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Leipzig, 18. Juni 2010 - Die Freiberg Instruments GmbH aus Sachsen hat den mit 7.500 Euro dotierten Clusterpreis Solarwirtschaft beim IQ Innovationspreis Mitteldeutschland der Wirtschaftsinitiative für Mitteldeutschland gewonnen. Das Unternehmen erhielt die Auszeichnung gestern Abend im Theater der Stadt Gera vor mehr als 300 Gästen aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Medien für  ein neuartiges Verfahren, mit dem während der Produktion die Qualität von Silizium-Wafern  festgestellt werden kann.

"Diese Innovation eröffnet eine völlig neue Dimension der Qualitätskontrolle", sagte Stephanie Mandler, vom Preisstifter Ernst & Young Wirtschaftsprüfungsgesellschaft GmbH, Leipzig. "Damit ergeben sich gleichzeitig Verbesserungen für den gesamten Produktionsprozess", sagte Mandler. Für Wirtschaftsinitiative-Geschäftsführer Klaus Wurpts "zeigen die Freiberger exemplarisch die hohe Innovationskraft des Solarvalley Mitteldeutschland". Die Innovation sei "im Umfeld schwieriger Rahmen- und Wettbewerbsbedingungen" ein wichtiger Baustein zum Ziel Netzparität im Jahr 2013.

Silizium-Wafer dienen als Träger für Computerchips oder werden zu Solarzellen verarbeitet. Doch aufgrund von Materialmängeln oder Fehlern im Fertigungsprozess ist rund jedes fünfte der mit hohem Aufwand produzierten Bauteile unbrauchbar. Bislang konnte dies aber erst am Ende der Produktionskette festgestellt werden.

Das  Messverfahren der Freiberg Instruments GmbH, eine Ausgründung aus der TU Freiberg, ermöglicht erstmals die frühzeitige Untersuchung der elektrischen Eigenschaften und die Lokalisierung vorhandener Fehler des Materials. Beim MDP-Verfahren (microwave detected photoconductivity) werden die Ladungsträger des Siliziums in einem resonanten Hochfrequenzfeld mit einem Laser angeregt. Das absorbierte Laserlicht wird in ein Signal umgewandelt, das die Konzentration und Lebensdauer der Ladungsträger anzeigt.

Dabei ist das System bei der Lokalisierung wesentlich empfindlicher als bisherige Lösungen. Aufgrund der hohen Geschwindigkeit von einer Sekunde pro Wafer kann MDP an jeder Stelle des Produktionsprozesses eingesetzt werden. Die frühzeitige Fehlererkennung reduziert die Ausschussquote und lässt so die Stückkosten drastisch sinken. MDP erlaubt erstmals auch die topografische Untersuchung der Homogenität von Prozessschritten in Produktionsgeschwindigkeit. So wird die Waferqualität gesteigert, was den Wirkungsgrad der Solarzelle erhöht.

Gemeinsam mit den Preisstiftern gab die Wirtschaftsinitiative für Mitteldeutschland gestern auch den Gesamtsieger und sechs weitere Clustersieger des IQ Innovationspreises Mitteldeutschland sowie die Sieger der lokalen Innovationspreise Halle (Saale), Jena, Leipzig und Ostthüringen bekannt. Die Preise haben einen Gesamtwert von 83.000 Euro.

Der mit 15.000 Euro dotierte IQ-Gesamtsieg ging an die Probiodrug AG für einen weltweit neuartigen Therapie-Ansatz gegen die Alzheimer-Krankheit. Das Team um Gründer Hans-Ulrich Demuth hat den Mechanismus entdeckt, der die gefährliche Ablagerung bestimmter Eiweiße im Gehirn verursacht. Ein passender Therapie-Ansatz soll ab dem Jahr 2012 erstmals am Menschen getestet werden, sodass in sechs bis acht Jahren ein Medikament gegen die Alterskrankheit entwickelt sein könnte.

Alle Clustersieger und der Gesamtsieger erhalten eine einjährige Mitgliedschaft in der Wirtschaftsinitiative für Mitteldeutschland und damit einen Zugang zum wichtigsten regionalen Netzwerk.

In der Wirtschaftsinitiative für Mitteldeutschland engagieren sich strukturbestimmende Unternehmen sowie Kammern und Städte aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen mit dem gemeinsamen Ziel einer nachhaltigen Entwicklung und Vermarktung der Wirtschaftsregion Mitteldeutschland. Mit dem IQ Innovationspreis Mitteldeutschland fördert die Wirtschaftsinitiative neuartige, marktreife Produkte, Verfahren und Dienstleistungen zur Steigerung von Innovation und Wettbewerbstätigkeit der Wirtschaft in der Region.

Quelle: Wirtschaftsinitiative für Mitteldeutschland GmbH

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