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Andy Damping ist ein 45-jähriger Unternehmer und Geschäftsführer eines Solarmodulherstellers in Deutschland. Andy war bis vor wenigen Jahren noch sehr darüber erfreut, dass das Geschäft mit den Solarmodulen so gut lief. Ständig war das Lager leer und mit der Produktion kam er kaum noch hinterher. Zum Glück hat er damals jede Menge Fördergelder sowie Zuschüsse von seinem Bundesland und der EU erhalten. Er hätte die Solarfabrik sonst kaum finanzieren können. Die Zinsen waren zudem recht niedrig und zurückzahlen musste er den Kredit erst ein paar Jahre später. Auch die Werbeaktionen liefen sehr gut. Die Werbung mit der Rendite zog halt immer, die Investoren sind voll darauf abgefahren. Mit unseren PV-Modulen erreichen Sie immer Renditen im zweistelligen Bereich, so die Werbeaussage von Andy´s Unternehmen. 

Doch heute ist das Geschäft rückläufig. Jede Menge Mitbewerber aus China sind in den deutschen Solarmarkt geströmt und machen Andy Damping jetzt das Leben verdammt schwer. Das Lager ist voll und ständig müssen Abschreibungen vorgenommen werden. Die Chinesen können die Solarmodule noch viel billiger anbieten als Andy. Andy kann aber mit diesem Preisverfall nicht Schritt halten, er müsste in letzter Konsequenz an der Qualität sparen. Aber selbst wenn Andy an der Qualität spart, sind seine Module noch immer teurer und dann auf einmal qualitativ sogar noch schlechter als die der Chinesen. Also an der Qualität will Andy nicht sparen. Erschwerend hinzu kam dann auch noch der Zick-Zack-Kurs der Bundesregierung beim EEG und die drastische Senkung der Einspeisevergütung. "So schnell wie die Solar-Vergütung gesunken ist, so schnell kann kein Unternehmen die Verkaufspreise nach unten schrauben!" Was sollte er seinen Kunden, den Investoren, nun sagen? Ihr bekommt jetzt nur noch 9 Prozent Rendite? "Jeder weiß doch, dass die Preise von Solaranlagen von der Höhe der Einspeisevergütung abhängig sind! Jetzt kann ich nur noch mit 9 Prozent Rendite werben, immer noch genug."

Kosten senken, nur wie? Was also tun? Bei seinem sonntäglichen Spaziergang kommt ihm die Idee. Er muss durch Masse die Kosten senken, denn dadurch erhält er im Einkauf viel bessere Konditionen. So lassen sich wenigstens die Verkaufspreise senken. Andy kauft eine weitere Produktionslinie und kann schließlich bei seinen Zulieferern bessere Einkaufspreise verhandeln. Da Andy jetzt auch noch mehr Energie für die Produktion benötigt, beantragt er gleichzeitig die Befreiung von der EEG-Umlage. So lassen sich weitere Kosten einsparen. Andy freut sich, denn er produziert jetzt noch günstiger Solarmodule und hat weniger Energiekosten. Verärgert muss Andy aber feststellen, dass die Chinesen ihre Solarmodule immer noch billiger verkaufen, als er es jemals könnte. Da wird Andy klar, dass die Chinesen viel niedrigere Lohnkosten haben. Andy beschließt daher für die kommenden Jahre keine Lohnerhöhungen zu gewähren. Zudem entlässt er betriebsbedingt einige Mitarbeiter und holt sich dafür Leiharbeiter. Die bekommt er noch günstiger und kann sie noch als Betriebsausgabe steuerlich absetzen.

Dennoch, die Chinesen bleiben billiger als Andy. Das kann doch nicht mit rechten Dingen zu gehen, denkt sich Andy. "Die werden bestimmt subventioniert oder erhalten verbilligte Darlehen. Das kann doch nicht sein, dass ist doch nicht fair". Andy Damping beschließt sich mit Kollegen zusammen zu tun und gegen die Chinesen zu klagen. Der Vorwurf: Preisdumping

Entsetzt muss Andy Damping dann auch noch feststellen, dass die Preissenkung bei seinen Photovoltaik-Modulen nur wenig gebracht hat. Die Solarmodule im Lager nehmen nur mäßig ab und auch die Kunden werden immer weniger. Um weitere Kosten zu sparen hat Andy noch extra bei den Marketing- und Werbekosten das Budget auf null zurückgefahren. Zum Absatzproblem hinzu kommt noch die Überkapazität auf dem weltweiten Solarmarkt. Das wusste Andy zwar vorher, jedoch setzte er all seine Hoffnung darin, dass der Verkauf durch die Senkung der Verkaufspreise wieder anläuft. Schließlich waren seine Solarmodule ja jetzt billiger als vorher.

Als Andy mal wieder auf dem Weg zum Bäcker ist, kommt er an einem Plakat eines Elektronikfachmarktes vorbei. Dort wird ein Fernseher eines japanischen Hersteller für nur 399 Euro angeboten. Wenn er überlegt, dass sein Fernseher eines deutschen Herstellers vor zwei Jahren 1.999 Euro gekostet hat, könnte er sich noch heute in den Arsch beißen. "Warum ein teures Gerät kaufen, wenn die Japaner die Geräte viel billiger anbieten können und kein Qualitätsunterschied zu erkennen ist."

Quelle: photovoltaik-guide.de - Michael Ziegler

Kommentare   

+1 #1 J. Wild 2012-09-20 19:31
Schöne Satire an den Herrn Asbeck :D . Nichts gegen deutsche Solarunternehmen aber der Mann war schon immer Großkotzig und nun ist er auch nicht recht viel mehr wie wir kleinen Solarunternehmer die seine teure Ware verkauft haben.

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