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Hamburg, 14. juni 2010 - Zu Beginn ein kurzer Rückblick auf das Jahr 2009, das für die PV-Industrie alles andere als einfach war: zunehmender Konkurrenz- und Preisdruck besonders auch aus China, langsame Entwicklung neuer Märkte, globale Finanzkrise.

Executive Vice President Sharp Energy Solution Europe - Peter Thiele

Wo steht Sharp nach diesem turbulenten Jahr?

2009 hat den Unternehmen tatsächlich viel an Flexibilität abverlangt und eine Konsolidierung eingeleitet, die nicht ungewöhnlich ist für so junge Branchen wie die Photovoltaik. Mit der dynamischen Marktentwicklung hat sich in 2009 ganz klar gezeigt, dass nur derjenige Erfolg hat, der erstens: hochleistungsfähige Solarprodukte zu einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis bietet, zweitens: in modernsten Fabriken effizient und ökologisch produzieren kann und drittens: über eine etablierte und gleichzeitig flexible Vertriebsstruktur verfügt. Wir können auf ein sehr erfolgreiches Jahr zurückblicken: Im Geschäftsjahr 2009 ist Sharp nach Umsatz der weltweit führende Solarzellenproduzent!* (* 208.7 Mrd. Yen (2.214 Mrd. US$) im Geschäftsjahr 2009 (1. März 2009 bis 31. März 2010))

Der PV-Markt befindet sich auch weiterhin im Umbruch: in Deutschland, dem weltweit größten Photovoltaikmarkt, stehen zusätzlich zu der turnusmäßigen Förderungsdegression zusätzliche Kürzungen an.  Was bedeutet das für Sharp?

Die außerplanmäßigen Kürzungen werden im zweiten Halbjahr wohl jeden Photovoltaik-Hersteller betreffen und auch wir erwarten im dritten Quartal 2010 einen leichten Nachfragerückgang. Dank unserer 50-jährigen Erfahrung im Aufbau neuer Photovoltaikmärkte und unserer internationalisierten Vertriebsstruktur werden wir unseren Erfolg fortsetzen können und andere europäische Märkte wie Frankreich, UK oder BeNeLux stärken. Deutschland bleibt allerdings unser wichtigster Markt – hier zahlen sich unsere guten und etablierten Geschäftsbeziehungen aus. Zudem wissen die Kunden, dass sie mit Sharp Modulen neben hochleistungsfähigen Produkten und guten Erträgen auch langfristig besten Service erhalten. Deshalb sehen wir erwartungsvoll der zweiten Jahreshälfte 2010 und dem Jahr 2011 entgegen.

„Energie- und wirtschaftspolitische Geisterfahrt“ oder „notwendige und angemessene Revision“ – wie beurteilt Sharp die Neuregelung des Erneuerbare Energien Gesetzes in Deutschland?

Ob die noch junge Branche Kürzungen der angekündigten Größenordnung verkraften kann, bleibt abzuwarten. Sollten sie sich als zu rigide herausstellen, wird die Branche über die gesamte Wertschöpfungskette empfindlich getroffen. Letztlich geht es hier aber um ganz grundlegende Fragen: Wie soll unser Strommix in Zukunft aussehen? Welche Weichen stellen wir, um zukünftig eine nachhaltige, klimafreundliche und sichere Energieversorgung zu gewährleisten? Ist unser Ziel die vollständig regenerative Stromerzeugung? Ein derartiger Strukturwandel im Energiesystem braucht langfristige Investitionen und eine Förderung, die allen Seiten gerecht wird sowie die Technologieführerschaft im internationalen Wettbewerb ermöglicht. Die angekündigte Unterstützung von 100 Millionen Euro für die deutsche Branche ist ein Schritt in die richtige Richtung – erscheint aber neben den 12 Milliarden Euro, mit denen China die Solarwirtschaft fördert, relativ gering.

Europa bleibt der größte PV-Markt und weist mit 5,6 Gigawatt neu installierter Leistung in 2009 erneut ein außerordentliche Wachstum aus: insgesamt sind laut der European Photovoltaic Industry Association (EPIA) hier schon fast 16 Gigawatt installiert. Wie schätzen Sie die weitere Entwicklung ein?

Wir rechnen weiterhin mit einem stetigen Wachstum in Europa: Neben Deutschland und Frankreich sind auch UK und Belgien vielversprechende Märkte. Wir wollen die Photovoltaik auch in den Ländern stärken, die zwar gute Sonneneinstrahlungen haben, diese Technologie jedoch erst wenig nutzen, beispielsweise in Griechenland oder in der Türkei. Für ganz Europa geht es darum, die Klimaziele – 20 Prozent erneuerbare Energie bis 2020 – zu erreichen und über die Energieversorgung der Zukunft zu entscheiden. Solarenergie hat unter allen „Erneuerbaren“ die höchste Energiedichte und die Photovoltaik gehört zu den sichersten, ökologisch und ökonomisch bedeutsamsten Energietechnologien. Daneben ist sie eine der wenigen Branchen, die für steigende Beschäftigungszahlen sorgen. Sharp stellt in der Solarfabrik im britischen Wrexham und zukünftig auch in Italien Solarmodule für den europäischen Markt her.

Was sind Ihre Ziele für die kommenden Jahre und mit welcher Strategie wollen Sie sie erreichen? Welche Rolle spielt Sharps Photovoltaikfabrik in Sakai?

Bereits jetzt sind wir das weltweit umsatzstärkste Solar-Unternehmen und nach ausgeliefertem Volumen liegen wir auf Platz drei. Auch in Zukunft werden wir den globalen Markt mit anführen. Als innovationsgetriebenes Unternehmen setzt Sharp konsequent auf die Entwicklung effizienter Technologien und modernster Produktionsstätten: Seit März 2010 treiben wir mit der ersten Gigawatt-Dünnschichtfabrik im japanischen Sakai diese Technologie weiter voran und werden hier mittelfristig Dünnschichtzellen in Triple-Junction- Struktur mit zweistelligem Wirkungsgrad herstellen. Daneben erschließen wir auch neue Geschäftsbereiche und verlängern mit dem Einstieg in das IPP Business (Independent Power Provider) die Wertschöpfungskette. Gemeinsam mit Enel Green Power gründet Sharp das Unternehmen „ES Solar Farms S.r.l.“, das bis Ende 2016 Photovoltaik-Anlagen mit einer Gesamtleistung von mehr als 500 Megawatt im Mittelmeerraum installieren wird.

Quelle: Sharp Electronics (Europe) GmbH

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