass die politische Entscheidung, Herrn Villis abzulösen, absolut richtig war und den Weg in eine atomfreie Zukunft der EnBW erleichert.

Ralf Stegmaier, Laupheim am 11.3.2012

You have no rights to post comments