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Rom, 02. März 2012, Die vierte Conferenza dell’Industria Solare - Italia 2012 ist am 24. Februar erfolgreich zu Ende gegangen. Trotz der unsicheren Marktlage zeigte sich die Branche kämpferisch und diskutierte in den verschiedenen Foren lösungsorientiert den Umgang mit der derzeitigen Situation.

Sollte der Art. 65 des Gesetzesdekrets „Decreto liberalizzazioni“ nicht doch noch geändert werden, sehen die Zukunftsaussichten für große Freilandanlagen in Italien nicht rosig aus. Angelo Prete von GT Solar erklärte in der Session „PV large scale: Cost reduction, materials and application“ zu diesem Thema „Das ist nichts, was man von heute auf morgen umsetzen könnte. Aber grundsätzlich müssen wir zwangsläufig das Paradigma der Einspeisetarife überwinden und beginnen, über Grüne Zertifikate nachzudenken. Bei Großanlagen ist die Netzparität mittlerweile beinahe Realität.“ Die Solarenergie solle in Zukunft nicht mehr vorrangig als Geldanlage verstanden werden, sondern als Energiequelle, die helfe, den Energiebedarf zu decken, so Prete weiter. Unter dem Gesichtspunkt der Netzparität sei es wichtig, in Zukunft die geeigneten Flächen für große Solaranlagen zu finden. Ein generelles Verbot von Freilandanlagen sei nicht sinnvoll.

„Wir müssen dahin kommen, dass Genehmigungen innerhalb von maximal sechs Monaten erteilt werden, dass Grüne Zertifikate eine Laufzeit von 20 Jahren haben und Freilandanlagen auf geeigneten Flächen errichtet werden. Diese Schritte müssen möglichst rasch eingeleitet werden.", unterstrich Angelo Prete. Dem stimmte Paolo Ricci von TerniEnergia zu und ergänzte: "Wir brauchen fachkundige Kunden; heute befinden wir uns noch in einer Phase, in der die meisten Investoren nicht in der Lage sind, die Qualität einer Anlage zu beurteilen."

Zu den Herausforderungen für die Solarindustrie zählt auch die Fernwärme. Die Diskussion zu dem Thema zeigte, wie interessant die Solarthermie für die Versorgungsunternehmen ist: Vor allem im Sommer kann der Preis für Wärme aus Solarthermie mit dem für Wärmeerzeugung aus Gasheizsystemen konkurrieren. Gegenüber den Unwägbarkeiten des Gasmarktes und der Reglementierung der Gaskosten hat die Solarthermie den Vorteil eines festen Preises.

In der letzten Diskussionsrunde der Konferenz befassten sich einige der wichtigsten Akteure der Solarbranche mit dem Thema der Zertifizierung "Made in Europe", der Fertigung in Italien und mit den Maßnahmen, die erforderlich sind, um diese weiterzuentwickeln und zu unterstützen. Die gelegentlich auch kontroversen Beiträge zeigten, dass es auch in der derzeitigen turbulenten Situation mit einer unsicheren Gesetzeslage und dem sogenannten "China-Dumping" zahlreiche Erfolgsfaktoren gibt, die Solarunternehmen umsetzen können und müssen. Alberto Giovanetti von der MX Group vertritt die Ansicht, dass “ein funktionsfähiges Modell die Bildung von Ressourcen vor Ort ist: Kleine, in der Region angesiedelte Fertigungsunternehmen bilden eine kurze Produktionskette”.

Paolo Andrea Mutti von Solsonica äußert sich zu den Förderprogrammen: "Das 5. Conto Energia muss integrierte Lösungen fördern, das Beschäftigungswachstum anregen und die Entwicklung des Solarsektors gemeinsam mit anderen, benachbarten Sektoren fördern. Ziel der Unternehmen muss sein, dem Kunden ein Gesamtpaket mit integrierten Lösungen anzubieten."

Innovation - bei Prozessen, Geschäftsmodellen, Produkten sowie in der Industrie - scheint das Schlüsselwort zu sein. Dies war ein Ergebnis der Konferenz. “Aber es wird nicht gelingen”, erklärt Mauro Curiale von 3Sun “wenn wir keine geeigneten Ressourcen für Forschung und Entwicklung finden”.

Auch wenn die Zeiten schwierig sind, so ist das letzte Wort für die italienische Solarbranche noch nicht gesprochen, ist das Fazit von Riccardo Battisti von Ambiente Italia – neben der Solarpraxis AG Mitveranstalter der Konferenz. "Die Stärke der Solarenergie liegt in ihrer Sicherheit, und zwar sowohl in wirtschaftlicher Hinsicht als auch im Hinblick auf die Versorgungssicherheit. Angesichts eines wirtschaftlichen und finanziellen Szenarios ständig steigender Kosten und Preise für konventionelle Energien können die Zukunftsaussichten des Solarsektors mittel- bis langfristig nur glänzend sein”, erklärt er als Resümee der CIS-IT 2012.

Quelle: Solarpraxis AG

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