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Stuttgart, 25. November 2010, Energieversorgungsunternehmen (EVU) stehen der Installation von intelligenten Mess-Systemen (Smart Meters) skeptisch gegenüber. Laut EU sollen die elektronischen Zähler bis 2020 in 80 Prozent der Haushalte ihre veralteten Vorgänger abgelöst haben. Während die Versorger mit Mehrkosten in Milliardenhöhe rechnen, sind die wirtschaftlichen Vorteile für den Endverbraucher unter den aktuellen Rahmenbedingungen bescheiden. Das geht aus einer Studie der Management Consultants Horváth & Partners und des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) hervor.

Die Umsetzung des dritten EU-Binnenmarktpakets für den flächendeckenden Einsatz von "Smart Metering" stößt bei den Energieversorgern aufgrund der bestehenden Rahmenbedingungen auf Skepsis, berichtet Matthias Deeg, verantwortlicher Studienkoordinator bei Horváth & Partners. Die Umfrage unter Führungskräften von 58 Energieversorgern zeigt, dass nur 19 Prozent daran glauben, die vorgeschriebene Quote bis 2020 erreichen zu können. Fehlende Standards und Vermarktungsreife, die hohen Umbau- und Austauschkosten sowie die noch fehlende Wirtschaftlichkeit sind die Hauptgründe dafür.

Erste Kunden wurden in Pilotprojekten zwar schon mit Smart Meters versorgt, drei Viertel der EVU zögern aber noch mit einem breiten Rollout - aufgrund der Unsicherheit künftiger Standards. Derzeit kommen Smart Meters zum Einsatz, die nur mit minimalen Funktionen ausgestattet sind, dafür aber auch weniger kosten.

Mehr Wettbewerb, mehr Synergien

Trotz der zögerlichen Haltung glaubt die Mehrzahl der Energieversorger, dass Smart Metering am Ende doch Chancen für die Branche bringt. So rechnen die Befragten mit intensiverem Wettbewerb, aber auch mit Synergieeffekten durch Kooperationen mit anderen Versorgern und externen Abrechnungsdienstleistern. Auch in der Zusammenarbeit mit Hausautomatisierungs-Systemanbietern sehen die Befragten Vorteile, um dem Endkunden nutzenbringende Produkte anbieten zu können.

"Für die Verbraucher sehen die EVU relativ geringe Einsparungspotenziale, jedoch hängen diese auch stark vom jeweiligen Verhalten der Verbraucher ab. Smart Metering ermöglicht erst die aktive Beteiligung der Verbraucher und die Hebung des damit verbundenen Sparpotenzials", sagt Prof. Dr. Christof Weinhardt vom Karlsruher Institut für Technologie. Die Hälfte der Befragten EVUs beziffert die Einsparungen in Verbindung mit ergänzten Produkten mit bis zu fünf Prozent, ein weiteres Viertel rechnet mit bis zu zehn Prozent Kostenreduktion durch Smart Metering.

"Die Energieversorger sperren sich nicht gegen die flächendeckende Einführung von Smart Metering, wie sie von der EU gefordert wird. Sie wollen aber in diesem Rahmen zusätzliche Services und Produkte einführen. Die Geschäftsmodelle in der Telekommunikation, die Hardware in Form von Tarifen zu integrieren, wird damit ein mögliches Zukunftsmodell der Energieversorgung", erläutert Matthias Deeg.

Die Einführung von Smart Metering lässt sich für die Mehrzahl der Anbieter am effizientesten in einer Messstellenbetreiber-Gesellschaft umsetzen. Die Realisierung läuft noch schleppend. Im Juni 2010 hatten erst zwölf Prozent der Energieversorger eigene Smart Meter Tarife und Produkte im Angebot. Mehr als die Hälfte der Energieversorger sind noch im Probebetrieb mit ausgewählten Zählern.

Mit Smart Metering Energie sparen

Beim Smart Metering wird der Verbrauch von Strom, Gas, Wasser und Fernwärme elektronisch abgelesen und vom jeweiligen Betreiber weiterverarbeitet. Neben Prozessvorteilen für den Energieversorger steht bei der elektronischen Auslesung vor allem der Kundennutzen im Vordergrund. Durch die zeitnahe Messung des Verbrauchs kann sich der Verbraucher via Web-Portal, Inhouse-Displays oder auch Smartphone jederzeit ein Bild über seinen aktuellen Energieverbrauch machen. Durch flexible Tarifmodelle können die EVU ihr Angebot zudem individuell auf den Verbraucher abstimmen.

Quelle: Horváth AG

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